Diskussion über Teuto-Nutzung: Mountainbike-Verein fühlt sich übergangen
„Ohne Gespräche keine Lösungen“

Lienen/Tecklenburger land -

In der Diskussion darüber, wer den Teutoburger Wald wie und zu welchen Zwecken nutzen darf („Wald ist keine Sport-Arena“, WN vom 19. Januar) fühlt sich der Lienener Mountainbike-Verein übergangen. Das geht aus einer Stellungnahme der Vorstandsmitglieder Dirk Almering und Thomas Dukes hervor. Sie wollen eingebunden werden.

Dienstag, 02.02.2021, 17:06 Uhr aktualisiert: 03.02.2021, 18:53 Uhr
Wenn es um die Rolle der Mountainbiker im Teuto geht, möchte der MTB-Verein Lienen künftig in Gespräche eingebunden werden.
Wenn es um die Rolle der Mountainbiker im Teuto geht, möchte der MTB-Verein Lienen künftig in Gespräche eingebunden werden. Foto: dpa

„Wir begrüßen ausdrücklich den Vorstoß des NRW-Waldbauerpräsidenten Freiherr Heere­man, einen ,Runden Tisch‘ einzuberufen. Vertreter des MTB Lienen möchten gerne, als Vertreter der Mountainbiker im Teutoburger Wald an diesen Gesprächen teilnehmen“, heißt es in der Stellungnahme. Ebenso unterstütze man die Forderung nach offiziellen MTB-Routen.

Der Teutoburger Wald biete von den Dörenther Klippen bis Lienen und weiter über Bad Iburg bis Dissen genügend Raum und Voraussetzungen für offizielle MTB-Strecken, so wie es der Verein bereits mehrfach gefordert habe. „Nach unseren Erfahrungen lassen sich auf den bereits vorhandenen Wegen Strecken von mindestens zehn bis über 60 Kilometer anbieten“, heißt es weiter. Diese Strecken würden auch jetzt schon „legal befahren“ und hätten mit den Teutoschleifen, „bis auf unvermeidliche Teilabschnitte, nichts gemein“, betonen die beiden Vereinsvertreter für den Fall, „dass eine Beeinträchtigung als Premium-Wanderwege“ befürchtet wird.

Und mit diesen Strecken wäre dem Großteil der üblichen Tourenfahrer, die wiederum den Großteil aller Mountainbiker im Teutoburger Wald ausmachen, bereits geholfen. Diese Strecken sollten allerdings, so fordern es, dringend mit sach- und ortskundigen MTB-Fahrern ausgearbeitet werden, damit diese Routen auch akzeptiert werden. Dass solche Routen für diese MTB-Zielgruppe funktionieren, lasse sich anhand anderer Regionen nachweisen, in denen entsprechende Routen erstellt wurden und beworben werden. Zudem würde dies weiter die Akzeptanz der Mountainbiker im Forst und Wald erhöhen, „da diese ja bereits schon seit Jahren gesetzlich mit den anderen Freizeitnutzern gleichgestellt sind. Und was, nebenbei bemerkt, unter den jeweiligen Freizeitnutzern untereinander in der Regel bereits sehr gut funktioniert“.

Wie die beiden Vorstandsmitglieder schreiben, können sie nicht nachvollziehen, „warum der für die Region zuständige Tecklenburger Land Tourismus eine komplette Zielgruppe in der touristischen Kundenansprache ausschließen möchte“. Die Unterkunftsanbieter und Gastrobetriebe würden sich sicher über jeden weiteren Gast und somit auch über zusätzliche Einnahmen freuen.

Auch zu illegal gebauten Strecken und künstlich geschaffenen Hindernissen in Forst und Wald nehmen die Mountainbiker Stellung: Um das Phänomen einzudämmen müsse man den Dialog mit den lokalen Mountainbikern suchen, da diese Bauten in der Regel von ortskundigen Gruppen erstellt werden. Allerdings seien auch die Mountainbiker gefragt. Die sollten sich dringend in lokalen Vereinen organisieren, wenn ernsthaft Interesse besteht, dauerhafte und sichere Strecken im Forst und Wald oder auf einem anderen geeigneten Gelände zu realisieren. Dazu habe es schon einige Versuche und Anläufe gegeben, oft ohne dass es von den entsprechenden Behörden, Forstämtern oder Waldbesitzern Beachtung, Gesprächsbereitschaft oder gar eine Unterstützung der Vorhaben gegeben habe.

Eine weitere MTB-Anlage in Ibbenbüren, so Almering und Dukes , wäre sehr zu begrüßen. Die Zielgruppe dieser Anlagen spiegele aber nicht den Großteil der Mountainbiker im Teutoburger Wald wieder. Solche Anlagen sprächen eher junge und jugendliche Menschen an. Da die in der Regel aber keinen Führerschein haben, sollte man sich für die Planungen im Teuto besser mit den eigentlichen Zielgruppen auseinandersetzen und jeweils vor Ort attraktive Angebote schafften.

Was die Vereinbarkeit von E-Bikes und der Definition von Sport in Wald und Forst betrifft, erläutern Almering und Dukes, dass diese Räder für viele Menschen einen (Wieder-)Einstieg in den Sport und regelmäßige Bewegung in der freien Natur ermöglichen. Diese dienen somit auch der Gesundheit der lokalen Bevölkerung. „Unser ältestes Mitglied im Verein ist 65 Jahre alt und fährt regelmäßig auf dem E-Bike mit uns gemischte Touren (,Bio-Biker‘ und E-Biker). Es wäre daher eine weitere Diskriminierung von bestimmten Personengruppen innerhalb der schon diskriminierten Mountainbike-Personengruppe.“

Auch die Grenze zwischen Sport und Erholung sei „höchst individuell fließend“ und lasse sich nicht pauschal festlegen. Zudem müssen dann die diversen zügig laufenden Wanderer sowie Jogger und Trail Runner, Nordic Walker und sportlichen Reiter mit den gleichen Kriterien behandelt werden.

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