"Behaupte dich gegen Mobbing" - Tag
Integration statt Isolation

Münster -

Mobbing ist eine spezifische Form der Gewalt, die mit vielfältigen und langfristigen negativen gesundheitlichen Auswirkungen einhergehen kann. Der "Behaupte-Dich-gegen-Mobbing-Tag 2021" möchte für das Thema sensibilisieren und auf präventive Anti-Mobbing-Programme und Interventionsmaßnahmen hinweisen.

Montag, 22.02.2021, 18:30 Uhr
"Behaupte dich gegen Mobbing" - Tag: Integration statt Isolation
Laut dem RKI gehören, global betrachtet, Mobbingerfahrungen zu den führenden Risikofaktoren für psychische Erkrankungen. Foto: picture alliance/dpa | Britta Pedersen

Die Schule, der Arbeitsplatz, im sozialen Umfeld oder im Internet: "Mobbing kann in jeder Situation auftreten", sagt Sozialpädagogin  Katja Grünewald vom Verein sozial-integrativer Projekte e.V. (kurz: VIP) in Münster, der mit Mobbing-Ausübenden und -Opfern arbeitet. Laut einer Studie des Robert-Koch-Instituts , die Mobbing an deutschen Schulen von 2002 bis 2018 genauer in den Blick nimmt, ist trotz rückläufiger Tendenzen nach wie vor mehr als jede siebte Schülerin beziehungsweise jeder siebte Schüler in Mobbing involviert. Darauf möchte der "Behaupte-Dich-gegen-Mobbing-Tag 2021" am 22. Februar aufmerksam machen, denn Information ist ein wichtiges Mittel der Prävention. 

Generationsübergreifendes Problem

"Nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene und Jugendliche können betroffen sein", erklärt Grünewald. Mobbing, eine spezifische Form der Gewalt, tritt wiederholt auf und wird mit der Absicht, andere zu schädigen, ausgeübt. Das dabei entstehende Machtungleichgewicht macht es der betroffenen Person schwer, sich zur Wehr zu setzen. "Es nimmt kein Anfang und kein Ende", beschreibt die Sozialpädagogin die Situation. Sie betont die Verantwortung, die das soziale Umfeld dabei trägt: "Es ist wichtig, dass das Opfer Unterstützung erfährt, integriert anstatt isoliert wird".

Wichtig: Mitspracherecht und Integration

Das träfe aber auch auf die mobbende Person zu. Nach dem sogenannten "No-Blame-Approach" (ein Ansatz, bei dem es nicht um Schuldzuweisung geht) sollte auch der Täter nicht ausgegrenzt werden. Stattdessen sei es wichtig, nach dem Grund für das Mobbing bei der ausübenden Person zu suchen. "Am Ende muss auch diese wieder in die Gesellschaft einbezogen werden", erklärt Grünewald die Strategie. Dabei solle die betroffene Person bei allen Schritten ein Mitspracherecht haben, um die eigene Handlungsfähigkeit wiederzuerlangen. 

Am "Behaupte-Dich-gegen-Mobbing-Tag 2021" zeigt pinke Kleidung Solidarität mit Opfern von Mobbing, wichtig ist eine Sensibilisierung aber nicht nur am 22. Februar. Katja Grünewald empfiehlt, Sorgen jederzeit ernst zunehmen und die Brisanz von Situationen zu prüfen.  

Wer sich selbst betroffen fühlt, kann die  Telefonseelsorge  kontaktieren. Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 helfen Berater, die schon in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten.

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