Corona-Ausbruch bei Westfleisch
Landrat Christian Schulze Pellengahr muss zurzeit viel Kritik einstecken

Kreis Coesfeld. -

Der Landrat des Kreises Coesfeld, Christian Schulze Pellengahr, sieht mehrere Gründe für die hohe Zahl von Corona-Infektionen bei Westfleisch in Coesfeld: Die Unterkünfte sind eine Möglichkeit, eine andere betreffe den Transport.

Dienstag, 12.05.2020, 21:15 Uhr aktualisiert: 12.05.2020, 21:25 Uhr
In der Schlachtung und Fleischverarbeitung arbeiten viele Menschen aus Osteuropa für Subunternehmen.
In der Schlachtung und Fleischverarbeitung arbeiten viele Menschen aus Osteuropa für Subunternehmen. Foto: NGG/Tobias Seifert

In Kleinbussen werden die Mitarbeiter zur Arbeit gefahren, nicht immer seien vielleicht Abstände und Maskenpflicht eingehalten worden. Ein wesentlicher Punkt betreffe das Hygienekonzept von Westfleisch. Es sei im Vorfeld mit den Behörden besprochen worden und schlüssig gewesen.

„Es wäre falsch zu sagen, dass sich Westfleisch keine Gedanken gemacht hätte“, betont der Landrat. Aber: „Das beste Arbeitsschutz- oder Hygienekonzept nützt aber nichts, wenn es nicht eingehalten wird.“ Das stellte dann das Amt für Arbeitsschutz bei der Bezirksregierung fest. Und nicht zu vergessen, sagt der Landrat: „Wir haben es mit einem hochinfektiösen Virus zu tun.“ Eine Unachtsamkeit kann reichen, alles zusammen könnte zu den hohen Zahlen an Infizierten geführt haben.

Eine Schließung muss rechtmäßig ablaufen.

Christian Schulze Pellengahr

Hätte der Betrieb eher geschlossen werden müssen? Schulze Pellengahr winkt ab. „Das macht man nicht mal eben so“, sagt er. „Eine Schließung muss rechtmäßig ablaufen.“

In den letzten Tagen landeten in seinem Postfach hunderte Emails. Einige voller Wut, Vorwürfe und Forderungen über das, was da passiert ist. Es ist ein Skandal für viele Bürger aus dem Kreis Coesfeld und besonders aus Coesfeld. „Die Menschen tun mir so leid“, sagt eine Frau. „Es ist alles unglaublich.“ Schulze Pellengahr musste sich viel Kritik anhören, sogar, dass er untergetaucht sei. Das sei er nicht, betont er. „Es gibt aber keine einfachen Antworten.“

Inzwischen haben die Behörden einen Großteil der Unterkünfte der Mitarbeiter überprüft, die überwiegend aus Osteuropa stammen und über Subunternehmen in Coesfeld, Rosendahl, Dülmen, Nottuln verteilt sind. „Überwiegend stellten sie keine gravierenden Mängel fest“, so der Landrat. Zugleich betont er, dass die Behörden die Bilder von Unterkünften, die über Medien gezeigt wurden, „sehr ernst nehmen. Wir prüfen das weiter“.

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