In den Niederlanden angesteckt?
18 Infizierte mehr innerhalb eines Tages

Gronau -

Die Zahl der Corona-Infizierten hat in Gronau deutlich zugenommen. Ein besonderer Hotspot im Stadtgebiet ist wohl nicht auszumachen. In der Nachbarschaft haben die Krankenhäuser in Hengelo und Almelo einen vorübergehenden Aufnahmestopp für stationäre Patienten verkündet.

Samstag, 17.10.2020, 06:53 Uhr aktualisiert: 17.10.2020, 07:00 Uhr
Im Medisch Spectrum Twente in Enschede werden derzeit viele Covid-19-Fälle behandelt.
Im Medisch Spectrum Twente in Enschede werden derzeit viele Covid-19-Fälle behandelt. Foto: Martin Borck

Gronau ist weiterhin der Corona-Hotspot im Kreis Borken. Die Infiziertenzahl stieg binnen Tagesfrist um 18 auf 77 Personen (Stand 16. Oktober). Laut Landrat Dr. Kai Zwicker haben sich viele dieser Betroffenen als Gäste von türkischen und aramäischen Hochzeiten beiderseits der Grenze angesteckt. Außerdem rühren einige Fälle von einem fleischverarbeitenden Betrieb her. Dabei handelt es sich aber nicht um eine Gronauer Firma; vielmehr soll es sich bei den Betroffenen um Beschäftigte eines niederländischen Unternehmens handeln, bei denen sich die in Gronau Wohnenden angesteckt haben.

Innerhalb Gronaus gibt es laut Bürgermeister Rainer Doetkotte keine besonderen Hotspots. Die Infizierten sind über die gesamte Stadt verteilt.

Teil-Lockdown in Niederlanden

In den Niederlanden sind Gaststätten und Restaurants angesichts der stark steigenden Infektionszahlen wieder geschlossen worden. Dass derzeit wegen des dortigen Teil-Lockdowns mehr Gäste aus dem Nachbarland die gastronomischen Betriebe in Gronau aufsuchen, konnte Doetkotte nicht bestätigen. „Aber auch ich habe davon gerüchteweise gehört.“ Das Ordnungsamt intensiviere derzeit die Kontrollen und habe die Gastronomen nochmals auf die Einhaltung der geltenden Vorschriften hingewiesen.

Ausweisung als Risikogebiet

Mittlerweile hat das Robert-Koch-Institut die gesamten Niederlande zum Risikogebiet erklärt. Die staatliche Gesundheitsbehörde in den Niederlanden meldete am Freitag fast 8000 neue Fälle innerhalb eines Tages im Land. Gronaus Bürgermeister Doetkotte hatte bereits vor knapp zwei Wochen die niederländischen Nachbarn gebeten, angesichts der Corona-Entwicklung aktuell nicht nach Gronau zu kommen. Die Stadt möchte das Infektionsrisiko so gering wie möglich halten.

Eingriffe werden aufgeschoben

Die Krankenhäuser in Hengelo und Almelo haben zwischenzeitlich einen vorübergehenden Aufnahmestopp für stationäre Patienten verkündet. Wegen der hohen Zahl der Corona-Patienten seien die Kapazitäten erschöpft. Die Situation könne sich aber auch wieder ändern. Im Medisch Spectrum Twente in Enschede wurde eine dritte Abteilung ausschließlich für Corona-Patienten freigeräumt. Nicht dringend notwendige Eingriffe werden aufgeschoben.

Behandlungen in Deutschland

Das niederländische Koordinierungszentrum will Corona-Infizierte wieder in deutschen Kliniken behandeln lassen. Schon während der ersten Coronawelle waren Patienten unter anderem in die Uni-Klinik Münster gebracht worden.

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