Waldbauern exportieren Fichten nach China
Fichten für Fernost

Münsterland -

Weil der Borkenkäfer weiter wütet, müssen Waldbesitzer mehr Fichten fällen, als sich hierzulande verkaufen lassen. Längst wird ein Viertel des Einschlags nach China verschifft – Tendenz steigend. Aber ist das ein lohnendes Geschäft?

Freitag, 05.06.2020, 19:45 Uhr aktualisiert: 05.06.2020, 19:52 Uhr
Immer mehr Fichten werden in Container verladen und machen sich auf die Reise nach China.
Immer mehr Fichten werden in Container verladen und machen sich auf die Reise nach China. Foto: Wald und Holz NRW, Marcus Teuber

Die nächste Fichte fällt, doch die Lagerplätze sind gefüllt: Der Borkenkäfer bringt die Forstwirtschaft weiter in Bedrängnis. Rund 13 Millionen Festmeter Fichtenholz mussten 2019 alleine in den Wäldern des Landesbetriebs Wald und Holz wegen des Käferbefalls gefällt werden – im Vorjahr waren es nicht mal zwei Millionen. Der Markt ist geflutet, der Absatz in Gefahr – deshalb wird mehr und mehr Holz nach China verschifft. 2019 waren es 25 Prozent des Fichteneinschlags.

„China braucht Bauholz“, erklärte Andreas Voß , Teamleiter Holzvermarktung, Logistik und Transport bei Wald und Holz NRW, am Freitagmorgen bei einer Pressekonferenz, die aus Corona-Schutzgründen erstmals per Videokonferenz abgehalten wurde. Fichte sei in Fernost sehr gefragt, um etwa Dachstühle zu fertigen.

Und so schickte alleine der Wald-Landesbetrieb 2019 rund 300 000 Festmeter Fichtenholz nach Asien, zumeist passend gesägt auf containertaugliche 11,80 Meter und sorgsam verladen in rund 10 000 Container. Nimmt man die Exporte von privaten Waldbesitzern hinzu, gehen die Experten von rund einer Million Festmetern aus, die 2019 auf die 20 000-Kilometer-Seereise gingen. Dabei ist der Transport vergleichsweise günstig: Viele Container kommen zwar voll aus Fernost – reisen aber oft leer zurück.

Der Export sei „kein gewinnbringendes Modell“, erläuterte Andreas Voß von Wald und Holz bei einer Video-Pressekonferenz.

Der Export sei „kein gewinnbringendes Modell“, erläuterte Andreas Voß von Wald und Holz bei einer Video-Pressekonferenz. Foto: Jürgen Christ

Rund 12 Millionen Euro Umsatz machte Wald und Holz damit im vergangenen Jahr. Trotzdem betont Vermarkter Voß: „Das ist kein gewinnbringendes Modell.“ Die Erlöse deckten die Kosten nur so gerade. Der Exportanteil werde zwar 2020 auf weit über 30 Prozent steigen – ein dauerhaftes Geschäft sei das dennoch nicht.

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