Beschränkungen in der Geschäftswelt
Einzelhandel hofft auf Lockerungen

Kreis Coesfeld -

Mit großer Spannung wird im Kreis Coesfeld die Konferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten am Mittwoch erwartet. Die Einzelhändler hoffen, dass es langsam zu moderaten Lockerungen für sie kommt.

Mittwoch, 15.04.2020, 10:01 Uhr aktualisiert: 15.04.2020, 10:10 Uhr
Beschränkungen in der Geschäftswelt: Einzelhandel hofft auf Lockerungen
Beim Bäcker draußen stehen und warten: An die neuen Regeln haben sich die Bürger gewöhnt, wie hier in der Coesfelder Innenstadt. Auch in anderen Branchen klappt das, sind Einzelhändler überzeugt, die hoffen, dass sie schrittweise unter Auflagen wieder öffnen können. Foto: Viola ter Horst

„Wir würden es begrüßen, wenn es mit Augenmaß Schritt für Schritt wieder zurück ins normale Leben geht“, sagt Tim Weyer, Geschäftsführer von Dülmen Marketing. Mit den Erfahrungen aus dem Lebensmittelhandel sei es auch in anderen Branchen möglich, unter Auflagen wieder zu öffnen. Die jetzige Beschränkung auf einige wenige Branchen sei ein Stück weit ungerecht, findet er. „Warum dürfen zum Beispiel Baumärkte öffnen, aber ein Modegeschäft mit 1000 Quadratmetern Verkaufsfläche nicht?“ fragt Weyer. Abstandsregelungen und weitere Vorsichtsmaßnahmen seien dort genauso umsetzbar.

Stefan Boer , Sprecher des Arbeitskreises Handel im Stadtmarketing Verein Coesfeld, ist der Meinung, dass Lockerungen wünschenswert seien, diese aber sinnvoll sein müssten. „Es ist keinem geholfen, wenn es wenig später einen Rückfall gibt und wir dann erneut wochenlang schließen müssen“, sagt er. „Wir vertrauen auf Sachverstand und einen klaren Plan, der die Schritte aufzeigt.“ Für notwendig hält er auch Hilfen für Betriebe zwischen 50 und 100 Mitarbeitern. „Für die kleineren Selbstständigen gibt es ja erste Hilfen, aber für die etwas größeren Betriebe wird bislang nur auf Kredite verwiesen.“

Erste Schritte zurück in die Normalität wären angebracht, meint auch Stefan Wiemann , Geschäftsführer von Lüdinghausen Marketing. Dass größere Veranstaltungen wie verkaufsoffene Sonntage oder Stadtfeste erst zum Schluss wieder zugelassen werden, sei jedem klar. „Für Einzelhandel und Gastronomie wäre es am wichtigsten, eine gewisse Planungssicherheit zu haben“, sagt er. In vielen Bereichen könne sich der Einzelhandel mit Lieferdiensten und Onlineangeboten noch über Wasser halten. „Aber sehr lange geht das nicht weiter.“

Ohnehin, die Lieferdienste und die regionalen Angebote: „Sie werden gut angenommen“, sagt Wiemann. Gerade zu den Ostertagen. „Eine Floristin bei uns in Lüdinghausen konnte sich vor Aufträgen kaum retten“, berichtet er. Aber nicht in allen Branchen seien Lieferdienste möglich und erfolgreich. Gute Erfahrungen damit haben auch andere Städte und Gemeinden. Tim Weyer aus Dülmen beobachtete, dass in vielen Bereichen Einzelhändler und Gastronomen „die Coronakrise als eine Chance sehen“. Um auf sich aufmerksam zu machen und darauf, regional einzukaufen. „Das klappt gut“, sagt er. Viele Kunden machen sich Gedanken und ziehen mit. „Aber es reicht bei weitem nicht aus, um an die Umsätze heranzukommen, die da sein müssten“, sagt Weyer.

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