Leere Kirchenkassen
Bistum Münster muss sparen

Münster -

Das Bistum Münster wird in naher Zukunft mit einem hohen Haushaltsdefizit zu kämpfen haben. Das geht aus einer Pressemitteilung des Bistums hervor. Rund 32,7 Millionen Euro sollen es voraussichtlich im Jahr 2025 sein. Mit einem Sparprozess will sich die zweitgrößte Diözese Deutschlands nun für die Zukunft wappnen: Unter anderem mit einem Einstellungsstopp für frei werdende Stellen. 

Dienstag, 21.01.2020, 12:00 Uhr aktualisiert: 21.01.2020, 12:08 Uhr
Leere Kirchenkassen: Bistum Münster muss sparen
Das Bistum Münster muss sparen. Foto: Oliver Werner (Symbolbild)

Laut der Pressemitteilung will sich das Bistum mit einem Spar- und Strategieprozess für die Zukunft wappnen. Die drohenden Haushaltsdefizite sollen durch Einsparungen ausgeglichen werden. Darüber hinaus sollen Experten-Gruppen Strategien für wichtige Handlungsfelder der katholischen Kirche im Bistum Münster entwickeln.

„Nur, wenn wir kurzfristig und in den nächsten Jahren verantwortlich handeln, haben wir noch Handlungs- und Gestaltungsspielraum. Denn in den Jahren nach 2025 wird das Haushaltsdefizit eher wachsen“, macht Generalvikar Dr. Klaus Winterkamp in einem Schreiben deutlich, das am 21. Januar an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bischöflichen Generalvikariates und des Offizialats (Kirchengericht) versandt wurde. In dem Schreiben kündigt Winterkamp konkrete Maßnahmen an, die in der vergangenen Woche auf einer Klausurtagung unter Leitung von Bischof Dr. Felix Genn beschlossen wurden.

Wiederbesetzungssperre

So wird es im Bischöflichen Generalvikariat und den angeschlossenen Dienststellen einen Personalabbau und personelle Veränderungen geben. Derzeit arbeiten hier rund 650 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Das werden wir sozial verträglich umsetzen“, kündigt Winterkamp an. Betriebsbedingte Kündigungen werde es nicht geben. Ab sofort gelte aber eine Wiederbesetzungssperre im Generalvikariat. Frei werdende Stellen sollen in der Regel nicht wiederbesetzt werden.

Winterkamp erläutert zum Hintergrund des Spar- und Strategieprozesses, dass der Hauptgrund für die Verschlechterung der Einnahme-Situation in den kommenden Jahren der demografische Wandel sei: „Der Mensch, der heute nicht geboren ist, wird auch 2050 keine Kirchensteuer zahlen“, schreibt er. Der Kaufkraftverlust werde nicht mehr durch höhere Einnahmen ausgeglichen werden. Ein Ausgleich des Defizites durch die Rücklagen sei kein sinnvoller Weg, denn „wenn wir das planmäßig tun, sind sie in wenigen Jahren aufgebraucht.“

Infos

Das Bistum Münster ist mit rund 1,9 Millionen Katholiken (knapp 1,6 Millionen im nordrheinwestfälischen Teil) die zweitgrößte Diözese in Deutschland. Der Haushaltsplan 2020 geht für den nordrheinwestfälischen Teil von Erträgen von gut 687 Millionen Euro aus. Haupteinnahmequelle ist die Kirchensteuer, die 2020 bei rund 459 Millionen Euro liegen dürfte. Insgesamt sind im Bischöflichen Generalvikariat sowie in den Pfarreien und Einrichtungen des Bistums in Nordrhein-Westfalen rund 22.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.

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