Eichenprozessionsspinner im Münsterland
Verschiedene Varianten im Kampf gegen die gefürchtete Raupe

Münsterland -

Experten sind sich einig, dass der Eichenprozessionsspinner 2020 noch mehr um sich greift als im letzten Jahr. Im Münsterland haben sich viele Kommunen darauf vorbereitet. Jetzt beginnt die heiße Phase der Schädlingsbekämpfung. Dabei setzen Städte und Gemeinden auf ganz unterschiedliche Methoden.

Dienstag, 19.05.2020, 16:30 Uhr aktualisiert: 20.05.2020, 17:19 Uhr
Eichenprozessionsspinner im Münsterland: Verschiedene Varianten im Kampf gegen die gefürchtete Raupe
Mehrere hundert Eichen wurden in Ostbevern mit einem mikrobiologischen Präparat besprüht. Foto: Gemeinde Ostbevern
  • Der Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner hat in diesem Jahr im Münsterland frühzeitig begonnen.
  • Viele Gemeinden setzen auf Biozide oder Insektizide. Etwas südlicher in Dortmund werden Meisenkästen gebaut, weil die Vögel die Raupen auf ihrem Speiseplan haben
  • Heek hat verschiedene Varianten auf dem Zettel, um die Raupen im aktuellen Stadium zu bekämpfen.

Update vom 20. Mai, 17.30 Uhr: Die ersten Eichenprozessionsspinner sind in Heek aufgetaucht. Und die Raupen haben bereits das tückische Stadium erreicht. Die Gemeinde setzt auf einen Abwehrmix zur Bekämpfung .

Update vom 19. Mai, 16.30 Uhr: Nicht nur im Münsterland, sondern auch etwa in Dortmund bereiten sich die Behörden auf einen weitere Sommer mit der Plage Eichenprozessionsspinner vor. Hier wird vor allem auf den Bau von Meisenkästen gesetzt, um ein weiteres Ausbreiten zu verhindern.

Update vom 13. Mai, 18.00 Uhr: Obwohl sie noch in einem Frühstadium sind, bereiten die Raupen des Eichenprozessionsspinners den Anwohnern der Straße Up‘n Felde [WN+] in Vorhelm schon Sorgen. Nun rückten Fachleute an, um die Nester von den Bäumen zu saugen. 

Update vom 11. Mai, 10.30 Uhr: In Drensteinfurt wird ein zweites Verfahren zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners eingeführt. Neben der Absaugemethode setzen die Behörden auf einen scheinbar schlichten Weg und gehen mit Wasser gegen den Plagegeist vor.

Update vom 8. Mai, 18.15 Uhr: In Telgte wurden in dieser Woche an zwei Tagen ein Biozid in die Kronen der Eichen hineingespritzt. Insgesamt wurden nach dem zweitägigen Einsatz gegen den Eichenprozessionsspinner rund 350 Bäume behandelt , die auf der Prioritätenliste der Kommune ganz oben standen.

Update vom 7. Mai, 9.30 Uhr: In Gronau geht die Gemeinde ebenfalls konsequent vor. Flammende Scheinwerfer, einnebelnde Wassertröpfchen und Fadenwürmer , die in junge Eichenprozessionsspinner eindringen - wir haben den Prozess und Baumpflegeunternehmer Jürgen Busch begleitet.

Diskussionen in Nottuln

Update vom 7. Mai, 9.00 Uhr: Die Gemeinde Nottuln verzichtet auf den Einsatz von Bioziden im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner, was am Dienstagabend im Ausschuss für Gemeindeentwicklung zu einer Diskussion führte. Vor allem die CDU forderte, die noch verbleibenden zwei Wochen zu nutzen.

Update vom 6. Mai, 11.30 Uhr: Damit der Biozid-Einsatz gegen den Eichenprozessionsspinner richtig wirkt, müssen viele Faktoren berücksichtigt werden. Die Larven müssen sich im ersten oder zweiten von fünf Entwicklungsstadien befinden, erklärt Münsters Stadtförster Hans-Ulrich Menke . „Wir sind gerade voll im Einsatz, jetzt ist der perfekte Zeitpunkt.“ Vor allem, da die Schulen und Kitas derzeit noch geschlossen seien.

Kampf gegen Eichenprozessionspinner mit Vögeln, Fallen und Würmern

Update vom 5. Mai, 11.00 Uhr: Der Bauhof Ostbevern (Kreis Warendorf) hat in Zusammenarbeit mit einer Fachfirma damit begonnen, mehrere hundert Eichen mit einem mikrobiologischen Präparat zu besprühen. Außerdem sollen in der Münsterland-Gemeinde Vögel und Fallen gegen den Eichenprozessionsspinner eingesetzt werden.

