Hochwassersituation in Appelhülsen
„Mit blauem Auge davongekommen“

Appelhülsen -

In Appelhülsen geht die Sorge um: Kann es wieder zu einem Hochwasser kommen, das Gärten und Häuser bedroht? Am Sonntag war es knapp. Die CDU will jetzt mehr wissen.

Dienstag, 25.02.2020, 06:40 Uhr aktualisiert: 25.02.2020, 10:23 Uhr
Das war knapp: Das Wasser der Stever war so hoch gestiegen, dass der Durchlass unter der Eisenbahnlinie bis auf ein kleines Stückchen „Luft“ fast zu war.
Das war knapp: Das Wasser der Stever war so hoch gestiegen, dass der Durchlass unter der Eisenbahnlinie bis auf ein kleines Stückchen „Luft“ fast zu war. Foto: Susanne Heumann

„Nach ergiebigen Regenfällen ist es in Appelhülsen heute zu einem Hochwassergeschehen gekommen, das viele Menschen mit großer Besorgnis erfüllt hat.“ Das berichtet die CDU vom Sonntag und hat deswegen eine Anfrage zum Thema Hochwasserschutz in Appelhülsen an die Gemeindeverwaltung gestellt.

Stever, Bruland- und Salmbreitenbach seien über die Ufer getreten, das Hochwasser habe sich einmal mehr vor dem Steverdurchlass unter der Bahnlinie gestaut, berichtet die CDU weiter. „Die Stever hatte hier noch circa 30 Zentimeter ‚Luft‘, als gegen 14 Uhr der Scheitelpunkt des Hochwassers erreicht war und der Pegel zu sinken begann.“ Anwohner im Bereich Steverstraße und Pastorskamp seien in großer Sorge, „da das Hochwasser bereits den Uferweg und einige Gärten überschwemmt hatte.“ Gleichzeitig habe die Oberkante des Streichwehrs zum Roggenbach zu diesem Zeitpunkt noch circa 50 Zentimeter über der Wasserlinie der Stever gelegen, heißt es weiter.

„Wir sind am Sonntag mit einem blauen Auge davongekommen“, bestätigte Rechtsrat Stefan Kohaus im Gespräch mit unserer Zeitung. Wenn es weiter geregnet hätte, wäre die Situation schwierig geworden. Hat es zum Glück nicht, sodass die Gemeinde lediglich einen Wegabschnitt sperren musste. Man werde die Situation im Auge behalten. Sandsäcke seien vorhanden, wenn es kritisch werden sollte, erklärt Kohaus.

Die CDU schreibt in ihrer Anfrage, dass sie das Thema schon mehrfach angesprochen habe. Deshalb seien im Haushaltsentwurf unter anderem 50 000 Euro zur Instandhaltung der Hochwasserschutzwälle, 12 000 Euro für Unterhaltung und Kon­trolle der Hochwasserschutzanlagen (beides wohl für das gesamte Gemeindegebiet, wie die CDU vermutet) sowie 25 000 Euro für die Erstellung eines Hochwasserstatusberichtes Appelhülsen und 10 000 Euro für die Überprüfung der Wirksamkeit einer Flutmulde am Roggenbach in Appelhülsen vorgesehen.

Die CDU kündigt an, dass sie in der kommenden Sitzung des Gemeindeentwicklungsausschusses, die am 4. März (Mittwoch) in der Aschebergschen Kurie stattfindet (Beginn des öffentlichen Teils ist um 20 Uhr), im Rahmen der Haushaltsberatungen das Thema aufgreifen und darauf dringen werde, dass das Streichwehr am Roggenbach um circa 50 Zentimeter abgesenkt wird.

Darüber hinaus werde die Verwaltung um umfassende Darstellung zu dem Thema gebeten. Auch möge berichtet werden, wie der Stand der Gespräche mit der Deutschen Bahn ist, einen zusätzlichen Durchlass hydraulisch durch den Bahndamm zu treiben, um auf diese Weise die Leistungsfähigkeit des Steverdurchlasses zu erhöhen.

Zum Thema Absenkung des Streichwehres verweist Stefan Kohaus darauf, dass es für dessen Errichtung eine Planung gegeben habe, in der der gegenüber dem Wehr am anderen Ufer verlaufende Steverradweg angehoben werden sollte, sodass das Wasser ohne in die Gärten zu fließen, höher steigen kann, ehe es in den Roggenbach abfließt. Diese Planung sei damals aber nicht weiterverfolgt worden.

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