Corona-Ausbruch bei Westfleisch
KAB und Sozialpfarrer fordern: „Arbeitsmigranten besser schützen“

Coesfeld -

Mit Bestürzung reagieren Sozialpfarrer Peter Kossen und die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Bezirksverband Coesfeld auf die Corona-Infektionen in der Coesfelder Großschlachterei.

Freitag, 08.05.2020, 13:55 Uhr aktualisiert: 08.05.2020, 14:00 Uhr
Corona-Ausbruch bei Westfleisch: KAB und Sozialpfarrer fordern: „Arbeitsmigranten besser schützen“
„Der Vorfall in Coesfeld wird nur der Anfang sein“, warnt der Lengericher Sozialpfarrer Peter Kossen. Foto: dpa

Kossen warnt seit Wochen eindringlich vor einer massenweisen Corona-Infizierung von osteuropäischen Arbeitsmigranten in Großbetrieben. Wegen prekärer Wohnverhältnisse und harter Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie befürchtet er eine Vielzahl schwerer Verläufe der Corona-Erkrankung bei den Arbeitern in dieser Branche.

Totalerschöpfung und mangelnden Arbeitsschutz beklagt der engagierte Pfarrer und KAB-Vorstandsmitglied. „Der Vorfall in Coesfeld wird nur der Anfang sein“, warnt Kossen.

Forderung nach besseren Unterkünften

Enge und gesundheitsgefährdende Unterkünfte, in denen mitunter ganze Familien von Arbeitsmigranten mit ihren Kindern leben, verschärfen die Infektionsgefahr. Landesweit müssen, so fordern KAB und Kossen, die Unterkünfte von Saisonarbeitern in der Fleischindustrie und in der Landwirtschaft verstärkt überprüft und konsequent verbessert werden. „Menschenwürdiges Leben und Arbeiten ein Menschenrecht“, betont der katholische Sozialverband KAB.

Die Arbeits- und Lebensbedingungen der in der Fleischindustrie Beschäftigten liefern die Betroffenen und ihre Angehörigen wehrlos einer hochansteckenden und sehr gefährlichen Krankheit aus.

Sozialpfarrer Peter Kossen

Kossen fordert von den Unternehmen und den Behörden schnellstmöglich umfassende und wirksame Maßnahmen zum Schutz der Arbeitsmigranten. „Die Arbeits- und Lebensbedingungen der in der Fleischindustrie Beschäftigten liefern die Betroffenen und ihre Angehörigen wehrlos einer hochansteckenden und sehr gefährlichen Krankheit aus“, so Kossen. Es müsse jetzt sehr schnell gehandelt werden. Sonst könne der Fall Coesfeld schnell nur der Anfang einer massiven Infektionswelle für die Arbeiter sein.

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