Tierisches Glück
Verein in Not: Lebenshof sucht neues Zuhause

Rietberg -

Der Verein Tierisches Glück ist in Not. Der Tierschutzverein sucht dringend ein neues Zuhause für seinen Lebenshof. Insgesamt 37 Tiere stehen vor einer ungewissen Zukunft.

Donnerstag, 04.03.2021, 10:00 Uhr aktualisiert: 04.03.2021, 10:03 Uhr
Benjamin Deitert, Carolin Striewisch und Tanja Meyer (r.) streicheln und spielen mit zwei der drei Mastschweine vom Lebenshof „Tierisches Glück“.
Benjamin Deitert, Carolin Striewisch und Tanja Meyer (r.) streicheln und spielen mit zwei der drei Mastschweine vom Lebenshof „Tierisches Glück“. Foto: Jonas Wiening

Ein lautes Geschnatter dröhnt über den Hof Tierisches Glück. Dori ist aufgeregt. Die Gans beäugt neue Menschen immer ganz genau. „Wir haben keinen Wachhund, sondern eine Wachgans“, sagt Carolin Striewisch und redet auf Dori ein. Die 37-Jährige spricht gerne mit den Tieren. „Die sind mir alle sehr ans Herz gewachsen“, sagt Striewisch. Insgesamt sind es 37 Tiere, die gerettet wurden und nun auf dem Hof Tierisches Glück in Rietberg im Kreis Gütersloh ein Zuhause haben.

Rund 20 Helfer

„Wir nennen uns selbst Lebenshof. Das klingt erstens besser als Gnadenhof und außerdem haben wir hier Tiere jeglichen Alters“, sagt Striewisch. Neben den „Fluffys“, wie die Gänse, Hühner und Puten hier genannt werden, beherbergt der Hof vier Ziegen, vier Kühe, sechs Schweine, ein Pferd und zwei Ponys. Und auch vier Waschbären leben hier.

Rund 20 Menschen helfen regelmäßig auf dem Hof. Sie füttern, misten aus und bespaßen die Tiere. „Alle leben hier in einer relativ freien Umgebung, haben ausreichend Platz und werden so artgerecht gehalten wie möglich“, erklärt Carolin Striewisch, die eigentlich als Diplom-Pädagogin arbeitet.

Den Verein Tierisches Glück gibt es schon länger, der Lebenshof wurde 2019 gegründet. Ein Schweinebauer, der in Rente ging, habe es nicht übers Herz gebracht, auch noch seine drei letzten jungen Mastschweine zu schlachten. So landeten die Tiere bei den Gründungsmitgliedern des Tierschutzvereins, Tanja Meyer und Benjamin Deitert, die die Schweine auf einem alten Hof unterbrachten, den sie dafür pachteten. Der Beginn des Lebenshofes.

Die Tiere vom Lebenshof „Tierisches Glück“

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  • Ziege „Bob“ wurde wegen seiner langen Haare nach Bob Marley benannt. Die Ziege sucht hier die Nähe zu Carolin Striewisch, die sich zwei Mal die Woche um die Tiere kümmert.

    Foto: Jonas Wiening
  • Der Lebenshof „Tierisches Glück“ beheimatet insgesamt vier Waschbären. Drei von ihnen sind sehr scheu....

    Foto: Jonas Wiening
  • „Rocket“ hingegen wurde mit der Flasche aufgezogen und spielt gerne mit Menschen.

    Foto: Jonas Wiening
  • Auch Kuh „Paula“ fühlt sich sehr wohl auf dem Gnadenhof.

    Foto: Jonas Wiening
  • Auch zwei Gänse leben auf den Hof. Chefin ist „Dori“ (vorne).

    Foto: Jonas Wiening
  • Pferd „Bollek“ ist schon etwas älter.

    Foto: Jonas Wiening
  • Mastschwein „Einstein“ hat genügend Platz, um sich auszutoben.

    Foto: Jonas Wiening
  • Gleich zwei Ponys leben auf dem Hof, der aktuell noch in Rietberg ist.

    Foto: Jonas Wiening
  • Die Tiere lassen sich gerne streicheln und freuen sich über „Leckerlis“.

    Foto: Jonas Wiening
  • Tierpflegerin Tanja Meyer füttert die „Fluffys“, das Geflügel auf dem Hof.

