Altenheime: Besuchsverbot
Antoniushaus: Noch Kontakt zur Außenwelt

Lüdinghausen -

Das Besuchsverbot stellt die Altenheime vor neue Herausforderungen. Die Betreuer müssen nun vermehrt dafür sorgen, dass die alten Leute sich nicht langweilen und die Sehnsucht nach der Familie auffangen. Die Bewohner des Antoniushauses haben weiter Kontakt mit der Außenwelt – ohne dass der Beschluss der Landesregierung umgangen wird.

Mittwoch, 25.03.2020, 12:30 Uhr aktualisiert: 25.03.2020, 15:04 Uhr
Haben das Betreuungsangebot im Antoniushaus ausgeweitet: Heimleiter Joachim Brand (v.l.), Sozialdienstleiterin Henrike Jägersmann sowie Seelsorger und EDV-Fachmann Markus Breuer.
Haben das Betreuungsangebot im Antoniushaus ausgeweitet: Heimleiter Joachim Brand (v.l.), Sozialdienstleiterin Henrike Jägersmann sowie Seelsorger und EDV-Fachmann Markus Breuer. Foto: Christian Besse

In den Altenheimen ist es seit Montag stiller geworden, zumindest, was die Zahl der Besucher angeht. Selbst enge Angehörige dürfen die Bewohner aus Schutz vor dem Coronavirus nicht mehr besuchen. Die einzige Ausnahme: Der Verwandte liegt im Sterben.

Das stellt die Betreuer vor zusätzliche Aufgaben, denn sie müssen nun vermehrt dafür sorgen, dass die alten Leute sich nicht langweilen und die Sehnsucht nach der Familie auffangen.

So wie im Antoniushaus: Dort arbeiteten die insgesamt zwölf Betreuer nun an sieben Tagen die Woche, vorher waren es sechs. „Wir haben an den Wochenenden bisher kein Programm gehabt, weil wir nicht in Konkurrenz zu den Angehörigen treten wollten“, sagt Heimleiter Joachim Brand. „Wir organisieren Kaffeerunden in kleinen Gruppen, erzählen etwas oder lesen aus der Zeitung vor“, ergänzt Henrike Jägersmann, Leiterin des sozialen Dienstes. „Und wir haben das Glück, dass wir einen großen Park haben, in dem wir mit den Bewohnern spazieren gehen.“

Wir haben die Präsenzzeit der sozialen Dienste ausgebaut, weil wir nun natürlich auch die Angehörigen ersetzen müssen.

Sascha Schikofski vom Clara-Stift in Seppenrade

Was die nun fehlenden Besucher angeht, haben sich die Mitarbeiter etwas Besonderes einfallen lassen. Den Bewohnern stehen jetzt zwei Tablets und ein Laptop zur Verfügung, mit denen sie, betreut von einem EDV-Fachmann, über Skype mit ihren Angehörigen kommunizieren können. Der Kontakt zur Außenwelt bricht also nicht ab.

Auch im Seppenrader Clara-Stift hat man reagiert. „Wir haben die Präsenzzeit der sozialen Dienste ausgebaut, weil wir nun natürlich auch die Angehörigen ersetzen müssen“, sagt Sascha Schikofski, Einrichtungs- und Pflegedienstleiter. Die acht Betreuer machen mit den Bewohnern vermehrt Brett- Karten- und Würfelspiele. Es gibt Gedächtnistraining, es wird gesungen, manchmal spielt ein Betreuer auf der Gitarre. Eine nicht zu unterschätzende Aufgabe – zumal die Heimleitung die Gruppe der jeweils zu betreuenden Senioren inzwischen auf „höchstens fünf oder sechs Leute“ (Schikofski) begrenzt hat.

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