Rückkehr zum Alltag
Land gibt Kitas Handhabe für laufende Kindernasen

Düsseldorf -

Eltern von kleinen Kindern können ab dem 17. August wieder mit einem normalen Betrieb in den Kitas rechnen. Dann soll wieder der gewohnte Betreuungsumfang gelten, die Kleingruppen werden auf­gelöst, Erzieherinnen und Erzieher können wieder ihre pädagogischen Konzepte umsetzen, wie Familienminister Joachim Stamp (FDP) am Dienstag in Düsseldorf ankündigte.

Dienstag, 28.07.2020, 19:54 Uhr aktualisiert: 28.07.2020, 19:57 Uhr
Ab dem 17. August sollen die Kitas in NRW wieder öffnen. Dazu gab es jetzt erste Verfahrenshinweise.
Ab dem 17. August sollen die Kitas in NRW wieder öffnen. Dazu gab es jetzt erste Verfahrenshinweise. Foto: dpa

Fünf Tage nach den Schulen starten auch die Kitas in NRW in den Regel-betrieb. Ab dem 17. August können die Kinder wieder in ihren gewohnten Gruppen spielen. Die Rückkehr in einen Kita-Alltag wie vor Beginn der Corona-Pandemie erscheine angesichts der aktuellen Entwicklung angemessen, begründete NRW-Familienminister Joachim Stamp ( FDP ) seine nach Gesprächen mit Trägern, Eltern, Gewerkschaften und Medizinern getroffene Entscheidung. „Jedem muss aber klar sein, es ist ein Regel­betrieb unter den Bedingungen der Pandemie“, sagte er. Diese Rückkehr zum normalen Kita-Alltag bleibe ab­hängig von der Entwicklung der Corona-Infektionen. „Es kann immer zu erneuten Einschränkungen kommen.“

Um den Kitas Zeit für die Umstellung zu geben, sollen sie die neuen Bedingungen erst zeitversetzt nach Ferienende umsetzen. Der Verband Bildung und Er­ziehung kritisierte dennoch: „Das wird knapp.“

Mini-Quarantäne

Stamp stellte auch klar, wie die Kitaleitungen mit verschnupften Kindern umgehen sollen: Wenn die Nase von Kindern läuft, sollen Eltern sie 24 Stunden zu Hause beobachten. Sofern es „nur ein Mini-Rotz“ ohne weitere Symptome sei, könnten die Kinder nach dieser Mini-Quarantäne ohne ärztliches Attest zurück in die Kita. ­Sobald Husten und andere Anzeichen hinzukommen, seien Kinder von der Betreuung ausgeschlossen, sagte Stramp. „Kranke Kinder gehören nicht in die Kita, das war schon vor Corona so.“ Mit dieser Regelung seien Herbst und Winter zu bestehen. Kinder mit nicht ansteckenden Krankheiten, die an Asthma, Heuschnupfen oder Allergien leiden, seien nicht betroffen.

Zugleich sicherte Stamp den Erzieherinnen und Erziehern zu, sie könnten sich freiwillig bis zu den Herbstferien alle 14 Tage auf Corona testen lassen. Alle verfügbaren Zahlen zeigten keine besondere Infektionsgefahr in den Kitas. Es gebe Einzelfälle, aber keine Infektionsketten, berichtete der Minister. Wenn es dazu komme, könne das örtliche Gesundheitsamt eine Einrichtung schließen. Er rechne damit, dass dies „in Einzelfällen passieren wird“. Sofern der Kitaleitung auffalle, dass Familien sich nach dem Urlaub in einem Risikogebiet nicht an die Quarantäneregeln halten, solle sie das Gesundheitsamt einschalten. „Alle, die sich nicht an die Regeln halten, gefährden auch unsere Kitas und die frühkindliche Bildung.“

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