„Volksbank Münsterland Nord“
Der erste Schritt: Münster für Fusion

Münster -

Münster soll der Hauptsitz einer der größten regionalen Genossenschaftsbanken Deutschlands werden. 280.000 Kunden würden von der „Volksbank Münsterland Nord“ betreut. Für die Münsteraner würden sich die Kontodaten ändern.

Dienstag, 21.07.2020, 21:40 Uhr aktualisiert: 21.07.2020, 21:54 Uhr
„Volksbank Münsterland Nord“: Der erste Schritt: Münster für Fusion
Das Gebäude an der Neubrückenstraße soll Hauptsitz der "Volksbank Münsterland Nord" werden. Foto: Matthias Ahlke (Archivbild)

Die Vereinigte Volksbank Münster geht voran: Die Mitgliedervertreter haben am Dienstagabend unter Einhaltung strenger Corona-Abstandsregeln in der Halle Münsterland mehrheitlich ihre Zustimmung zum Zusammenschluss mit der VR-Bank Kreis Steinfurt und Volksbank Greven rückwirkend zum 1. Januar 2020 gegeben. 93,7 Prozent der rund 130 Vertreter in der Halle Münsterland votierten dafür.

Geht es nach den Münsteranern, entsteht mit der „Volksbank Münsterland Nord“ eine der führenden regionalen Genossenschaftsbanken in Deutschland, so Vorstandssprecher Gerhard Bröcker . Das ins Auge gefasste Geschäftsgebiet umfasst neben der Stadt Münster auch den Kreis Steinfurt und Teile des Kreises Warendorf.

Fusion bereits im September

Wenn im Laufe dieser Woche ebenfalls mindestens drei Viertel der Mitgliedervertreter bei den anstehenden Versammlungen in Greven und Rheine zustimmen, soll der Zusammenschluss der drei Genossenschaftsbanken juristisch zum 1. September 2020 eingetragen werden. Die technische Fusion ist dann bereits für den 4. September vorgesehen.

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Die Karte zeigt das Geschäftsgebiet einer „Volksbank Münsterland Nord“ mit Hauptsitz in Münster. Die Tabelle (unten links) nennt die Rahmendaten der (v.l.) VR-Bank Kreis Steinfurt, Volksbank Greven, Vereinigten Volksbank Münster und einer fusionierten Großbank. Foto: Grafik: Jürgen Christ

Für die Volksbank-Kunden in Münster ändern sich Kontodaten – ansonsten soll die Fusion wenig Auswirkungen vor Ort haben, auch wenn die VR-Bank Kreis Steinfurt mit Sitz in Rheine als größeres Geldinstitut formal die übernehmende Bank wäre.

Juristischer Hauptsitz einer neuen „Volksbank Münsterland Nord“ soll das Bankhaus an der Neubrückenstraße in Münster sein. Dort sollen die fünf Zentralvorstände ihren Sitz haben. Vorstandssprecher soll Gerhard Bröcker (früher Volksbank Telgte) werden, der die gleiche Position bereits bei der bisherigen Vereinigten Volksbank Münster innehat.

Von Hopsten bis Drensteinfurt

Das Geschäftsgebiet des neuen Banken-Riesen reicht von Hopsten bis Drensteinfurt und von Steinfurt bis Freckenhorst. Das Kundengeschäftsvolumen läge bei 14,2 Milliarden Euro, 280 000 Kunden, davon 117 000 aus Münster und dem östlichen Münsterland, würde die „Volksbank Münsterland Nord“ haben.

Betreut würden sie von mehr als 1000 Mitarbeiter in knapp 50 Filialen. Unmittelbare Filialschließungen soll der Zusammenschluss nicht zur Folge haben, heißt es, gleichwohl ist davon auszugehen, dass das Zweigstellennetz im neuen Geschäftsgebiet in den kommenden Jahren überprüft wird. Nach Informationen unserer Zeitung seien auch fusionsbedingte Kündigungen ausgeschlossen worden. Allerdings sollen Stellen, die altersbedingt frei werden, nicht wieder neu besetzt werden, ist zu hören.

Solides Wachstum trotz Negativzinsen

Die Bilanz 2019 der Vereinigten Volksbank Münster weist trotz der für Geldinstitute herausfordernden Negativzinsen ein solides Wachstum aus. „Das zeigt sich bei der Steigerung der Bilanzsumme um 204 Millionen Euro auf 2726 Millionen Euro, dem betreuten Kundengesamtvolumen, das ein Plus von 10,9 Prozent auf 3474 Millionen Euro aufweist, sowie dem Kundengesamtkreditgeschäft. Hier sind wir um 5,6 Prozent auf 2756 Millionen Euro gewachsen“, sagte Bröker.

Der Vorstandssprecher warb für den Zusammenschluss auch wegen der guten Zahlen nach der Fusion der Volksbanken aus Münster und Telgte im Jahr 2014. Eine „Volksbank Münsterland Nord“ sei für die zu erwartende Kreditrisikoentwicklung als volkswirtschaftliche Folge der Covid-19-Pandemie mit einem Eigenkapital von 625 Millionen Euro gut ausgestattet.

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