Polizei warnt vor "Love-Scamming"
Frau aus Rheine zahlt Geld an Liebes-Betrüger

Es klingt zu schön um wahr zu sein: Internet-Betrüger bringen die Geschädigten mit Liebesversprechen um Geldbeträge. Eine Frau aus Rheine ist diesem "Love-Scamming" zum Opfer gefallen. 

Dienstag, 24.11.2020, 17:09 Uhr aktualisiert: 24.11.2020, 17:21 Uhr
Polizei warnt vor "Love-Scamming": Frau aus Rheine zahlt Geld an Liebes-Betrüger
Das Handy oder der Computer können zur Liebesfalle werden. Foto: dpa

Ein wohlhabender Amerikaner – gut ausgebildeter Arzt oder Ingenieur – ist auf Hilfsmission irgendwo auf der Welt im Einsatz. Im Internet sucht er nun in einem Dating-Portal nach der großen Liebe. Und er wird fündig bei einer Frau im Kreis Steinfurt. Man versteht sich gut, schreibt sich E-Mails, es folgen viele Internet-Kontakte, sogar persönliche Besuche werden versprochen. Doch zuerst braucht er Hilfe, braucht er Geld.

Betrugs-Opfer zahlt fünfstelligen Geldbetrag

Es handelt sich einen Fall des hinterlistigen „Love-Scamming“ (Liebes-Betrug), wie er immer mal wieder auch hier in der Region auftaucht. So nahm die Polizei jetzt die Anzeige einer 53-jährigen Frau aus Rheine auf, die von einem Betrüger, den sie im Internet als Liebesbekanntschaft kennenlernte, getäuscht wurde. Sie verlor dabei einen hohen fünfstelligen Geldbetrag.

„Love Scamming“ oder „Romance-Scamming“ (Romantik-Betrug) sind die Fachbegriffe für eine perfide Betrugsmasche, die mit den Gefühlen von Menschen spielt. Betrüger stellen dabei einen Kontakt her, bauen eine Bindung auf, überhäufen das Opfer mit Liebesbekundungen mit dem Ziel, ihm Geld aus der Tasche zu ziehen. Dazu lassen sie sich Geschichten einfallen, auf die die Opfer anspringen. Sie täuschen vor, bei einer Geschäftsreise in Geldnot geraten zu sein. Oder sie benötigen Geld für die Operation eines Kindes. Auch gestohlene Koffer und Pässe oder eine unbezahlte Hotelrechnung sollen das Opfer dazu bringen, viel Geld zu überweisen. Oder – wie im Fall einer Frau aus dem Kreis ST – es soll angeblich eine Kiste mit einem hohen Bargeldbetrag nach Deutschland überführt werden, damit man hier gemeinsam ein neues Leben beginnen kann.

Täter-Ziel: Allein lebend und abgesichert

Dafür zahlte die betrogene Frau über mehrere Wochen mehrere Beträge im vier- und fünfstelligen Eurobetrag für angebliche Transportkosten, Steuern, den Zoll und die Verhinderung einer Haft an verschiedene Adressaten. Stets begleitet von der Hoffnung, ihre Internet-Liebe käme zu ihr nach Deutschland. Das Perfide: Die Opfer sind von ihrem Internetpartner emotional abhängig. Die Täter haben es altersunabhängig besonders auf allein lebende Frauen oder auch Männer abgesehen, die finanziell abgesichert sind.

Die Polizei im Kreis ST warnt dringend davor, Personen Geld zu überweisen, die man nur im Internet und nie persönlich kennen gelernt hat. Stattdessen sollte man den Kontakt sofort abbrechen. Hat bereits ein persönlicher Austausch begonnen, sollte man alle möglichen Beweise (Mails, WhatsApp-Verläufe) sichern. Opfer sollten in jedem Fall Anzeige bei der Polizei erstatten. Dort können sie sich auch informieren, was bei „Love Scamming“ zu tun ist.

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