Matthias Weischer aus Rheine-Elte ist mittlerweile international gefragt
Ein Maler geht seinen Weg

Rheine/Leipzig/Assen -

Der aus Elte im Münsterland stammende Künstler Matthias Weischer geht weiter konsequent seinen Weg. Zurzeit zeigt das Drents Museum in Assen eine Präsentation seiner Kunst.

Sonntag, 22.11.2020, 16:18 Uhr
Bei der Ausstellungseröffnung im Drents Museum in Assen, die vom Publikum ausschließlich im Internet mitverfolgt werden konnte, war Matthias Weischer online aus Leipzig zugeschaltet. So konnte er die Wirkung seiner Werke wie des Ölgemäldes „Haze“ nur indirekt erleben.
Bei der Ausstellungseröffnung im Drents Museum in Assen, die vom Publikum ausschließlich im Internet mitverfolgt werden konnte, war Matthias Weischer online aus Leipzig zugeschaltet. So konnte er die Wirkung seiner Werke wie des Ölgemäldes „Haze“ nur indirekt erleben.

Das Coronajahr hat der Karriere von Matthias Weischer weiter Flügel verliehen. Seit mehr als zwei Jahrzehnten wirkt der aus Rheine-Elte stammende Maler in Leipzig. Längst hat er sich emanzipiert vom Impresario der „Neuen Leipziger Schule“, dem Galeristen Gerd Harry „Judy“ Lybke, und geht – mittlerweile vertreten durch die Galerie König in Berlin und durch die Grimm Gallery Amsterdam/New York – erfolgreich seinen eigenen Weg.

Gefragt sind seine Bilder weltweit: Weischer stellte 2020 Werke in New York, Tokio und neuerdings auch im niederländischen Assen aus. Eine im Herbst geplante Gruppenausstellung in Rom musste pandemiebedingt verschoben werden. Einziger Wermutstropfen: In der Krise blieb der Künstler fast komplett in seinem Atelier in der Leipziger Baumwollspinnerei gefangen.

„Das sind wirklich verrückte Zeiten“, sagte der 47-Jährige unmittelbar vor der Eröffnung einer Werkschau mit 30 Bildern im Drents Museum in Assen. „Das ist meine dritte Ausstellung in Folge, die ich nicht erlebt habe.“ Entsprechend schwer tue er sich, über die Ereignisse zu sprechen. „Ich habe ja nichts gesehen“, fügt er leicht verzweifelt hinzu. Denn es sei das eine, die Werke im eigenen Atelier entstehen zu lassen – in der Schlussphase vor den Ausstellungen oft unter großem Zeitdruck. Das andere sei, die Bilder dann loszulassen und sie dann nach dem Transport in die Ausstellungsorte in einer völlig anderen Umgebung zu erleben. „Insofern lasse ich es mir nicht gerne nehmen, selber bei der Hängung dabei zu sein“, sagt er. Aber in Coronazeiten sei halt alles anders. Farbiger ist Weischer geworden in jüngster Zeit, was sich gerade an der Assener Ausstellung mit ihrem Querschnitt durch das Gesamtwerk sehr gut ablesen lässt. In seinen gefeierten Anfängen zu Beginn der 2000er Jahre, als er als Teil der „Neuen Leipziger Schule“ geradezu in einen Hype hin­eingeriet und zu sehr hohen Preisen am Kunstmarkt verkaufte, zeigten die Malereien oft dunkle, desolate Innenräume, die unwirtlich und surreal anmuteten. Ein Aufenthalt in Rom wandelte dann ab 2007 den Stil. Der Künstler begann, im Freien zu arbeiten, und malte Landschaften und Gärten in helleren und leuchtenden Farben.

Die Werke aus den unmittelbar zurückliegenden Jahren brachten eine Verschmelzung der beiden Stile mit sich. Weischer kehrte thematisch zu den Innenräumen, den Interieurs, zurück. Diese malt er heute aber viel lockerer und farbiger, wie sich etwa an dem Werk „Haze“ ablesen lässt, das im September zuerst in der Grimm Gallery in New York dem Kunstpublikum präsentiert wurde und jetzt in der Ausstellung „Bühne“ in Assen zu sehen ist. Es stellt in sehr leuchtenden Farben einen bühnenartigen Raum dar, der sehr reduziert wirkt und von dem nicht klar ist, wie tief er überhaupt ist. Einige spärliche Einrichtungsgegenstände lassen die wahre Dimension erahnen – Motive, die in vielen Bildern Weischers immer wieder aufgegriffen werden und die beim Betrachter eine magische Anziehungskraft entfalten.

„Es ist schon so, dass ich in letzter Zeit sehr viel Farbe in mein Atelier hineingelassen habe“, sagt Weischer und gibt einen Einblick in seinen aktuellen Schaffensprozess. „Oft streiche ich die Wände und den Fußboden leuchtend an – und der Effekt ist sehr häufig, dass genau diese Farbigkeit dann auch auf meine Bilder überspringt.“

Die Ausstellung „Bühne“ von Matthias Weischer ist noch bis zum 28. März 2021 im Drents Museum in Assen zu sehen. Zugang wg. Corona nur möglich mit im Internet reservierten Eintrittskarten.

 

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