Hospiz in der Pandemie
Corona macht das Sterben mühsamer

Münster -

Vor dem Sterben kommt die Langeweile: keine ehrenamtlichen Hospizbegleiter, keine Musik- und keine Kunsttherapie, keine Konzerte, kein Plaudern im Wohnzimmer, keine Gesprächsangebote für Angehörige: „Alles, was nicht zwingend notwendig ist, ist gekappt“, sagt Franz-Josef Dröge aus der Leitung des Hospizes „Lebenshaus“ in Münster-Handorf. Von Stefan Werding
Mittwoch, 03.02.2021, 09:18 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 03.02.2021, 09:18 Uhr
Pflegekraft Sairan Pourya, Leiter Franz-Josef Dröge und die Sozialpädagogin im psychosozialen Dienst, Helga Albers-Heiser (von links), betreuen unter erschwerten Bedingungen Sterbende im Hospiz „Lebenshaus“.
Corona macht das Sterben mühsamer: Auch die Hospize sind von der aktuellen Pandemie betroffen und müssen Einschränkungen hinnehmen. Foto: Colourbox.de

Stattdessen mehr Warten auf Angehörige. „Das Leben ist gedrosselt“, sagt er. Das ist besonders schwer, wenn klar ist, dass das Leben nicht mehr lange dauert. Wer im Sterben liegt, der kann nicht hoffen, nach der Pandemie nachzuholen, was sie oder er jetzt verpasst. Das macht das Sterben noch schwieriger als sonst.

Trotzdem ist Andrea Fromme dankbar, dass ihrer Mutter – und ihr – die die strengen Coronaregeln erspart bleiben, die sie im Krankenhaus kennengelernt haben. „Wir fühlen uns gar nicht eingeschränkt“, sagt die Grevenerin, deren Mutter im Lebenshaus wohnt. „Mehr Besuch würde eh nicht kommen.“ Viele Gäste sind über die Möglichkeiten, die in Hospizen bestehen, nicht nur erstaunt, sondern oft auch erleichtert oder sogar zu Tränen gerührt.

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