Westlotto
90-Millionen-Gewinner aus dem Münsterland gesucht

Münster -

Das ist mal eine Hausnummer: 90 Millionen Euro hat ein Lottospieler gewonnen – mit einem Tippschein, den er im Münsterland abgegeben hat. Doch der Glückliche hat sich noch nicht gemeldet. Jetzt sucht Westlotto den Neu-Millionär – mit Geld und nützlichen Tipps.

Freitag, 14.02.2020, 13:42 Uhr aktualisiert: 14.02.2020, 14:36 Uhr
Da war es noch Werbung: Anfang Februar lockte Lotto mit einem 90-Millionen-Euro-Jackpot. Jetzt ist er geknackt.
Da war es noch Werbung: Anfang Februar lockte Lotto mit einem 90-Millionen-Euro-Jackpot. Jetzt ist er geknackt. Foto: Patrick Seeger/dpa

„Millionär gesucht“ – das gibt’s wohl öfter. Man möchte ihm so gerne die Millionen abnehmen. Westlotto aber spielt das Spiel gerade andersherum: Der Lotteriebetreiber sucht einen Millionär, um ihm seine Millionen auszuzahlen. Es geht um sage und schreibe 90 Millionen Euro!

Irgendein Glücklicher hat am 4. Februar in einer Lotto-Annahmestelle im Münsterland einen Schein mit seinem Tipp für den Eurojackpot abgegeben. Spieleinsatz: 18,50 Euro. Drei Tage später stand fest: Seine Rendite beträgt – aufs Jahr umgerechnet – 58 378 378 378 Prozent. Nochmal: gut 58 Milliarden Prozent. Doch wer ist der Gewinner?

Schein anonym abgegeben

„Wir sind frohen Mutes, dass wir ihn finden“, erklärte Westlotto-Sprecher Bodo Kemper am Freitag. Doch der Schein wurde anonym abgegeben – nicht unüblich. Wer gespielt hat, weiß Westlotto nur bei Menschen mit Kundenkarte und bei jenen, die online tippen. Der 90-Millionen-Euro-Gewinner muss sich also selbst melden. Das kann er telefonisch machen, aber auch in der Annahmestelle.

Dort gilt übrigens: Übersteigt der Gewinn 5000 Euro, wird er vor Ort nicht beziffert. Sowohl der Gewinner als auch der Annahmestellenbetreiber erfahren nur, dass es sich um einen „Zentralgewinn“ handelt. Dann werden die Personalien aufgenommen und der Rest über die Lotto-Zentrale in Münster geregelt. So soll etwa verhindert werden, dass ein Lotto-Millionär gegen seinen Willen bekannt wird.

Drei Jahre Zeit

„Das ist ein lebensverändernder Gewinn“, formuliert Kemper. Deshalb müssten sich die Glücklichen sehr genau überlegen, wie sie damit umgehen. Dabei bekommen sie Beratung von Westlotto. Diskutiert wird dann etwa, wer von dem Gewinn erfahren soll: Lebenspartner? Kinder? Freunde? Ist es sinnvoll, dass die Millionen einfach aufs Gehaltskonto bei der Bank an der Ecke überwiesen werden oder ist ein neues Konto bei einer fremden Großbank ratsam? Lotto-Sprecher Kemper erinnert sich gar an einen Millionengewinner aus Dortmund, der lange überlegte, ob er den Gewinn überhaupt annehmen solle.

Dass die Glücklichen sich lange Zeit lassen, bis sie sich melden, sei übrigens durchaus üblich. Oft überlegen sie vorher gründlich, wie es weitergehen soll – und sie warten, bis sich der Nebel des öffentlichen Interesses verzogen hat. Es eilt jedenfalls nicht: Drei Jahre haben die Lottospieler Zeit, sich zu melden. Erst dann wird das Geld etwa in Sonderauslosungen neu verteilt. „Das sind aber absolute Ausnahmefälle“, versichert Bodo Kemper.

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