Corona-Studie
Neun Prozent der positiven Proben in NRW Mutanten

Münster -

Laut einer Studie der Uniklinik Münster sind rund neun Prozent der in Nordrhein-Westfalen positiv auf das Coronavirus getesteten Proben auf die als ansteckender geltenden Virusmutanten zurückzuführen.

Mittwoch, 17.02.2021, 13:30 Uhr aktualisiert: 17.02.2021, 15:42 Uhr
Corona-Studie: Neun Prozent der positiven Proben in NRW Mutanten
Auf einem Computerbildschirm wird die DNA-Analyse eines mutierten Coronavirus in der Variante, die zuerst in Großbritannien aufgetreten ist, angezeigt. Die Stelle der Veränderung im Viruserbgut wird durch die Striche markiert. Foto: dpa (Symbolbild)

Laut einer Studie der Uniklinik Münster sind rund 9 Prozent der in Nordrhein-Westfalen positiv auf das Coronavirus getesteten Proben auf die als ansteckender geltenden Virusmutanten zurückzuführen. Das teilte das Gesundheitsministerium des Landes am Mittwoch mit. Für die Studie wurde 933 Proben (Stichtag 27. Januar 2021) ausgewertet, die laut Ministerium weitestgehend als repräsentativ für die 53 Kreise des Landes gelten. Nicht alle Kreise konnten allerdings die gewünschte Anzahl von 5 bis 6 Proben pro 100 000 Einwohner liefern.

In 73 Proben wurde die englische Variante B.1.1.7 entdeckt, in fünf die Mutante aus Südafrika. Die Variante aus Südamerika ist nicht vertreten. Laut Mitteilung treten die Virusmutanten eher in den Ballungsräumen auf. Ländliche Regionen, auch die Grenzregion zu den Niederlanden, seien weniger betroffen.

Unsere Daten deuten darauf hin, dass die Virus-Varianten weniger über die grenznahen Regionen als vielmehr durch überregionale Mobilität hinein in die Ballungsräume getragen werden.

Studienleiter Alexander Mellmann

„Unsere Daten deuten darauf hin, dass die Virus-Varianten weniger über die grenznahen Regionen als vielmehr durch überregionale Mobilität hinein in die Ballungsräume getragen werden“, sagt Alexander Mellmann , Direktor des Instituts für Hygiene am Universitätsklinikum Münster und Leiter der Studie.

Nach Schätzungen 35 Prozent ansteckender 

Vor allem die Mutante B.1.1.7, die nach konservativen Schätzungen 35 Prozent ansteckender ist, bereitet den Virologen Sorgen. Auch für andere Varianten wie die südafrikanische wird eine höhere Übertragbarkeit angenommen, genaue Daten dazu gibt es aber noch nicht. Bereits bisher hatten Experten anhand von Daten aus anderen europäischen Ländern wie Dänemark und Italien befürchtet, dass der Anteil der Varianten auch in Deutschland rasch und deutlich steigen wird. 

Dem System-Immunologen Michael Meyer-Hermann zufolge läuft diese Entwicklung längst. Die britische Mutation B.1.1.7 befinde sich bereits in einer Phase des exponentiellen Wachstums - „und die aktuellen Maßnahmen reichen nicht, um diese Entwicklung auszubremsen“, hatte er der Deutschen Presse-Agentur gesagt. „Über kurz oder lang wird B.1.1.7 dominieren.“

Spahn: Anteil verdoppelt sich etwa jede Woche

Nach am Mittwoch veröffentlichten Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) stieg der Anteil der in Großbritannien entdeckten Mutation bundesweit binnen zwei Wochen von knapp 6 auf mehr als 22 Prozent . Das teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in Berlin mit. „Wir müssen damit rechnen, dass die Variante bald auch bei uns die dominierende werden könnte“, sagte Spahn. Bei allen Öffnungsschritten aus dem Lockdown sei daher große Vorsicht geboten. Der Anteil der britischen Variante verdoppele sich etwa jede Woche, so Spahn.

Die zunächst in Südafrika aufgetretene Mutation habe in Deutschland ferner einen Anteil von 1,5 Prozent erreicht. 

