Mehr offene Stellen
Arbeitsmarkt bleibt im Münsterland trotz Pandemie widerstandsfähig

Münster -

Am deutschen Arbeitsmarkt hinterlässt die Corona-Pandemie bislang nur geringe Spuren in der Erwerbslosenstatistik. Allerdings ist die Zahl der Kurzarbeiter im Dezember wieder gestiegen. Das Münsterland steht besser da als die meisten anderen Regionen Deutschlands.

Dienstag, 05.01.2021, 13:36 Uhr aktualisiert: 05.01.2021, 17:28 Uhr
Die Bundesagentur für Arbeit hat am Dienstag die Dezember-Zahlen präsentiert.
Die Bundesagentur für Arbeit hat am Dienstag die Dezember-Zahlen präsentiert. Foto: Caroline Seidel

Bundesweit erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen im Dezember im Vergleich zum Vormonat um 8000 auf 2,707 Millionen gestiegen. Im Vergleich zum Dezember 2019 stieg die Zahl um 480 000, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote liegt weiter bei 5,9 Prozent.

Die Lage im Münsterland

Im Münsterland ist die Erwerbslosenquote im letzten Monat des vergangenen Jahres sogar leicht gesunken. Sie verringerte sich gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf zuletzt 4,2. Vor einem Jahr lag sie allerdings mit 3,8 Prozent noch deutlich niedriger. Wie die regionalen Arbeitsagenturen weiter berichteten, waren durchschnittlich münsterlandweit exakt 39 386 Menschen arbeitslos gemeldet, 434 weniger als im Vormonat, aber 4429 mehr als im Dezember 2019.

Zwar ist die Zahl der Arbeitslosen in allen drei Arbeitsagentur-Bezirken des Münsterlandes leicht gesunken. Doch sank die Arbeitslosenquoten nirgendwo. Dies liegt unverändert gegenüber dem Vormonat bei 3,5 Prozent für die Arbeitsagentur Coesfeld (Kreise Borken und Coesfeld), bei 4,3 Prozent für die Arbeitsagentur Rheine (Kreis Steinfurt) und bei 4,9 Prozent für die Agentur für Arbeit Ahlen-Münster ( Stadt Münster und Kreis Warendorf).

Nachfrage nach neuen Mitarbeitern gestiegen

Überraschend wuchs in der Region trotz des Lockdowns die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern. Die münsterländischen Unternehmen meldeten der Behörde im Dezember 2897 neue freie Stellen. Das waren 77 mehr als im November und sogar 151 mehr als Dezember des vergangenen Jahres. Insgesamt können damit die Jobsuchenden nach Angaben der Arbeitsagenturen auf 13 309 offene Stellen zurückgreifen. Darunter sind 12 222 Stellenangebote unbefristet – 1519 sind Teilzeit-Offerten.

Deutschlandweit haben die Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie die Kurzarbeit wieder in die Höhe getrieben. Vom 1. bis 28. Dezember 2020 erreichten die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg Anzeigen zur Kurzarbeit für 666 000 Arbeitnehmer, teilte die Bundesagentur mit. Im November waren es 627600 Anzeigen. „Die Anzeigen für Kurzarbeit haben wieder zugenommen – jedoch nur in begrenztem Umfang“, erklärte BA-Chef Detlef Scheele. Für das Münsterland gibt es noch keine aktuellen Zahlen. „Aktuell steigt die Inanspruchnahme durch den erneuten Lock-Down wieder“, erklärte Reiner Zwilling, Leiter der Arbeitsagentur in Rheine, ohne konkrete Zahlen nennen zu können.

In NRW insgesamt ist die Zahl der Arbeitslosen in zum Ende des Jahres leicht gesunken. Am Stichtag 16. Dezember waren im bevölkerungsreichsten Bundesland 734 384 Menschen arbeitslos gemeldet, 3736 Personen weniger als vor Monatsfrist.

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