Polizei erwischt immer öfter berauschte Fahrer
Drogen lange nachweisbar

Lüdinghausen -

Wer Drogen konsumiert, sollte das Auto besser stehen lassen. Bei Verkehrskontrollen überprüft die Polizei mit Schnelltests, ob der Fahrer Betäubungs- oder Rauschmittel zu sich genommen hat. Wenn ja, wird es richtig teuer.

Mittwoch, 21.10.2020, 14:00 Uhr
Bei Polizeikontrollen werden auch in Lüdinghausen
Bei Polizeikontrollen werden auch in Lüdinghausen Foto: dpa

Abends kiffen und am nächsten Morgen Auto fahren – das kann verhängnisvolle Folgen haben. Denn Drogen bauen sich im Körper deutlich langsamer ab, als Alkohol. In jüngster Vergangenheit häufen sich Polizeimeldungen über Personen, die in der Steverstadt bei einer Kontrolle mit Drogen im Blut ertappt werden. Britta Venker , Pressesprecherin der Polizei im Kreis Coesfeld, hat dazu derzeit zwar keine aktuellen Zahlen, kann aber sagen, dass ihre Kollegen „gefühlt, den Eindruck haben“, dass es mehr werde. Das liege unter anderem auch an den deutlich verbesserten Schnelltests, die den Beamten zur Verfügung stehen, mit denen ganz verschiedene Betäubungsmittel nachgewiesen werden könnten.

Fahrverbot

„Wer unter dem Einfluss von illegalen Drogen wie Cannabis, Heroin, Morphin, Kokain, Amphetamin oder Ecstasy ohne Ausfallerscheinungen am Straßenverkehr teilnimmt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss mit einer Geldbuße bis zu 1500 Euro und einem Fahrverbot zwischen einem und drei Monaten rechnen“, heißt es auf der Internetseite für polizeiliche Kriminalprävention. Wird der Fahrer zum ersten Mal erwischt, werden bereits 500 Euro Strafe fällig. Zudem gibt es laut Bußgeldkatalog zwei Punkte in Flensburg und ein einmonatiges Fahrverbot – auch wenn der Fahrer keine Ausfallerscheinungen gezeigt hat.

Harte Strafen

Drogen am Steuer werden besonders hart bestraft, weil sie aufgrund der bewusstseinsverändernden Wirkung beim Konsumenten auch zur Gefahr für andere Menschen werden können. Ob das Fahren unter Drogen als Ordnungswidrigkeit oder Straftat bewertet wird, hängt davon ab, ob eine Fahruntüchtigkeit nachgewiesen werden kann. „Wir kontrollieren die Fahrer im Straßenverkehr sehr regelmäßig“, versichert Venker.

Geschulter Blick

Die Kollegen hätten mittlerweile einen sehr guten Blick dafür, zu erkennen, ob jemand Drogen konsumiert habe. Einige Autofahrern unterschätzten die Problematik, so die Pressesprecherin. Insbesondere die Tatsache, dass Drogen teilweise über eine deutlich längeren Zeitraum als Alkohol nachgewiesen werden können, sei noch nicht bei jedem angekommen.

Ist der Drogen-Schnelltest positiv, wird eine Blutprobe durch einen Arzt angeordnet, mit der die genaue Höhe der Konzentration des Rauschmittels im Körper festgestellt wird. Die Beamten untersagen dann die Weiterfahrt und fertigen eine Anzeige.

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