Dennoch bezeichnete Spahn es als „bis hierhin ermutigend“, dass die Infektionszahlen insgesamt gesunken seien. Das zeige ja, dass die Schutzmaßnahmen wirkten.


Univ.-Prof. Alexander Mellmann, Leiter des Instituts für Hygiene am Universitätsklinikum Münster, hat die Studie geleitet . In einer Pressemitteilung der Uniklinik äußert er sich zu den Ergebnissen:

Herr Prof. Mellmann, gut neun Prozent der überprüften Proben trugen eine der drei bekannten VOCs des SARS-CoV-2-Virus – ist das ungefähr die Höhe, die sie erwartet haben?

Mellmann: Tatsächlich entspricht im Ergebnis der hohe einstellige Prozentbereich genau dem, was ich so aus dem Bauch heraus geschätzt hätte. Mit dieser Einschätzung stand ich nicht alleine, sondern namhafte Virologen, u.a. Christian Drosten von der Charité haben das ähnlich vorhergesagt, allerdings ohne dass es bisher eine verlässliche Datenbasis gegeben hätte. Ich denke, wir sind alle am Ende einigermaßen erleichtert, dass die Quote nicht deutlich höher ist.

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Univ.-Prof. Alexander Mellmann, Leiter des Instituts für Hygiene am UKM. Foto: UKM

Wie verteilen sich den die bekannten Virusmutationen?

Mellmann: Inzwischen haben wir den Großteil der Proben ausgewertet. In diesen knapp 900 Proben fanden wir in 73 Fällen die Variante B.1.1.7, die sogenannte „UK“-Variante. Wir hatten erwartet, dass diese die am häufigsten vertretene Variante sein würde. Die „südafrikanische“ Variante (B.1.351) haben wir in dieser nur fünf Mal in insgesamt vier verschiedenen Kreisen gefunden. Positiv überrascht waren wir, dass die „brasilianische“ Variante (B.1.1.28, P.1), die ja eine Bedrohung darstellen könnte, weil hier die vorhandenen Impfstoffe möglicherweise nicht so wirksam sind, überhaupt nicht vertreten war.

Das ist das eigentlich relevante an unserer Studie, denn sie verschafft uns einen Überblick, inwieweit die verschiedenen Varianten hier schon präsent sind. Nur so können wir frühzeitig eine Verbreitung besorgniserregender Varianten erkennen und gezielt Gegenmaßnahmen ergreifen. Dass das entscheidend ist, können wir beispielsweise in Nordirland oder Portugal, sehen, wo die VOCs sehr schnell zu einem rasanten Anstieg der Fallzahlen geführt haben.

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In den Niederlanden soll der Anteil der britischen Virusvariante bei knapp 30 Prozent aller SARS-CoV-2-Infektionen liegen. Ist demzufolge die Durchseuchung in den grenznahen Gebieten in NRW entsprechend höher?

Mellmann: Wir haben keine nennenswerte Häufung der britischen Virusvariante direkt hinter der Grenze auf deutschem Gebiet erkennen können. Darüber Aufschluss zu bekommen, war eines der wesentlichen Ziele unserer Surveillance-Studie. Die Übertragung des Virus über die Grenzen hinweg hängt unter anderem auch vom Grenzverkehr ab. Bei multiresistenten Bakterien zum Beispiel sehen wir relativ klar, dass die Verbreitung gar nicht so sehr grenzübergreifend ist. Allerdings hat das Virus natürlich eine ganz andere Übertragungsdynamik als ein Krankenhauskeim.

Was wir dagegen gefunden haben, ist eine Konzentration der Virusvarianten eher auf die Ballungsräume entlang von Rhein und Ruhr. Da herrscht im Zweifel durch (Flug-)Reiseverkehr eine andere Dynamik als beispielsweise im Hochsauerlandkreis.

Wie das Virus über Münster kam

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  • Seit dem 26. Februar des vergangenen Jahres hat das Coronavirus auch Münster fest im Griff. Eine Chronologie von den ersten Empfehlungen zur Infektionshygiene bis zur Eröffnung des Impfzentrums in der Halle Münsterland.

