Betrug am Telefon
Polizei warnt vor falschen Bank-Mitarbeitern

Kreis Borken -

Dass Betrüger am Telefon versuchen, mit manipulierenden Tricks Geld zu erbeuten, ist nichts Neues. Doch die Masche, die jetzt im Kreis Borken angewandt wurde, ist laut Polizei besonders „perfide“. Denn der Anruf scheint tatsächlich von der zuständigen Bankfiliale zu kommen.

Donnerstag, 15.10.2020, 09:10 Uhr aktualisiert: 15.10.2020, 09:12 Uhr
Betrug am Telefon: Polizei warnt vor falschen Bank-Mitarbeitern
Mittels Spoofing gaukeln Betrüger vor, dass sie von der Bankfiliale vor Ort anrufen. Foto: dpa

Die Polizei Borken warnt vor einer „perfiden Betrugsmasche“, bei der falsche Bank-Mitarbeiter versuchen, telefonisch Geld zu erbeuten. Für den Angerufenen besonders schwer zu durchschauen: Im Display der Opfer erscheint, so berichtet die Polizei, zunächst die Nummer der zuständigen Bankfiliale. Das sei „leider mittels des sogenannten Spoofings möglich“.

Täter wollen an TAN kommen

Die Geschichte, die den Angerufenen aufgetischt wird: Mutmaßlich seien die Online-Konten der Geschädigten gehackt worden. Die Betrüger haben dabei Detailkenntnisse über Kontobewegungen, die Namen der Kundenbetreuer und senden zum Teil sogar Verifikations-TANs per SMS. Das Ziel der Täter: Sie versuchen Ihre Opfer dazu zu bringen, eine TAN (Transaktionsnummer) zu generieren, die dann telefonisch dem Anrufer mitgeteilt werden soll, um eine Abbuchung durch die Betrüger zu ermöglichen.

Telefonbetrüger haben Erfolg

In einem der bislang zwei bekannt gewordenen Fälle im Kreis Borken hatten die Täter Erfolg und buchten mehrere Hundert Euro vom Konto ihres Opfers ab.

Wie man sich vor Betrug am Telefon schützen kann

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  • Immer wieder versuchen Betrüger vor allem ältere Menschen am Telefon zu täuschen, um so an ihr Geld zu kommen. Die Polizei gibt Tipps für das Verhalten am Telefon.

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  • Geben sich die Anrufer als Polizisten aus, ist wichtig zu wissen: Die 110 ruft nie an!

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  • Wird man angerufen, soll man sich nicht mit dem Namen melden. Besser sei es auf Begrüßungsformeln zurückzugreifen, wie „Hallo“ oder „Guten Tag“. Das erschwert es den Anrufern, sich das Vertrauen zu erschleichen.

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  • „Hallo Oma, ich bin es!” Wenn sich der Anrufer nicht mit Namen meldet, soll man sich nicht dazu verleiten lassen, den Namen zu erraten.

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  • Um sich selbst zu schützen, sollte man am Telefon keine persönlichen Daten preisgeben.

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  • Auf Fragen oder Aussagen des Anrufers nie mit „Ja“ antworten. Betrüger könnten das „Ja“ aufzeichnen und bei sprachgesteuerten Diensten als Einverständniserklärung nutzen.

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  • Ganz wichtig: Auflegen ist erlaubt. Kommt einem der Anruf merkwürdig vor - einfach auflegen!

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  • Ist man sich unsicher, immer eine vertraute Person hinzuziehen.

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  • Die Betrüger gehen oft geschickt vor und verwickeln einen in lange Gespräche. Aus diesen heraus zu kommen, ist manchmal nicht einfach, Um sich zu schützen, sollte man nicht warten, dass der Anrufer das Telefonat beendet, sondern selbst die Initiative ergreifen.

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  • Auch „Nein“ zu sagen ist erlaubt. Möchte man auf Fragen des Anrufers ungern antworten, ist es nicht schlimm, die Frage nicht zu beantworten und „Nein“ zu sagen.

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  • Haben Betrüger angerufen, sollte man die Polizei informieren, indem man die 110 wählt.

    Die Polizei im Kreis Borken bietet die Tipps auch als übersichtliche Infokarte zum Download an, die man ausgedruckt neben das Telefon legen kann.

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Die Polizei im Kreis Borken richtet daher einen eindringlichen Appell an die Bevölkerung: „Übermitteln Sie niemals eine TAN, Passwörter oder Kontodaten telefonisch. Geldinstitute verlangen in keinem Fall in Telefonaten die Übermittlung von Transaktionsnummern. Kontaktieren Sie bei Unsicherheiten direkt ihr Geldinstitut. Alarmieren Sie im Zweifelsfall unmittelbar die Polizei unter der Notrufnummer 110.“

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