Pro Teuto nimmt Stellung zu Tunnel-Plänen
„Völlig abwegige“ Vorstellung

Lengerich/Lienen -

Es ist wohl wenig überraschend: Mit Skepsis reagiert die Bürgerinitiative Pro Teuto auf die Dyckerhoff-Pläne, mit einem Tunnel die Steinbrüche in Hohne und Höste miteinander zu verbinden. Das Projekt sei geeignet, „von dem aktuellen Genehmigungsvorhaben ,Entfristung der Kalkabbaugenehmigung‘ abzulenken“, heißt es.

Freitag, 20.11.2020, 17:38 Uhr aktualisiert: 20.11.2020, 17:46 Uhr
Die Karte soll aus Sicht der Bürgerinitiative deutlich machen
Die Karte soll aus Sicht der Bürgerinitiative deutlich machen Foto: Pro Teuto e.V.

Kritisch betrachtet die Bürgerinitiative Pro Teuto die Pläne der Firma Dyckerhoff , die Steinbrüche Höste und Hohne mit einem Tunnel zu verbinden. In einer Pressemitteilung ist davon die Rede, dass das Vorhaben geeignet sei, „von dem aktuellen Genehmigungsvorhaben ,Entfristung der Kalkabbaugenehmigung‘ abzulenken“.

Es sei hinlänglich bekannt, dass der Konzern über das aktuelle Auslaufen der Genehmigung im Februar 2027 in den Erweiterungsbereichen Hohne und Höste Kalk abbauen möchte, so Pro Teuto. Allerdings stehe überhaupt noch nicht fest, ob anschließend weiter Kalk in Lengerich und Hohne abgebaut werden darf. Wenn Dyckerhoff nun also damit werbe, durch „die Untertunnelung eines europäischen Naturschutzgebietes“ mehr als 40 000 Lkw-Fahrten jährlich einsparen zu können, ist das nach Ansicht der Verantwortlichen der Bürgerinitiative eine voreilige Aussage. „Möglicherweise werden also zukünftig auch ohne Tunnelbau viel weniger Lkw fahren“, heißt es seitens Pro Teuto mit Blick auf die komplexe Situation, die sich dadurch ergebe, dass „die Abbauflächen von einem europäischen FFH-Naturschutzgebiet (Fauna, Flora, Habitat) umgeben sind“.

Grundsätzlich begrüße man „eine transparente Diskussion zum Thema Schwerlastverkehr“ in Hohne, halte dabei aber eine Betrachtung des gesamten Lkw-Verkehrs, der durch Zementproduktion und Kalkabbau verursacht wird, für unerlässlich. Deshalb wende sich die Bürgerinitiative öffentlich an den Buzzi/Dyckerhoff-Konzern „mit der Bitte, nicht nur die Lkw-Fahrten für Rohstofftransport vom Steinbruch Lienen-Höste zum Zementwerk zu veröffentlichen, sondern auch alle weiteren Lkw-Transporte zu beziffern, die die Anlieferung von Abfallstoffen, Fluff, Klärschlämmen, Zuschlagsstoffen und Lösemitteln betreffen, sowie die Auslieferung von Fertigprodukten“.

Sowohl die Behörden als auch die Bevölkerung könnten sich dann ein realistisches Bild von den Belastungen machen. Das gelte für den Zeiträume vor und nach einem Auslaufen der Genehmigung und im Falle einer Entfristung der Genehmigung auch für mindestens die nächsten 20 Jahre.

Zu klären wären nach Ansicht der Pro-Teuto-Verantwortlichen bei einem Tunnelbau „wesentliche naturschutzrechtliche und juristische Fragen. Die Vorstellung, dass die Gesteinsschichten des Hohner Bergs auf einer Länge von 1,1 Kilometern einfach durchbohrt werden sollen, erscheint der Bürgerinitiative völlig abwegig.“ Der Schutz des Grundwassers erfordere „ein verantwortungsvolles Vorgehen, gerade in Verbindung mit der dramatischen Trockenheit im Teutoburger Wald“.

Weiter heißt es in der Pressemitteilung, dass Pro Teuto zuversichtlich bleibe, „dass sich die Genehmigungsbehörden nicht durch die vermeintlichen Sachzwänge eines neuen, spektakulären Tunnelbaus und der damit verbundenen Forderung nach weiteren 20 Jahren Kalkabbau unter Zugzwang setzen lassen“.

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