    Foto: colourbox.de
  • 26. Februar: Stadt Münster veröffentlicht Empfehlungen zur Infektionshygiene

    Foto: colourbox.de
  • 27. Februar: Vorab-Ankündigung eines Corona-Krisenstabs

    Foto: Martin Kalitschke
  • 29. Februar: Erste registrierte Corona-Infektion in Münster

    Foto: colourbox.de
  • 2. März: Erste Sitzung des Krisenstabs

    Foto: Matthias Ahlke
  • 2. März: Systematische Umwidmung von normalen Krankenhausbetten in "Corona-Betten" gestartet

    Foto: dpa
  • 2. März: Transparenzoffensive der Stadt gestartet (Web)

    Foto: Screenshot
  • 4. März: Erste Kita präventiv geschlossen

    Foto: Matthias Ahlke
  • 5. März: Erste Schule präventiv geschlossen

    Foto: Matthias Ahlke
  • 10. März: Send-Absage

    Foto: Matthias Ahlke
  • 13. März: Stadt untersagt Club- und Tanzveranstaltungen

    Foto: colourbox.de
  • 14. März: Ankauf von 500.000 Materialien zum Schutz v.a. in systemrelevanten Einrichtungen

    Foto: colourbox.de
  • 16. März: Land schließt alle Schulen und Kitas

    Foto: dpa
  • 18. März: Lockdown – Allgemeinverfügung der Stadt zur Schließung von Einrichtungen, Geschäften, Lokalen, Sportanlagen, Kultureinrichtungen usw. sowie Verbot von Veranstaltungen; sukzessive verschärfte Auflagen am Wochenmarkt, der aber dauerhaft erhalten bleibt

    Foto: Klaus Meyer
  • 26. März: Erster Corona-Todesfall in Münster

    Foto: dpa
  • 26. März Therapiezentrum mit KVWL in Uppenberg-Schule eingerichtet

    Foto: Katrin Jünemann
  • 30. März: Einrichtung einer "Kommunalen Krankenhilfe-Einrichtung" im DRK-Institut, Sperlichstraße, zur Entlastung von Krankenhäusern

    Foto: Matthias Ahlke
  • 31. März: zwei Anlauf- und Versorgungsstellen für wohnungslose Menschen

    Foto: Presseamt Münster
  • 14. April: "Münsters gute Naht" – Masken-Aktion mit Kirchen und Apothekerkammer

    Foto: dpa
  • 20. April: Münster führt als erste Großstadt in NRW die Maskenpflicht ein; später zieht Landesregierung mit allgemeiner Maskenpflicht nach; parallel laufen erste Lockerungen an

    Foto: Oliver Werner
  • 30. April: Gastro-Gipfel und andere Maßnahmen zur Dämpfung wirtschaftlicher und kultureller Folgeschäden

    Foto: Oliver Werner
  • 11. Mai: Entscheidung, Erntehelfer/innen auf drei Bauernhöfen zu testen

    Foto: Peter Steffen/dpa
  • 10. Juni: 41. und vorerst letzte Sitzung des Krisenstabes

    Foto: Stadt Münster
  • 23. Juni: Wiederaufnahme des Krisenstabes wegen schwerer Ausbruchsgeschehen im Umland

    Foto: Gunnar A. Pier
  • August: Stark steigende Infektionszahlen in Münster

    Foto: Screenshot
  • 20. September: Großevakuierung von 16.000 Menschen in Mauritz (Blindgängerfund) trotz Corona geglückt

    Foto: Pjer Biederstädt
  • 28. September: Erste Bar wegen eines Ausbruchsgeschehens geschlossen, Grundschulklassen vorsorglich in Quarantäne

    Foto: Oliver Werner
  • 9. Oktober: 50. Sitzung des Corona-Krisenstabs

    Foto: Oliver Werner
  • 23. Oktober: Erste Restaurants wegen Ausbruchsgeschehens geschlossen, 15 Corona-Todesfälle gesamt

    Foto: Oliver Werner
  • 24. Oktober: Stadt überschreitet Inzidenzwert von 35

    Foto: colourbox.de
  • 25. Oktober: Stadt überschreitet Inzidenz-Grenzwert von 50

    Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
  • 26. Oktober: Absage aller Weihnachtsmärkte in Münster

    Foto: Oliver Werner
  • 27. Oktober: Maskenpflicht in stark frequentierten Fußgängerzonen

    Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
  • 30. Oktober: Stadt überschreitet Inzidenz-Grenzwert von 100

    Foto: Oliver Auster/dpa
  • 31. Oktober: Schließung aller Hallenbäder und städtischer Kultureinrichtungen, Hotels, Restaurants etc.

