Anteil am Gymnasium am geringsten
Immer mehr Schüler mit Migrationshintergrund

Ochtrup -

Der Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund in Ochtrup wächst. Besonders stark ist er an der Hauptschule ausgeprägt, wo die Töpferstadt aber noch weit unter dem durchschnittlichen Wert im Kreis Steinfurt liegt.

Mittwoch, 21.10.2020, 14:00 Uhr
Immer mehr Schüler haben einen Migrationshintergrund. Das geht aus einer aktuellen Statistik hervor.
Immer mehr Schüler haben einen Migrationshintergrund. Das geht aus einer aktuellen Statistik hervor. Foto: dpa

Immer größer wird der Anteil der Schüler mit einem Migrationshintergrund, auch in der Töpferstadt. Das geht aus einer aktuellen Statistik von Information und Technik NRW als statistisches Landesamt über einen Zeitraum von vier Schuljahren hervor.

Demnach hatten 2016/­2017 noch 20,5 Prozent der Schüler in Ochtrup eine Zuwanderungsgeschichte, 2019/2020 waren es dann 24,1 Prozent. In konkreten Zahlen bedeutet das: Von den 2876 Kindern und Jugendlichen, die 2016/­2017 in Ochtrup zur Schule gegangen sind, hatten 591 einen Migrationshintergrund. 2019/­2020 waren es 665 von 2760 Schülern.

Was gilt als Migrationshintergrund?

In der Statistik gelten Schüler dann als Personen mit Zuwanderungsgeschichte, wenn sie im Ausland geboren wurden und nach Deutschland eingewandert sind. Sie tauchen auch dann in der Erhebung auf, wenn dasselbe für mindestens ein Elternteil gilt und/oder die Verkehrssprache in der Familie nicht Deutsch ist.

Wie hoch der Anteil von Zugewanderten in einer Bildungseinrichtung ist, in diesem Punkt weichen die Zahlen bei den unterschiedlichen Schulformen zum Teil deutlich voneinander ab. An den Grundschulen lag er 2019/2020 bei 280 von 845 Schülern (32,8 Prozent) und 2016/2017 bei 270 von 877 (30,8 Prozent). Höher war nur der Anteil an der Hauptschule mit 110 von 320 Schülern (34,8 Prozent) in 2019/2020 sowie mit 101 von 404 (25,0 Prozent) in 2016/2017. Dort ist in Och­trup die stärkste Entwicklung festzustellen, die vom vorletzten auf das vergangene Schuljahr besonders sprunghaft war. 2018/2019 hatten nur 90 der damals 320 Hauptschüler (28,8 Prozent) einen Migrationshintergrund – genau sechs Prozent weniger als 2019/2020.

Am geringsten ist der Anteil am Gymnasium. Auch hier ist die Tendenz steigend – wie bei allen Schulformen, aber eben in geringerem Maße. 2016/2017 hatten dort 70 von 719 Schülern (9,7 Prozent) eine Zuwanderungsgeschichte, 2019/2020 waren es 85 von 680 (12,8 Prozent). Auch die Realschule verzeichnet einen stetigen, aber vergleichsweise geringen Anstieg – von 150 von 867 Schülern (17,1 Prozent) in 2016/2017 auf 190 von 910 Schülern (20,6 Prozent) in 2019/2020.

Im Kreis-Trend

Bei der Entwicklung liegt die Töpferstadt im Kreis-Trend. Von insgesamt 16 938 Schülern in 2016/2017 hatten 5303 (31,3 Prozent) einen Migrationshintergrund. 2019/2020 waren es 5830 von 16 755 (34,8 Prozent). Enthalten sind auch die Zahlen für Förder-, Sekundar- und Gesamtschulen sowie Berufskollegs – Schulformen, die es in Ochtrup nicht gibt. Auch kreisweit liegt die Hauptschule ganz vorne, sowohl 2016/2017 mit 1604 von 3800 (42,2 Prozent) als auch 2019/2020 mit 1195 von 2375 (50,4 Prozent). Damit gab es im vergangenen Schuljahr bei mehr als der Hälfte der Hauptschüler im Kreis eine Zuwanderungsgeschichte.

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