52 Neuinfektionen – 1640 Menschen in Quarantäne
Neuen Lockdown verhindern

Kreis Warendorf -

Wenn der Kreis Warendorf keine Trendwende schafft, könnte Weihnachten sehr einsam werden. Das sagt die Leiterin des Krisenstabs, Petra Schreier. Sie appelliert an das Verantwortungsgefühl der Bürger. Denn ein weiterer Lockdown droht. Schuld an den weiter steigenden Zahlen sind vor allem kleinere Partys. [mit Video] 

Freitag, 23.10.2020, 15:59 Uhr aktualisiert: 23.10.2020, 17:32 Uhr
Soldaten der Bundeswehr unterstützen das Gesundheitsamt – unter anderem bei der Kontaktnachverfolgung.
Soldaten der Bundeswehr unterstützen das Gesundheitsamt – unter anderem bei der Kontaktnachverfolgung. Foto: Beate Kopmann

Es sind die vielen kleinen Partys, die die Coronazahlen weiter nach oben treiben – allein 52 Neuinfektionen gab es am Freitag im Kreis Warendorf. „Wir haben jetzt 308 aktive Fälle, davon 171 in Ahlen“, sagt die Leiterin des Krisenstabs Petra Schreier .

Ahlen und Beckum bleiben Schwerpunkte des Infektionsgeschehens im Kreis, aber inzwischen steigen auch die Zahlen in Oelde und Sendenhorst. „Die Inzidenz im Kreis liegt bei 79,2“, berichtet Schreier, die an die Solidarität und das Verantwortungsgefühl aller Bürger appelliert: „Wenn wir keine Trendwende schaffen, wird Weihnachten sehr einsam werden“, kündigt sie an.

Infektionsketten nicht mehr nachvollziehbar

Denn inzwischen gebe es in jedem Ort des Kreises Corona-Infizierte. „In manchen Fällen können wir nicht mehr nachvollziehen, woher die Infektion stammt“. Das mache die Lage so gefährlich, betont die Leiterin des Krisenstabs. Die Infektionsketten zu unterbinden sei aber das A und O. „Deswegen ist es so wichtig, die sozialen Kontakte auf des Notwendige zu beschränken.“ Und weiter gelte natürlich: Abstand halten, Hygiene beachten und die Alltagsmaske tragen. Hinzu komme noch das regelmäßige Lüften.

1640 Menschen in Quarantäne

Derzeit seien 1640 Menschen im Kreis in Quarantäne. Ziemlich sicher befänden sich unter ihnen weitere Personen, die später positiv getestet würden. Inzwischen infizierten sich außerdem deutlich mehr Jüngere.

Video in Kooperation mit WDR:

Dankbar ist Schreier für die Unterstützung durch die Bundeswehr. 19 Soldaten helfen dem Gesundheitsamt seit Donnerstag – 16 von ihnen kommen vom Aufklärungsbataillon in Ahlen, drei weitere vom Sanitätsregiment in Rheine. Die Soldaten sind im Gesundheitsamt bei der Kontaktnachverfolgung tätig, aber auch bei der Entnahme von Abstrichen in den mobilen Teams.

„Alleine schaffen wir das nicht mehr“, stellt Schreier fest und fügt hinzu: „Wir können nur gemeinsam einen weiteren Lockdown im Kreis verhindern.“ Dabei hat sie weniger die Soldaten im Blick, sondern vor allem die Bürger und ihr – hoffentlich – umsichtiges Verhalten.

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