    Foto: Matthias Ahlke
  • November: Weitere Verstärkungen für das "Team Corona" im Gesundheitsamt – nun über 100 Personen

    Foto: Oliver Werner
  • 2. November: Münsters Inzidenz liegt bei 116,7

    Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
  • 6. November: Entzerrung des Unterrichtbeginns in Schulen / Maskenpflicht auf Spielplätzen

    Foto: mlü
  • 12. November: 20 Corona-Todesfälle gesamt in Münster

    Foto: Frank Molter/dpa
  • 17. November: Ankündigung des Landes – Münster wird Standort eines Impfzentrums, Federführung bei Feuerwehr

    Foto: Amt für Kommunikation/Stadt Münster
  • 19. November: Mobile Raumluftreiniger in 300 Schulräumen eingesetzt

    Foto: Amt für Kommunikation/Stadt Münster
  • 20. November: Verschärfte Corona-Regeln in Schulen

    Foto: dpa
  • 4. Dezember: Stadt startet breit angelegte Kampagne: "#MSgegenCorona"

    Foto: Stadt Münster
  • 9. Dezember: Verschärfter Corona-Bußgeldkatalog - 
    Stadt stellt 1,2 Millionen Euro in Übergangsfinanzierung für Aufbau des Impfzentrums bereit

    Foto: Oliver Werner
  • 15. Dezember: Impfzentrum ist betriebsbereit – kann aber aufgrund mangelnder Impfstoffe nicht starten

    Foto: Oliver Werner
  • 16. Dezember: Stadtverwaltung fährt Betrieb coronabedingt herunter

    Foto: Oliver Werner
  • 19. Dezember: Stresstest im Impfzentrum geglückt

    Foto: hpe
  • 23. Dezember: Hilfsorganisationen und Feuerwehr unterstützen in Pflegeeinrichtungen bei Abnahme von Corona-Tests

    Foto: dpa
  • 27. Dezember: Start der Impfkampagne in vollstationären Pflegeeinrichtungen – 180 Personen geimpft

    Foto: hpe
  • 31. Dezember: Feuerwerksverbot auf zahlreichen Straßen, Plätzen und öffentlichen Anlagen, 50 Corona-Todesfälle gesamt

    Foto: Oliver Werner
  • 8. Januar: Oberbürgermeister Markus Lewe plant Gedenktag für Corona-Opfer

    Foto: Oliver Werner
  • 18. Januar: Impfstart in den Krankenhäusern der Stadt – in Eigenregie

    Foto: Matthias Ahlke
  • 19. Januar: Auftakt zur Zweitimpfung in Münsters stationären Einrichtungen

    Foto: dpa
  • 20. Januar: Münsters Inzidenz unter 50 – und so soll es auch bis heute (8.Februar) bleiben

    Foto: Ann-Kathrin Schriever
  • 22. Januar: Post vom Landesgesundheitsminister für 17.000 Über-80-Jährige in Münster zum Start im Impfzentrum

    Foto: dpa
  • 25. Januar: Impf-Terminvergabe an Über-80-Jährige durch KVWL

    Foto: Jürgen Christ
  • 29. Januar: 90 Corona-Todesfälle in Münster gesamt

    Foto: dpa
  • 1. Februar: "Impf-Taxi" soll Transport zum Impfzentrum sichern

    Foto: Matthias Ahlke
  • 3. Februar: Neue Corona-Mutation in Münster registriert

    Foto: imagoimages
  • 8. Februar: Eröffnung des Impfzentrums Münster unter schwierigen Witterungsbedingungen (Massiver Wintereinbruch)

    Foto: Stadt Münster

Was genau haben sie für das Modellprojekt untersucht?

