Selbstjustiz wegen Missbrauchsvorwürfen
Verfahren eingestellt

Sassenberg -

Gegen die Zahlung für wohltätige Zwecke ist vor dem Amtsgericht Warendorf das Verfahren wegen Körperverletzung gegen einen 54-jährigen Sassenberger eingestellt worden. Ihm wurde vorgeworfen, im Mai 2019 einen 58-jährigen Alverskirchener tätlich angegriffen zu haben.

Freitag, 20.11.2020, 17:04 Uhr
Das Amtsgericht hat das Verfahren eingestellt.
Das Amtsgericht hat das Verfahren eingestellt. Foto: dpa

Der Vorfall steht im Zusammenhang mit Vorwürfen gegen den Alverskirchener, seine Stieftochter, die Tochter des Sassenbergers, sexuell missbraucht zu haben. Es habe in diesem Fall vor einem anderen Gericht bereits eine erste Verurteilung gegeben, berichtete der Verteidiger des Angeklagten. Die Verhandlung wegen Körperverletzung gegen den Vater der jungen Frau bezeichnete er daher als „unerträglichen Vorgang“.

Der Hintergrund: Am Abend vor dem Aufeinandertreffen in Alverskirchen hatte sich die Tochter ihrem Vater anvertraut, der noch in der Nacht mit seiner Frau den 58-Jährigen aufsuchte. Diese blieb jedoch im Pkw sitzen. Allein habe der Sassenberger sein Gegenüber zur Rede stellen wollen, um die Tochter „zu schützen“. An der Terrassentür kam es zu einem Handgemenge – die Aussagen zum Ausmaß wichen stark voneinander ab. Der Sassenberger bat seine Frau, die Polizei zu rufen.

Das Gericht zeigte Verständnis für die Situation des Angeklagten. Es handele sich um „einen Sachverhalt, den man einstellen kann“, befand die Richterin. Der Angeklagte war mit einer Zahlung von 600 Euro einverstanden. Die Familie brauche „Ruhe für den anderen Prozess“, begründete der Verteidiger die Bereitschaft seines Mandaten zu zahlen.

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