Sendenhorster beklagt „widersinnige Mähwut“
Verkehrssicherheit geht vor

Sendenhorst -

Sie ist dem pensionierten Sendenhorster Tierarzt Dr. Karl-Ernst Grau schon seit geraumer Zeit ein Dorn im Auge, die nach seinen Worten „widersinnige, Artenreichtum vernichtende Mähwut“ in und um Sendenhorst. Doch die Stadt erklärt, dass das Mähen von Straßenrandstreifen unumgänglich ist.

Montag, 25.05.2020, 21:49 Uhr aktualisiert: 27.05.2020, 16:30 Uhr
Mähen, oder nicht mähen? Das ist die Frage, über die sich Verwaltung und Dr. Karl-Ernst Grau nicht einig werden.
Mähen, oder nicht mähen? Das ist die Frage, über die sich Verwaltung und Dr. Karl-Ernst Grau nicht einig werden. Foto: Annette Metz

Sie ist dem pensionierten Sendenhorster Tierarzt Dr. Karl-Ernst Grau schon seit geraumer Zeit ein Dorn im Auge, die nach seinen Worten „widersinnige, Artenreichtum vernichtende Mähwut“ in und um Sendenhorst. Als vor einiger Zeit in dieser Zeitung über die Anlage von Blühgrundstücken durch die Naturfördergesellschaft vor Ort berichtet wurde, sah sich Dr. Grau erneut in Sendenhorst um. Es sei ein lobenswertes Unterfangen. Aber was seien vergleichsweise „briefmarkengroße Fläche gegen die Flächen, die jetzt wieder in und um Sendenhorst gemäht werden?“. Dem NABU sei das Problem auch bekannt, aber bei den Behörden stoße man auf taube Ohren. „Eine widersinnige, kostenintensive Mähwut zu einem Zeitpunkt, über den ich mir nicht sicher bin, dass er umweltrechtlich erlaubt ist“, meint Grau. „Das Mähen an den Wegesrändern und auch größerer Flächen in unseren Bauerschaften und an Rad-und Wanderwegen ist für mich auch nicht relevant für eine höhere Verkehrssicherheit.“

Dem widerspricht der Leiter des städtischen Umweltamtes, Wolfgang Huth. Er habe Verständnis für diese Einstellung aus Naturschutzsicht. Doch sei die Verkehrssicherheit da höher zu bewerten. Nicht nur an den sogenannten Sichtdreiecken, auch auf gerader Strecke könnten hohe Gräser die Gefahr etwa bei Wildwechsel verschärfen. In den Mähkonzepten geben man sich schon Mühe, nicht alles gleichzeitig kurz zu halten. Doch wann gemäht, wird werde nach Höhe der Gräser entschieden, so Huth. Ja, das sei aus Sicht des Umweltschutzes „blöd, aber nicht zu ändern.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7423331?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F
Nachrichten-Ticker