Kramp-Karrenbauer bei Neujahrsempfang in Havixbeck
CDU-Chefin wirbt für mehr Austausch – und stellt sich demonstrierenden Bauern

Havixbeck -

Stehender Applaus und „bitte ein Foto“: CDU-Vorsitzende und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer kam kaum raus aus dem Gedränge. Selfie hier, Selfie da beim Neujahrsempfang der Kreis-CDU im Stift Tilbeck in Havixbeck.

Samstag, 25.01.2020, 18:26 Uhr aktualisiert: 26.01.2020, 17:02 Uhr
Kramp-Karrenbauer bei Neujahrsempfang in Havixbeck: CDU-Chefin wirbt für mehr Austausch – und stellt sich demonstrierenden Bauern
Foto: Wilfried Gerharz

Es war ein bisschen so, als käme gerade ein Popstar durch die Tür. Stehender Applaus und „bitte ein Foto“: CDU-Bundesvorsitzende und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer im Gedränge. Selfie hier, Selfie da, und lächelnd steckte der eine oder andere Bürgermeister ihr noch schnell sein Visitenkärtchen zu beim Neujahrsempfang des CDU-Kreisverbands Coesfeld im Stift Tilbeck in Havixbeck. Der prominente Gast appellierte an die rund 300 Gäste für ein größeres Miteinander, für einen Austausch, um gesellschaftlichen Spaltungen entgegenzuwirken. „Dieses Jahrzehnt ist entscheidend dafür, dass die Weichen richtig gestellt werden“, sagt sie in ihrer Rede.

Als verantwortliche Politiker „müssen wir Vorschläge machen, das ist der Unterschied zu Populisten, die nicht realistische Versprechen geben“. Eine Kompromisslösung sei von daher nicht die schlechtere Lösung, sondern eine, die entwickelt und um die hart gerungen worden sei.
AKK sprach sich dafür aus, die umstrittene Bonpflicht wieder abzuschaffen, gegen die seit Anfang des Jahres Einzelhändler und Gastronomen Sturm laufen. „Wenn wir zu der Erkenntnis kommen, dass die Regelung nicht die erwünschte Wirkung hat, sollten wir sie wieder aussetzen“, sagt sie. Nicht nur dafür applaudierten die Gäste.

Das Klima-Thema ist für sie kein typisches der Grünen, sondern ein „ureigenes der CDU , weil wir ein C in unserem Parteinamen haben und Klima etwas mit Schöpfung und Nachhaltigkeit zu tun hat“. Notwendig für eine Klimaverbesserung sei aber eine starke Industrie und Wirtschaft – „ich bin überzeugt, dass das zusammengeht“. So müsse ein sauberes Vorzeige-Auto aus Deutschland stammen. „Wenn nicht wir, wer denn dann?“ fragt sie.

Annegret Kramp-Karrenbauer beim Neujahrsempfang der Kreis-CDU

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Begleitet haben die Veranstaltung rund 800 Landwirte mit einer Demonstration. Nach Polizeiangaben waren sie mit über 400 Schleppern gekommen; sie positionierten sich auf einem Acker gegenüber der Einrichtung. Die Bauern überreichten dem prominenten Gast ein Thesenpapier. „Ich kann Ihnen nichts versprechen, was ich nicht halten kann“, sagt AKK. Trotzdem will sie sich für die Landwirte stark machen. Insbesondere dafür, dass es ein überprüfbares Messstellensystem bei den Nitratwerten für das Grundwasser gibt. „Wir sind nicht dagegen, die Probleme zu lösen“, betont Jung-Bauer Lambert Aehling aus Borken. „Aber das geht nur, wenn sich endlich alle einen Tisch setzen und mitwirken.“ Und nicht nur die Landwirte als die Buhmänner der Nation betrachtet würden. „Wenn wir alleine etwas ändern, wird sich nicht viel ändern, weil wir nicht alleine der Verursacher sind.“

Nennenswerte Vorkommnisse gab es laut Polizei nicht. Es herrschte für den Besuch des prominenten Gasts die höchste Sicherheitsstufe. Das BKA durchsuchte im Vorfeld die Räume im Stift Tilbeck mit Spürhunden, bevor AKK – noch eine halbe Stunde früher als ursprünglich geplant – mit einer schwarzen Limousine auf das Gelände rauschte. CDU-Kreisgeschäftsführer Hans-Peter Egger hatte in den Tagen zuvor alle Hände damit zu tun, Anfragen zu beantworten. „Die Veranstaltung war in kurzer Zeit ausverkauft“, berichtet er. Eigentlich sollte AKK schon ein Jahr zuvor beim Neujahrsempfang gekommen sein. Bundestagsabgeordneter Marc Henrichmann aus Havixbeck knüpfte die Verbindung. „Da war sie noch Generalsekretärin“, so Henrichmann. Aber dann musste sie den Termin absagen. „Doch sie stand im Wort und dieses Jahr hat es geklappt.“

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