Polizei findet Drogen bei Zufallskontrolle
42-Jähriger „vergisst“ Amphetamin in Arbeitshose

Ladbergen/Tecklenburg -

Drogenfahnder hatten im November 2019 am Autohof in Ladbergen bei einem Mann aus Bremen eine kleine Menge Amphetamin gefunden. Dafür gab es jetzt am Amtsgericht Tecklenburg die Rechnung. Eine Geldstrafe in Höhe von 1800 Euro lautete das Urteil.

Donnerstag, 15.10.2020, 19:54 Uhr aktualisiert: 16.10.2020, 15:34 Uhr
In der Verhandlung am Mittwoch zeigte sich der Angeklagte geständig. Er muss eine Geldstrafe in Höhe von 1800 Euro zahlen.

Bei der Routineüberprüfung eines Fernreisebusses auf dem Parkplatz des Autohofs in Ladbergen wurden Drogenfahnder fündig. Es war nur eine kleine Menge Amphetamin, die die Beamten Ende November 2019 bei einem 42-jährigen Reisenden fanden. Ein Fund, den der Mann aus Bremen nun mit 1800 Euro bezahlen muss. Der Richter am Amtsgericht Tecklenburg verurteilte ihn zu der Geldstrafe und begründete dieses angesichts dessen seitenlangen einschlägigen Vorstrafenregisters milde Urteil damit, dass ein weiterer Gefängnisaufenthalt bei dem Verurteilten mehr Schaden als Nutzen anrichten würde.

In der Verhandlung am Mittwoch bezeichnete der Angeklagte selbst sein Verhalten als „saublöd“. Der im Messebau tätige Mann gab an, die Drogen während eines Montageeinsatzes in Köln gekauft und sie dann in der Arbeitshose vergessen zu haben, wo sie die Polizei später fand. „Ein einmaliger Ausrutscher. Ich habe an das Zeug nicht mehr gedacht“, so der voll umfänglich geständige Mann.

Besonders glaubhaft wirkten die Ausführungen nicht auf den Staatsanwalt. Der Angeklagte ist nicht nur mehrfach einschlägig vorbestraft ist, der Drogenfund fiel auch in die Bewährungszeit mehrerer vorheriger Verurteilungen. Sein Vorleben habe aus „Spielen, Wetten, Betrug und Koks“ bestanden, sagte der Mann. Aber jetzt sei er nach einer Therapie auf einem guten Weg, clean, in fester Beziehung und habe eine Arbeitsstelle in Aussicht, machte der Mann auf Nachfrage des Richters deutlich.

Den Staatsanwalt beeindruckten die Ausführungen nicht, er forderte in seinem Plädoyer eine viermonatige Freiheitsstrafe ohne Bewährung. Wäre der Richter dieser Forderung gefolgt, wäre nicht nur die Bewährung des Bremers widerrufen worden. Er wäre auch sofort für mindestens 16 Monate hinter Gittern gelandet.

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