Verband
Campingplatzbetreiber registrieren erhöhte Nachfrage

Münsterland -

"Anfragen wie am Fließband": Im Münsterland gibt es vor dem Feiertagswochenende einen Ansturm auf die Campingplätze. Doch ganz uneingeschränkt ist die „große Freiheit“, die der Branche anhaftet, in Corona-Zeiten nicht. 

Dienstag, 19.05.2020, 06:30 Uhr aktualisiert: 19.05.2020, 18:37 Uhr
Viele Campingplatzbetreiber
Viele Campingplatzbetreiber Foto: imago

Endlich wieder gute Nachrichten aus einer Tourismusbranche: „Das ist der Wahnsinn“, kommentierte Mario Weller , Vizepräsident des Fachverbandes der Freizeit- und Campingunternehmer in NRW den Ansturm auf die Campingplätze vor dem Feiertagswochenende. Weller richtete dabei den Blick über den eigenen Betrieb am münsterischen Werseufer hinaus auf die rund 130 Mitgliedsunternehmen des Verbandes.

Die Plätze seien so gut wie ausgebucht, schilderte Weller. „Bei uns gehen täglich an die 200 E-Mail-Anfragen ein, plus zahllose Telefonate.“ Nachdem bereits Mitte April die ersten Lockerungen zunächst für Dauergäste erfolgten, seien nun auch die Tagesgäste wieder auf den Plan gerufen. Weller: „Wir registrieren eine Flut an Interessenten. Es ist irre, was da abgeht. Und das ist landesweit so, wir können uns kaum noch retten. Die Leute konnten bis zur vergangenen Woche ja nicht planen.“

Mehr Sicherheit in der Corona-Krise

Ganz uneingeschränkt ist die „große Freiheit“, die der Campingbranche gemeinhin anhaftet, in Zeiten der Corona-Krise natürlich nicht. Abstandsregelung, Hygienemaßnahmen und Maskenpflicht bestehen in allen öffentlichen Gebäuden auf den Campingplätzen selbstverständlich weiter, schilderte Weller – also beispielsweise in Sanitäreinrichtungen, Gaststätten und Rezeptionen. „Wir regen an, dass die Gäste weitgehend die Sanitäreinrichtungen in den eigenen Fahrzeugen benützen, um den Andrang auf den Plätzen etwas zu entzerren“, sagte Weller.

Zum regelrechten Ansturm komme es auch aus nachvollziehbaren Gründen, betonte der Verbandsvorsitzende: „Die Leute wollen nicht mehr weit weg fahren, sie wollen im eigenen Bundesland bleiben“, schloss Leo Ingenlath aus vielen Gesprächen. In der Corona-Krise wollten sie mehr Sicherheit. Dazu gehörten auch Camper, die normalerweise in die Niederlande oder nach Belgien fahren, jetzt aber auf Campingplätze in Nordrhein-Westfalen umschwenken, sagte der Vorsitzende. Buchungsanfragen kämen „wie am Fließband rein“.

Betriebe vor dem Neustart

Für die Branche, betonte Weller, sei die Nachfrage nach freien Plätzen nun ein positives Signal. „Wir hatten natürlich auch große finanzielle Einbußen, weil das Ostergeschäft komplett und auch das Wochenende über den Mai-Feiertag weggebrochen ist.“ Kurzarbeit bei den Beschäftigten könnte vom kommenden Wochenende an wohl aufgehoben werden.

Neben den Campingplatzbetreibern in Nordrhein-Westfalen registrieren auch Hotels und Pensionen in NRW eine verstärkte Nachfrage. Seit Montag dürfen auch diese wieder Touristen begrüßen. Nach wochenlangem Stillstand in der Corona-Krise haben sich die Betriebe auf einen Neustart vorbereitet, hieß es.

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