Nachfrageschwäche auf dem Lkw-Markt
Flaute trifft auch Schmitz Cargobull

Horstmar/Altenberge -

Die schwache Nachfrage nach Lkw ist auch beim münsterländischen Aufliegerbauer Schmitz Cargobull spürbar geworden. „Produktion und Umsatz sind zuletzt geschrumpft“, räumte Firmensprecherin Anna Stuhlmeier im Gespräch mit unserer Zeitung ein. 

Mittwoch, 26.02.2020, 15:33 Uhr aktualisiert: 26.02.2020, 15:53 Uhr
Nachfrageschwäche auf dem Lkw-Markt: Flaute trifft auch Schmitz Cargobull
Foto: dpa

Genaue Zahlen nannte Stuhlmeier nicht. Das Geschäftsjahr 2019/20 laufe schließlich noch bis Ende März dieses Jahres, hieß es.

Das Traditionsunternehmen mit Sitz in Horstmar und Hauptproduktionsstandort in Altenberge konnte laut Stuhlmeier allerdings vermeiden, die Stammbelegschaft zu reduzieren. Auch Kurzarbeit habe es – anders als bei zahlreichen anderen Unternehmen der Branche – nicht gegeben. Lediglich die ausgelaufenen Verträge der Leiharbeiter seien nicht verlängert worden. Stuhlmeier lobte die Belegschaft: „Die Mitarbeiter waren bereit, auf die schwächere Auftragslage zu reagieren und ihre Einsatzzeiten flexibel anzupassen.“

Im Geschäftsjahr 2018/19 hatten nach Firmenangaben insgesamt 6500 Mitarbeiter bei Schmitz Cargobull 63 500 Fahrzeuge gefertigt. Der Umsatz war noch stark gestiegen – und zwar um 5,3 Prozent auf 2,2 Milliarden €.

Doch Schmitz Cargobull sieht nach dem Abschwung des Jahr 2019 Licht am Ende des Tunnels: Die Auftragslage habe sich in den ersten zwei Monaten des Jahres 2020 wieder gebessert.

Auch der große Lkw-Bauer Daimler Trucks ist im vergangenen Jahr auf Talfahrt gegangen. 2018 hatte die Sparte des Stuttgarter Autokonzerns noch ein Rekordjahr verbucht, 2019 ging der Absatz dann spürbar zurück – um sechs Prozent auf lediglich noch knapp 489 000 Fahrzeuge. Und auch 2020 wird ein weiterer Abwärtstrend erwartet. „Lkw sind ein zyklisches Business“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Daimler Truck AG, Martin Daum kürzlich.

Konkurrent MAN steckt ebenfalls in einer Schwächephase. Das Unternehmen rechnet in diesem Jahr mit einem Auftragseinbruch um mindestens zehn Prozent. Folge auch hier: Die Münchener streichen Schichten und schicken Leiharbeiter nach Hause.

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