Urteil vor dem Landgericht
Haftstrafen für Gerüstbauer

Senden/Havixbeck -

Der Prozess gegen Gerüstbauer, die sich an Baustellen bei Kollegen „bedient“ hatten, ist mit Urteilen vor dem Landgericht Münster beendet worden.

Samstag, 21.11.2020, 06:43 Uhr aktualisiert: 21.11.2020, 10:29 Uhr
Die Gerüstbauer hatten sich bei Baustellen von Kollegen „bedient“, die Beute benutzt oder damit gehehlt.
Die Gerüstbauer hatten sich bei Baustellen von Kollegen „bedient“, die Beute benutzt oder damit gehehlt. Foto: Klaus Meyer

Aufträge waren genügend vorhanden. Aber das Material nicht, um sie auszuführen. So fing eine Diebstahlserie an, in der sich eine Havixbecker Firma, bei der auch Personen aus Senden tätig waren, Stellgerüste und Einzelteile illegal auf fremden Baustellen verschaffte. Ein Teil der Beute wurde selbst verwendet, der größere Teil wurde an eine Firma in Bochum verkauft, weil der eigene Betrieb finanziell nicht gut dastand.

Angeklagter aus Senden muss in Haft

Im Strafverfahren um den Seriendiebstahl zwischen September 2019 und März 2020 auf Baustellen im Münsterland, in Ostwestfalen und im südlichen Niedersachsen (WN berichteten) hat das Landgericht Münster Urteile gesprochen: Wegen gewerbsmäßiger Bandenhehlerei muss einer der Beteiligten aus Senden für zwei Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Er war an über zehn Taten beteiligt und hatte Gerüste und Teile häufig auch entgegengenommen.

Das Verfahren gegen einen weiteren Sendener wurde gegen Zahlung eines geringen Geldbetrages eingestellt. Er war an keinem Diebstahl beteiligt und hatte „nur“ in einem Fall von Gerüsten die Aufkleber der bestohlenen Firma abgerissen und abgeschliffen. Wegen des Verdachts gegen ihn verbrachte er zweieinhalb Monate in Untersuchungshaft. Wegen gewerbsmäßigem Bandendiebstahl verurteilte die Kammer einen Beteiligten aus Oer-Erkenschwick und einen Dortmunder zu jeweils zwei Jahren Haft auf Bewährung und einen Bergkamer zu einem Jahr und zwei Monaten auf Bewährung.

Die Richter bezifferten den Schaden auf rund 110 000 Euro Materialwert. Davon seien Gerüste und -teile im Wert von rund 75 000 Euro nicht wieder aufgetaucht. Die Havixbecker Firma hat Insolvenz angemeldet.

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