Wetterprognose
37 Grad und tropische Nächte im Münsterland

Münster -

Auf das Münsterland kommen am Ende der Sommerferien heiße Tage und tropische Nächte zu. Die Hitzewellen bringt einige Gefahren mit sich.

Mittwoch, 05.08.2020, 12:45 Uhr aktualisiert: 05.08.2020, 12:47 Uhr
Wetterprognose: 37 Grad und tropische Nächte im Münsterland
Sonne satt wird in den nächsten Tagen im Münsterland erwartet. Die Wiesen am Dortmund-Ems-Kanal in Münster werden dann wahrscheinlich wieder voll werden. Foto: Oliver Werner (Archiv)

Hoch „Detlef“ sei Dank: Bereits am Mittwoch wird in Münster die 30-Grad-Marke geknackt. Es ist der Beginn einer Hitzewelle, die mindestens bis Mitte nächster Woche andauert. Am heißesten Tag wird es laut Prognosen des Wetterkontors am Samstagnachmittag. Höchsttemperaturen von bis zu 37 Grad werden erwartet. 

Und auch zu Beginn der nächsten Woche liegen die Höchsttemperaturen demnach bei 34 bis 35 Grad. „Das haben wir ehrlich gesagt gar nicht mehr erwartet“, sagt Jürgen Schmidt , Meteorologe bei dem Wetterdienst. Schließlich seien die Temperaturen in den letzten beiden Monaten eher niedrig gewesen. Am 31. Juli stieg das Thermometer im Münsterland zum ersten Mal in diesem Jahr über die 30-Grad-Marke.

Nachts nicht unter 20 Grad

Die Hitzewelle beschert den Münsterländern den Prognosen zufolge ab dem Wochenende auch tropische Nächte, die Temperaturen sinken also nicht mehr unter 20 Grad. Wie es ab nächstem Mittwoch, dem Tag des Schulstarts in Nordrhein-Westfalen, weitergehe, lasse sich noch nicht genau sagen, berichtet Schmidt, „vielleicht gibt es ja sogar Hitzefrei am ersten Schultag".

Hohe Waldbrandgefahr

Dabei bleibe es voraussichtlich trocken, berichtet Schmidt, auch die Gewitterwahrscheinlichkeit sei gering. Durch die anhaltende Trockenheit steigt die Waldbrandgefahr ab Donnerstag in großen Teilen des Münsterlandes auf die vierte von fünf Gefahrenstufen.

Der Sonnenschein bringt erhöhte UV-Strahlung und Ozonwerte mit sich. Ausreichender Sonnenschutz ist also angebracht, Sport sollte man nach Möglichkeit „lieber in die Abend- oder Morgenstunden verlegen“, empfiehlt Schmidt.

Hitze-Mythen auf dem Prüfstand: Von Mittagshitze und Zugluft

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  • Hochsommer, Deutschland schwitzt bei Temperaturen weit jenseits der 30-Grad-Marke. Weil es so heiß ist, gilt es im Alltag vieles zu beachten: Mehr zu trinken zum Beispiel wird empfohlen, und die Blumen besser morgens als nachmittags zu gießen. Manche Weisheit entpuppt sich allerdings als Mythos. Ein Faktencheck.

    Foto: Patrick Seeger
  • Stimmt es eigentlich, dass . . .

    . . . es mittags am heißesten ist?

    Fragt man beim Deutschen Wetterdienst nach der „Mittagshitze“, ist die Antwort klar: „Das ist kein meteorologischer Begriff“, sagt Sprecher Andreas Friedrich. Hitze sei streng genommen alles über 30 Grad, entsprechend könne es mittags auch mal Hitze geben. Die eine „Mittagshitze“ gebe es aber nicht. Die Messstationen registrierten den heißesten Zeitpunkt des Tages in der Regel zwischen 16 und 17 Uhr. Dann hat die Sonne den Boden maximal erwärmt, mit sinkendem Sonnenstand fallen anschließend die Temperaturen wieder. Man könnte also eher von einer „Feierabendhitze“ sprechen.

    Foto: Bodo Marks
  • . . . man abends nicht joggen gehen sollte?

    Jein. Hintergrund für diese gelegentlich ausgesprochene Empfehlung sind hohe Ozonwerte in der Luft. Das farblose, giftige Gas kann die Atemwege reizen, erläutert das Umweltbundesamt. Da die Werte im Sommer meist am Nachmittag am höchsten sind, rät die Behörde zum Beispiel Asthmatikern, zu dieser Tageszeit körperliche Aktivitäten im Freien zu vermeiden. Bei gesunden Menschen hält es Prof. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule in Köln so: Wer kann, geht besser schon früh morgens joggen. Und wer das nicht kann, joggt besser am Abend als gar nicht. Nur herumzusitzen sei gefährlicher, sagt er.

    Foto: fotolia
  • . . . Zugluft schädlich ist?

    Wenn Luft über verschwitzte Haut streift, entsteht Verdunstungskälte. Die Körperoberfläche wird also gekühlt. Das ist bei Hitze erst mal angenehm. Allerdings kann sich dadurch die darunterliegende Muskulatur verspannen, erklärt Hans Michael Mühlenfeld, Vorsitzender des Hausärzteverbandes Bremen. Mögliche Folgen sind ein steifer Nacken oder auch Kopfschmerzen. Alternativ kühlen feuchte Lappen oder Fußbäder, empfiehlt Sabine Gehrke-Beck, Allgemeinmedizinerin an der Berliner Charité.

    Foto: Erwin Wodicka
  • . . . man beim Blumengießen kein Wasser auf die Blätter gießen soll?

    Es heißt zwar, dass Wassertropfen auf den Pflanzen in der Sonne wie Brenngläser wirken – die Blätter verbrennen also eher, wenn man das Gießwasser über sie gießt. Isabelle Van Groeningen von der Königlichen Gartenakademie in Berlin sagt jedoch: „Ich halte den Tipp für übertrieben. Den meisten Pflanzen macht das nichts aus.“ Nur jene mit wolligen und filzigen Blättern wie der Wollziest litten darunter – „sie sind dafür konzipiert, in Trockenheit zu leben.“

    Foto: colourbox
  • . . . Smartphones unter der Hitze leiden?

    Kann sein. Manches Smartphone mag Sonnenstrahlung und Hitze gut überstehen, bei anderen kommt es zu Beeinträchtigungen – zum Beispiel am Akku, der laut dem TÜV Süd schon ab einer Temperatur von 35 Grad Schaden nehmen kann. Das äußert sich in geringerer Leistung, kürzerer Lebensdauer, Kurzschlüssen oder – schlimmstenfalls – durch einen Akkubrand. Auch die Pixel im Display können durch Hitze und direkte Sonneneinstrahlung Schaden nehmen. Die Folgen sind dann zum Beispiel Darstellungsstörungen oder blinde Flecken. Moderne Smartphones schalten sich bei zu großer Hitze auch von selbst ab oder zeigen einen Hinweis an – spätestens dann gehört das Gerät in den Schatten.

    Foto: colourbox
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