Gefälschte E-Mail-Adresse
Reitverein Heek-Nienborg gerät ins Visier von Betrügern

Heek -

Da staunte ein Vorstandsmitglied des Reitvereins St. Georg Heek-Nienborg vergangene Woche nicht schlecht. In seinem E-Mail-Postfach befand sich die Mail eines weiteren Vorstandsmitgliedes. In der Betreffzeile standen die Worte „Zahlung Jahresversammlung“. Das löste beim Adressaten Skepsis aus.

Mittwoch, 21.10.2020, 17:28 Uhr
Internet-Betrüger hatten es auf den Reitverein St. Georg Heek-Nienborg abgesehen. Mithilfe einer gefälschten E-Mail-Adresse wollten die Betrüger, dass der Vorstand Geld überweist.
Internet-Betrüger hatten es auf den Reitverein St. Georg Heek-Nienborg abgesehen. Mithilfe einer gefälschten E-Mail-Adresse wollten die Betrüger, dass der Vorstand Geld überweist. Foto: dpa

Zu recht, wie sich im Nachgang zeigte. Denn durch genaues Hinschauen war schnell klar – hier treibt ein Betrüger sein Unwesen. Die E-Mail-Adresse war exakt so aufgebaut, wie die der acht Vorstandsmitglieder. Nur Nuancen in der Schreibweise sollen das Original von der gefälschten Mail-Adresse unterscheiden, wie RV-Geschäftsführerin Sarah Möller berichtet.

​„Diese Mailadresse passt letztlich zu keinem unserer Vorstandsmitglieder. Davon ab hat keiner eine solche Mail verfasst oder verschickt. So etwas würden wir ohnehin auf anderem Wege klären“, führt die Geschäftsführerin aus. Und was war der Inhalt der Mail? „Darin wurden wir von dem Absender aufgefordert, eine vierstellige Summe zu bezahlen.“ Wie genau das Ganze ablaufen sollte, dazu macht Sarah Möller keine Angaben. Potenzielle Nachahmer sollen nicht animiert werden.

Direkt habe man den Kontakt mit der Polizei aufgenommen und werde die Sache auch zur Anzeige bringen, wie die Geschäftsführerin klarstellt. „Da hat sich irgendwer oder irgendwas genau unsere Homepage angeschaut, um die Mailadresse zu fälschen.“ Letztlich sei alles mysteriös und ärgerlich zugleich.

Dass Betrugsversuche im Internet mit Zahlungsaufforderungen keine Ausnahme mehr sind, stellt Kreispolizei-Pressesprecher Frank Rentmeister klar: „Leider gehört das zum Standard. Nicht selten läuft so etwas über Server im Ausland.“ Das erschwert eine mögliche Rückverfolgung. Ohnehin seien die Aussichten auf einen Ermittlungserfolg gering. „Die Aufklärungsquote ist leider minimal.“ Denn: Bei solchen Betrügereien gebe es in der Regel nur wenig Ermittlungsansätze. Eine Anzeige sei dennoch immer ratsam, wie Frank Rentmeister betont. „Nur so erfahren wir ja von solchen Vorfällen und können aktiv werden.“ Erfolgschancen hin oder her.

Und der Polizeipressesprecher hat noch einen Tipp: „Wichtig ist in solchen Fällen, ganz genau auf die Adresse zu achten.“ Nicht immer sei eine Fälschung direkt erkennbar.

Genau darauf weist auch die Verbraucherzentrale hin. Manche Phishing-Mails seien sehr gut gemacht. Die Absender-E-Mailadresse scheint dabei vertrauenswürdig. Um Zweifel auszuräumen, sei es daher sinnvoll in den Mail-Header zu schauen. Dort steht die IP-Adresse des Absenders. Nur diese ist fälschungssicher und gibt Aufschluss über den tatsächlichen Absender.​

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