Corona-Hotspot
So will die Stadt Ahlen die Lage in den Griff bekommen

Keine Ausreden mehr: Die Stadt Ahlen hat jetzt an allen Zugängen zur Fußgängerzone Schilder angebracht, die unmissverständlich auf die am vergangenen Freitag verfügte Maskenpflicht erinnern. Der Anstieg der Corona-Infektionszahlen hält unvermindert an. Einen lokalen Lockdown ziehen die Behörden jedoch aktuell nicht in Betracht.

Mittwoch, 21.10.2020, 19:00 Uhr aktualisiert: 21.10.2020, 19:29 Uhr
Damit keiner mehr sagen kann, er hätte es nicht gewusst: Am Mittwoch hängte die Stadt an den Zugängen zur Fußgängerzone und zum Marktplatz Schilder auf,
Damit keiner mehr sagen kann, er hätte es nicht gewusst: Am Mittwoch hängte die Stadt an den Zugängen zur Fußgängerzone und zum Marktplatz Schilder auf, Foto: Peter Harke

Am Mittwoch wurden für die Wersestadt weitere 17 Neuinfektionen gemeldet, allerdings auch sieben Gesundungen. Daraus ergibt sich eine Zunahme um zehn aktive Fälle auf 159 im Vergleich zum Vortag.

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert für Ahlen kletterte von 205,4 auf 235,8 (Kreis: 76,3). Damit hätte die Stadt zum Landkreis Berchtesgaden in Bayern aufgeschlossen, wäre der Wert nicht dort gestern erneut auf 262,4 gestiegen, nach einem zwischenzeitlichen Rückgang von 272 am Montag auf 236 am Dienstag. Ein lokaler Lockdown, wie er praktisch über die beliebte Ferienregion an der Grenze zu Österreich verhängt wurde, ist dennoch vorerst im hiesigen Rathaus kein Thema. Damit sei „kurzfristig nicht zu rechnen“, erklärte Stadtsprecher Frank Merschhaus auf Nachfrage.

 „Wir warten jetzt erst einmal ab, wie die Maßnahmen, die wir erst am vergangenen Freitag per Allgemeinverfügung angeordnet haben, wirken“, so Merschhaus. Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen und Maskenpflicht im öffentlichen Raum, die offenkundig allerdings noch nicht bis zu jedem durchgedrungen sind, wie bei einem Gang durch die Innenstadt unschwer feststellbar.

Präsenz, Präsenz und noch mal Präsenz.

Stadtsprecher Frank Merschhaus

Bei der Aufklärungsarbeit will die Stadtverwaltung darum auch jetzt noch einmal nachbessern; am Mittwochnachmittag wurden bereits an allen Zugängen zur Fußgängerzone Schilder angebracht, die an das Gebot zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung erinnern. Weitere Präzisierungen unter anderem der Bestimmung, wonach die Maske überall dort ein „Muss“ ist, „wo Menschen dichter und / oder länger zusammenkommen“, will die städtische Ordnungsbehörde am Donnerstag kommunizieren. Dazu hatte es an der Corona-Hotline zahlreiche Nachfragen verunsicherter Bürger gegeben.

Auch die Kontrollgänge durch den Außendienst sollen nochmals verstärkt werden, nicht nur in der Innenstadt, sondern beispielsweise auch im Ahlener Osten. „Präsenz, Präsenz und noch mal Präsenz“ – auf diese Formel bringt Frank Merschhaus die Strategie für die nächsten Tage. Die Allgemeinverfügung gelte zunächst bis zum 29. Oktober. Dann werde man weitersehen.

Keine weiteren Sonderregelungen für einzelne Orte im Kreis

Auch beim Kreis Warendorf hält man nichts von weiteren Sonderregelungen für einzelne Orte, weder in Richtung Verschärfung noch in Richtung Lockerung. Pressesprecher Thomas Fromme liest auch „Erfreuliches“ aus den ihm vorliegenden Berichten des Kreisgesundheitsamtes heraus. Ein großer Teil der jetzt positiv Getesteten habe sich bereits in Quarantäne befunden. „Die können also niemand anderen mehr angesteckt haben in den letzten Tagen“, so Fromme, der daraus die Hoffnung schöpft, „dass die Welle langsam aber sicher wieder abebbt“.

Für Ahlen hatte der Kreissprecher auch am Mittwoch schon ein paar gute Nachrichten, betreffend die Marienschule, den Kindergarten St. Marien und das Städtische Gymnasium, wo eine ganze Stufe unter Quarantäne gestellt worden war, nachdem ein Schüler sich mit dem Coronavirus infiziert hatte. Sämtliche Tests, die bei Kindern, Schülern, Lehrern oder Erziehern der drei Einrichtungen durchgeführt worden waren, ergaben einen negativen Befund.

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