Mellmann: Wir haben am Stichtag 27. Januar im ganzen Land Nordrhein-Westfalen rund 950 verwertbare positive Proben gesammelt, dies flächendeckend und damit möglichst repräsentativ in Bezug auf die Einwohnerzahl für alle 53 Kreise. Voraussetzung dafür waren, dass der Patient aus dem Land NRW stammt und eine gewisse Höhe der Viruslast vorhanden sein musste, damit die Sequenzierung grundsätzlich erfolgreich sein kann. Diese Proben wurden unter Hochdruck in drei Großlaboren sequenziert und gemeinsam mit den Partnern an der Uniklinik in Düsseldorf auswertet. Dabei haben wir geschaut, wie viele dieser Proben tragen Mutationen und welche sind es? Konnten wir die drei bekannten VOCs finden oder gibt es andere Varianten in NRW?

Video in Kooperation mit dem WDR:

Sie haben neben den bekannten Virusvarianten noch weitere Mutationen entdeckt?

Mellmann: Ja, wir haben insgesamt 60 verschiedene Varianten des SARS-CoV-2 gefunden. Wir waren wegen der Tendenz zur genetischen Veränderung des Virus davon ausgegangen, dass wir ggf. auch Variationen finden, die noch nicht beschrieben wurden. Allerdings: Neben einer definierenden Punktmutation müssen weitere epidemiologische Kriterien für die Definition einer neuen Variante erfüllt sein. Über 70% unserer Proben machen die Variante und ihren Untergruppen aus, die auch in Europa die Pandemie seit viele Monaten beherrschen. Zur Einordnung: Die Varianten, die wir gefunden haben, weisen teils nur eine Punktmutation auf, die britische Variante ist im Vergleich zum ursprünglichen Virus aus Wuhan, China, an bis zu 17 Stellen im Genom verändert.

Welche Rolle können künftig gezielte „Mutationstests“ spielen? Es kann ja nicht jeder Probe mit einem positiven PCR-Test sequenziert werden?

Mellmann: Bevor man das ganze Genom der Virusprobe entschlüsselt, ist es möglich, im Sinne einer Stufendiagnostik oder wenn man einen hochgradigen Verdacht auf eine VOC hat, einen „Mutationstest“ zu machen, der im Gegensatz zur Sequenzierung in der Regel schon am nächsten Tag ein Ergebnis liefern kann und durch die Bestimmung einer kleineren Auswahl bekannter Mutationen eine erste gröbere Einordnung ermöglicht. Wenn dieser Test positiv ausfällt, lohnt es sich auf jeden Fall, den Abstrich zu sequenzieren. Ist der Test negativ, liegt zumindest keine der bekannten Mutationen vor. Da mit diesen Tests nicht alle Varianten unterschieden werden können, ist hier eine weiterführende Diagnostik wie die Sequenzierung erforderlich.

Studie: Molekulare Surveillance von SARS-CoV-2-Varianten in NRW

Das Land Nordrhein-Westfalen fördert die Studie mit dem Titel „Molekulare Surveillance von SARS-CoV-2-Varianten in NRW“ mit 200.000 Euro. Ziel ist es, Ergebnisse zur tatsächlichen Verbreitung von Virusmutationen im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW zu erhalten. „Nordrhein-Westfalen nimmt damit eine Vorreiterrolle in der molekularen Surveillance ein. Die Studie liefert erstmalig einen repräsentativen Überblick zur Verbreitung von Virusvarianten. Typisch für das Virus: Dort, wo viele Menschen aufeinandertreffen und die Bevölkerungsdichte hoch ist, verbreitet sich das Virus schneller – egal ob Mutation oder die uns bekannte Variante“, sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) laut Mitteilung. Der Minister hatte Mitte Januar im Landtag angekündigt, sich einen schnellen Überblick über die Ausbreitung verschaffen zu wollen. Sorge hatte ihm damals der Nachweis von Mutationen bei 10 Prozent der Corona-Infizierten im Nachbarland Niederlande bereitet. 

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