Familie Tegtmeier aus der Klima-Kita St. Mariä Himmelfahrt setzt auf E-Mobilität
Klimafreundlich unterwegs

Greven -

So eine Klima-Kita färbt ab – oder umgekehrt. Ein Besuch bei der Familie Tegtmeier, die sehr bewusst mit Energie umgeht.

Samstag, 23.05.2020, 08:33 Uhr aktualisiert: 23.05.2020, 08:40 Uhr
Wenn der Vater mit dem Sohne … E-Auto fährt: Klima-Kita-Kind Erik und sein Papa sind große Fans der E-Mobilität mit Ökostrom aus der Steckdose.
Wenn der Vater mit dem Sohne … E-Auto fährt: Klima-Kita-Kind Erik und sein Papa sind große Fans der E-Mobilität mit Ökostrom aus der Steckdose. Foto: Pia Weinekötter

Manchmal kann Erik ganz schön sauer werden. Wenn der Vierjährige aus der Sonnen-Gruppe der Klima-Kita St. Mariä Himmelfahrt beim Spaziergang oder bei der Radtour unterwegs Müll findet, ist er wütend und fassungslos: „Ich mag nicht, dass so viel Müll rumliegt!“

„Erik sammelt den Müll wie Plastikverpackung oder ähnliches dann auf“, erklärt seine Mutter Vera Tegtmeier , „bei jedem Spaziergang haben wir eine Tüte und zwei Stöcke dabei, so dass er den Müll wie beim Essen mit chinesischen Stäbchen aufsammeln kann.“

Doch das ist nicht das Einzige, was sich im Haushalt der Familie Tegtmeier geändert hat, seitdem Erik in die Klima-Kita an der Grabenstraße geht. „Wir haben zwar vorher schon viel auf Umweltverträglichkeit und Ökologie geachtet, aber inzwischen ist das Bewusstsein nochmals geschärft“, erklärt Vera Tegtmeier, die auch Mitglied im Elternbeirat ist.

Ein großer Kräutergarten, ein Gemüse-Gewächshaus, energetische Neuerungen am 60er Haus wie neue Fenster oder auch Heizungsthermostatregler sind nur ein paar „grüne“ Aspekte.

Auch bei der Suche nach der geeigneten Kita für Erik und demnächst auch für seinen jetzt zweijährigen Bruder Joris spielte der Umweltaspekt eine große Rolle. Die Sonderpädagogin, die beratend im Kreis Steinfurt tätig ist, und ihr Mann Dirk haben sich St. Mariä Himmelfahrt diesbezüglich auch genau angesehen.

Ein Kriterium war auch das Konzept „Natur schafft Wissen“ mit seinen vielen naturnahen, ökologischen und immer wieder spielerischen Aspekten. „Was mich aber auch an der Kita begeistert hat, war das Porzellan-Geschirr“, schmunzelt die Förderschullehrerin, „zuhause benutzen wir Plastik-Teller auch nur für Knete oder mal beim Picknick.“

Ein weiteres Ziel, das der Vierjährige sehr konsequent verfolgt, ist das Strom sparen: „Ich mache immer das Licht aus!“ Dieses Ziel verfolgt er manchmal sogar zu intensiv, denn „dann sitze ich plötzlich im Dunkeln“, lacht seine Mutter.

Dafür gefällt dem Sohnemann allerdings eine andere Energie-Spar-Quelle umso besser: „Papas E-Auto!“ Als der Service-Leiter von einem Grevener zu einem Münsteraner Autohaus wechselte und ein Dienstwagen nicht mehr zur Verfügung stand, stellte sich für Dirk Tegtmeier schnell die Frage nach einem E-Fahrzeug.

„Mein täglicher Arbeitsweg ist mit 65 Kilometern ideal für ein E-Fahrzeug.“ Und als es neben der Prämie des Herstellers auch noch einen Zuschuss des Arbeitgebers gab, war die Entscheidung für den e-Up gefallen.

„Beim Abholen in der Autostadt Wolfsburg musste ich ja zwischenzeitlich einmal laden: und das hat mich dann letztendlich doch einen Umweg von 30 Kilometern gekostet, da an den ersten beiden Tankstellen die Ladestationen defekt waren“, räumt Papa Dirk die Grenzen des E-Autos ein, „beim Ausbau des Lade-Netzes wie auch bei der Schnelligkeit des Ladens ist noch Luft nach oben.“

Getankt wird seitdem Öko-Strom am hauseigenen Anschluss: „für eine etwa 70- bis 80-prozentige Aufladung benötigt man ungefähr zwölf Stunden.“ Eine Wall-Box mit Schnell-Lade-Funktion soll deshalb demnächst installiert werden. „Dann kann man auch spontaner handeln und muss außergewöhnliche Fahrten aufgrund der langen Ladezeit nicht lange im Voraus planen.“

Trotzdem räumt Mama Vera ein, dass es gut ist, mit dem Familien-Caddy zusätzlich ein zweites großes Fahrzeug mit Verbrennungsmotor zu haben: „In den Familien-Urlaub fahren wir nämlich nicht mit dem E-Up, denn dafür ist der Kofferraum wirklich zu klein.“ Aber wenn Papa Dirk morgens vor der Arbeit erst Joris zur Tagespflege und dann Erik zur Kita bringt, ist der Sohnemann schon sehr stolz auf Papas E-Auto.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7420214?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F
Nachrichten-Ticker