Flächendeckende Versorgung „nicht sicher“
Weniger Apotheken – mehr Patienten

Münster -

Die flächendeckende Versorgung durch Apotheken ist in den kommenden Jahren in Westfalen-Lippe nicht gesichert. Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts Arbeit und Technik (IAT), die der Apotheker­verband Westfalen-Lippe (AVWL) in Auftrag gegeben und am Montag vorgestellt hat. 

Montag, 22.06.2020, 20:30 Uhr aktualisiert: 22.06.2020, 20:40 Uhr
Flächendeckende Versorgung „nicht sicher“: Weniger Apotheken – mehr Patienten
(Symbolbild) Foto: Ole Spata

Wie es in einer Pressemitteilung heißt, steige auf der einen Seite die Zahl der älteren Patienten sowie der Arzneimittelbedarf in den kommenden Jahren weiter, während ein großer Teil der Apothekeninhaber kurz vor dem Ruhestand stehe.

Eine Apotheke in Westfalen-Lippe werde im Jahr 2040 durchschnittlich 257 ältere Patienten mehr zu versorgen haben, die Zahl der Arzneimittel-Tagesdosen um 500 Millionen ansteigen. Das seien zwölf Prozent mehr.

Mehr Apotheker ausbilden

Den höchsten Anteil älterer Apothekeninhaber verzeichnen derzeit in Westfalen-Lippe die Kreise Lippe (40,3 Prozent), Hochsauerland (39,3) sowie Paderborn (38,2). Die Zahl der Bürger über 60 werde in den kommenden Jahren am stärksten zunehmen in den Kreisen Steinfurt um 45 000, Borken 38 000 und Gütersloh 35 000. Um das aktuelle Versorgungsniveau zu halten, werde im Kreis Gütersloh eine Apotheke 500 Patienten zusätzlich zu versorgen haben, im Kreis Borken 451, im Kreis Steinfurt 424.

„Um die Versorgung in Westfalen-Lippe zu sichern, müssen wir mehr Apotheker an den Hochschulen aus­bilden“, fordert Klaus Michels, AVWL-Vorstandsvorsitzender.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7463088?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F
Nachrichten-Ticker