32-jähriger Ochtruper muss wegen Fahrens ohne Führerschein in Haft
„Schlimmer geht es kaum noch“

Ochtrup -

Zu einer Haftstrafe verurteilte das Amtsgericht Steinfurt jetzt einen 32-jährigen Ochtruper. Er war mit gefälschtem Führerschein unterwegs und einschlägig vorbestraft.

Mittwoch, 21.10.2020, 09:00 Uhr
Ein Ochtruper muss wegen Fahrens ohne Führerschein ins Gefängnis.
Ein Ochtruper muss wegen Fahrens ohne Führerschein ins Gefängnis. Foto: dpa

Fast eine „Allerweltsstraftat“, das Fahren ohne gültige Fahrerlaubnis. Einem 32 Jahre alten Ochtruper brachte dieses Vergehen am Donnerstag beim Amtsgericht Steinfurt eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten ein. Grund war ein umfangreiches einschlägiges Vorstrafenregister und die aktuelle Verbüßung einer Freiheitsstrafe in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Werl.

Am 2. März 2020 befuhr der Angeklagte die Bundesstraße 54 in Richtung Gronau. Am Weiner-Parkplatz wurde er von einer Polizeistreife im Rahmen einer allgemeinen Kontrolle angehalten. Diesen legte er einen italienischen Führerschein vor, den die Beamten sogleich als Fälschung erkannten. Bei dieser Kontrolle stellte die Polizei außerdem fest, dass der Angeklagte zu diesem Zeitpunkt in der JVA Bielefeld eine 16-monatige Freiheitsstrafe wegen wiederholten Fahrens ohne Fahrerlaubnis verbüßte, zu der er als Bewährungsversager verurteilt worden war. Wegen einer günstigen Sozialprognose durfte diese im offenen Vollzug verbüßt werden. „Und in dieser Zeit begehen Sie gleich wieder eine einschlägige Straftat. Schlimmer geht es kaum noch“, befand der Richter in seiner Urteilsbegründung.

Geständnis

Einzig positiv auf die Strafzumessung wirkte sich das uneingeschränkte Geständnis des Angeklagten aus, weil auf die Vernehmung der vier geladenen Zeugen verzichtet werden konnte. „Es war alles so, wie es die Staatsanwältin vorgetragen hat“, räumte der Ochtruper sofort nach Verlesung der Anklageschrift ein. Seit dem 2. März ist der offene Vollzug beendet und die Verbüßung der Haft in der geschlossenen Form angeordnet. Offensichtlich schien der Angeklagte davon beeindruckt zu sein, denn in seinem letzten Wort schilderte er dem Gericht, dass ihm im Vollzug die Schwere seiner Schuld bewusst geworden sei und er seitdem seine beiden kleinen Kinder nicht mehr gesehen habe.

Das Gericht befand ihn des vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, der Nutzung eines gefälschten Führerscheins und der Täuschung von Strafverfolgungsbehörden für schuldig. Daher verurteilte ihn der Richter zu einer zehnmonatigen Freiheitsstrafe, die sich an die bis Juli währende Haft noch anschließen wird. Während der kommenden zwei Jahre darf er auch keinen Führerschein machen. Zudem muss der Verurteilte die Kosten des Verfahrens tragen. „Was muss eigentlich noch passieren, damit Sie zur Einsicht kommen und von diesen Taten ablassen?“ Mit dieser Frage wurde der Ochtruper entlassen und wieder in die JVA überstellt.

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