    Foto: Jonas Wiening
  • Hängebauchschwein „Clara“ lässt es sich gut gehen im Stroh.

    Foto: Jonas Wiening
  • Dieses Mastschwein genießt die Streicheleinheiten von Benjamin Deitert (l.), Carolin Striewisch und Tanja Meyer.

    Foto: Jonas Wiening
  • „Bob“ ist hungrig...

    Foto: Jonas Wiening
  • ...während die anderen Ziegen etwas zurückhaltender sind.

    Foto: Jonas Wiening
  • Lebenshof Tierisches Glück

    Foto: Jonas Wiening
  • Lebenshof Tierisches Glück

    Foto: Jonas Wiening
  • Lebenshof Tierisches Glück

    Foto: Jonas Wiening
  • Lebenshof Tierisches Glück

    Foto: Jonas Wiening
  • Lebenshof Tierisches Glück

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  • Lebenshof Tierisches Glück

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  • Lebenshof Tierisches Glück

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  • Lebenshof Tierisches Glück

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  • Lebenshof Tierisches Glück

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  • Lebenshof Tierisches Glück

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  • Lebenshof Tierisches Glück

    Foto: Jonas Wiening
  • Lebenshof Tierisches Glück

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  • Lebenshof Tierisches Glück

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  • Lebenshof Tierisches Glück

    Foto: Jonas Wiening
  • Lebenshof Tierisches Glück

    Foto: Jonas Wiening
  • Lebenshof Tierisches Glück

    Foto: Jonas Wiening
  • Lebenshof Tierisches Glück

    Foto: Jonas Wiening
  • Lebenshof Tierisches Glück

    Foto: Jonas Wiening
  • Lebenshof Tierisches Glück

    Foto: Jonas Wiening

Im Laufe der vergangenen drei Jahre kamen weitere Tiere hinzu. „Alle Tiere kommen aus ursprünglich schlechter Haltung. Wir haben sie über Privatpersonen oder Institutionen vermittelt bekommen“, erklärt Carolin Striewisch, die sich wie viele andere Ehrenamtliche dem Lebenshof-Projekt angeschlossen hat. Bis auf die Waschbären beherbergt der Hof nur Nutztiere. „Nutztiere im eigentlichen Sinne. Bei uns müssen die Tiere keinen Nutzen haben“, sagt Striewisch und meint: „Tiere sind keine Lebensmittel, sie sind Lebewesen und Freunde.“ In der Industrie würden Tiere aus Konsumgründen ausgebeutet. Das will man beim Verein Tierisches Glück nicht unterstützen. Deshalb leben auch alle Mitglieder und Helfer vegan.

Größerer Hof gesucht

Einen Dreiviertel Hektar ist der Lebenshof in Rietberg groß – nicht mehr groß genug. Der Verein möchte sich vergrößern, um mehr Platz für die Tiere zu haben und um neue Tiere aufnehmen zu können. „Wir hatten einen sehr schönen Hof in Bielefeld gefunden, waren uns mit den Verpächtern dort einig und haben sogar schon unserem aktuellen Verpächter gesagt, dass wir umziehen“, erklärt Striewisch. „Doch dann gab es unerwartete Probleme mit dem neuen Hof und den neuen Verpächtern“, ärgert sich die gelernte Pädagogin. Und da der aktuelle Verpächter schon neue Planungen mit dem derzeitigen Standort hat, steht Lebenshof vor dem Ende.

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„Wir müssen zeitnah einen neuen Hof finden“, sagt Striewisch. „Der Hof sollte im Kreis Gütersloh, im Kreis Warendorf oder in Bielefeld sein. Er sollte einen Hektar groß sein und eine kleine Wohneinheit haben.“

Eine Pacht wäre der Wunsch, aber auch ein Kauf würde für den Verein, der sich komplett über Spenden finanziert, in Frage kommen. Die Zeit aber rennt für Gans Dori und Co.

Kontakt

Wer mehr über den Verein Tierisches Glück wissen möchte oder dem Lebenshof bei der Suche nach einem Zuhause helfen kann, kann sich an den Verein per E-Mail (tierieschesglueck@ gmail.com) wenden oder Carolin Striewisch unter der 0179/6369423 erreichen. 

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