Mit Schreckschusswaffen Geld gefordert
Knapp 50 Angreifer nehmen Imbissbude in Reken auseinander

Klein Reken -

Rund 50 Männer sollen am Sonntagabend einen Imbissbetrieb im Kreis Borken beschädigt und einen Verwandten des Betreibers verletzt haben. Das Polizeipräsidium Münster hat die Ermittlungen übernommen.

Montag, 10.08.2020, 12:58 Uhr aktualisiert: 10.08.2020, 18:30 Uhr
Mit Schreckschusswaffen Geld gefordert: Knapp 50 Angreifer nehmen Imbissbude in Reken auseinander
Nach der Attacke hängt im Rahmen eines zerstörten Fensters ein Stuhl. Der Platz zwischen Haus und völlig malträtierter Wagen ist mit Scherben übersät. Foto: Polizei Borken

Knapp vier Dutzend Personen“ haben am Sonntagabend mitten in Klein Reken (Kreis Borken) ein Restaurant mit Schlagwerkzeugen und Gullydeckeln verwüstet. Das berichten Staatsanwaltschaft und Polizei am Montag. Demnach soll ein unbekannter Mann bereits gegen 19 Uhr den Imbiss betreten und von einem 26-jährigen Angestellten Geld gefordert haben.

Gute zwei Stunden später sollen dann mehrere Fahrzeuge vorgefahren und die Angreifer ausgestiegen sein. Sie sollen einen 53-jährigen Familienangehörigen des 21-jährigen türkischen Imbiss-Betreibers verletzt haben. Der Mann kam mit einer Kopfverletzung ins Krankenhaus. Er schwebt nicht in Lebensgefahr. Den Ermittlern zufolge sollen die Täter „ihren Forderungen mit der Abgabe von Schüssen aus Schreckschusswaffen Nachdruck verliehen“ haben. Danach seien Täter, Zeugen und Geschädigte geflüchtet, schreiben Staatsanwaltschaft und Polizei.

Drei Verdächtige wurden festgenommen. Eine Sprecherin der Polizei berichtet, dass einer der Festgenommenen in einem Auto im Bereich Coesfeld aufgegriffen wurde. Zwei weitere Verdächtige hätten sich in Duisburg der Polizei gestellt. Bei den Männern handelt es sich um zwei russische und einen deutschen Staatsangehörigen. Ferner hat die Polizei bei der Fahndung Zeugen und Geschädigte in einem Auto angetroffen. Wo genau, sagt die Sprecherin nicht.

Vor dem Imbiss hat die Polizei einen stark beschädigten BMW mit Duisburger Kennzeichen sowie Patronenhülsen, die wohl aus einer Schreckschusswaffe abgefeuert wurden, sichergestellt. Der beschädigte BMW sei „wahrscheinlich“ den Tätern zuzuordnen, so die Sprecherin.
„Die Hintergründe der Tat sind unklar“, wird Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt in der Pressemitteilung zitiert. Ob die geforderte Geldzahlung im Zusammenhang mit dem Betrieb des Imbisses stünden, sei Gegenstand der Ermittlungen.

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