Update vom 5. Mai, 9.00 Uhr: In Saerbeck versprüht eine Fachfirma ein Bio-Insektizid gegen den Eichenprozessionsspinner, der zu lästigen Folgen führt. Dabei kommen auch Würmer als Gegenmittel zur Geltung. Frühzeitige Bekämpfung scheint auch hier die Maßgabe zu sein.

Update vom 3. Mai, 21.00 Uhr: In Ahlen hat der zertifizierte Schädlingsbekämpfer Steffen Gerlach seine ersten Einsätze gegen den Eichenprozessionsspinner bereits hinter sich. Ab dem dritten Stadium bilden sie bereits ihre Brennhaare aus, die auch für Menschen gefährlich sind. Noch befinden sie sich im Münsterland im Stadium eins und zwei.

 

Eichenprozessionsspinner: Gespräch mit Experten

 

Infoblatt

Hilfe im Kampf gegen die gefährlichen Raupen des Eichenprozessionsspinners bietet ein neuer Leitfaden des NRW-Umweltministeriums. In dem Infoblatt, das es als Download gibt, sind Wissen über den Nachtfalter und seine Bekämpfung gebündelt. Es dient als Hilfestellung für Städte und Kommunen und enthält Empfehlungen und Maßnahmen für Betroffene. Die langen Brennhaare der Raupen, die im Frühjahr schlüpfen, können bei Menschen im Fall eines Kontakts schwere Hautreizungen sowie Atembeschwerden hervorrufen. Die Tiere sitzen oft in Nestern in Eichen, die an warmen, sonnigen Plätzen am Waldrand wachsen. Der Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner wird mit Fallen und dem Entfernen der Gespinstnester durch Spezialfirmen geführt. Auch Pflanzenschutzmittel und Biozide kommen zum Einsatz. In der Natur hat der Falter den Informationen nach einige Vögel und räuberische Käfer als Gegenspieler. Privatleute, die Gespinste im Garten finden, sollten nicht auf eigene Faust dagegen vorgehen, sondern Fachleute beauftragen und das Ordnungsamt informieren. Die 40-seitige Broschüre des NRW-Umweltministeriums enthält auch Empfehlungen für den Fall, dass man mit den haarigen Raupen in Kontakt gekommen ist. Betroffene sollten sofort die Kleider wechseln, versuchen, mit Klebeband Brennhaare von der Haut zu entfernen und anschließend duschen. Bei ausgeprägten Symptomen muss ein Arzt aufgesucht werden. 

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Update vom 3. Mai, 17.00 Uhr: Ladbergens Gemeindeverwaltung geht davon aus, dass der Eichenprozessionsspinner auch in diesem Jahr massiv auftritt. Die jungen Blätter sind für ihn eine Delikatesse . Zu seiner Bekämpfung sind unter anderem Fallen aufgestellt worden, es kommt aber auch ein Biozid zum Einsatz. 

Update vom 30. April, 15.00 Uhr: Der Landesstraßenbetrieb Straßen-NRW ist unterwegs im Einsatz gegen den Eichenprozessionsspinner. Von Fahrzeugen aus werden etwa die Bäume an Radwegen im Münsterland mit einem zugelassenen Biozid besprüht, dessen Ausgangsstoff das Bodenbakterium Bacillus thuringiensis liefert. Die Raupen sollen die besprühten Blätter fressen, erst im Darm der Raupe soll dann der für Menschen und Tiere ungefährliche Stoff seine Wirkung entfalten. Ziel ist, dass die Raupen absterben, bevor sie das für den Menschen gefährliche Lebensstadium erreichen.

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Update vom 29. April, 21 Uhr: Das Wohnungsunternehmen Sahle Wohnen beteiligt sich am Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner. 45 Nistkästen vom Sahle-Wohnen-Kundencenter und seinem Team im Umfeld der Wohnanlagen in Kinderhaus und Gievenbeck aufgehängt. 

Lengerich geht eigenen Weg

Update vom 29. April, 13 Uhr: Die Stadt Lengerich wählt im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner einen anderen Weg als Straßen.NRW und viele andere Kommunen und hängt schwarze Beutel in Bäumen auf, in die die Raupen fallen sollen.

Update vom 29. April, 7 Uhr: Der Allwetterzoo hat sogar einen Helikopter im Einsatz , um in diesem Jahr gegen den Eichenprozessionsspinner gewappnet zu sein. Er wirft über dem riesigen Gelände Insektizide ab.

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Ein Helikopter fliegt über das Gelände des Allwetterzoos und bringt ein biologisches Insektizid aus. Foto: Matthias Ahlke

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