Astrazeneca für Bürger über 60 Jahre
Mail-Probleme verzögern Buchungen von Impfterminen

Dortmund/Münsterland -

Der Ansturm auf Impftermine mit Astrazeneca war am Wochenende groß. Doch Mail-Probleme machten vielen Impfwilligen einen Strich durch die Rechnung.

Dienstag, 06.04.2021, 15:55 Uhr aktualisiert: 06.04.2021, 19:08 Uhr
Der Weg zum Impftermin ist manchmal verworren. Bei der Terminvergabe für Menschen über 60 lief nicht alles glatt. Die ersten Impfungen gab es aber dennoch.
Der Weg zum Impftermin ist manchmal verworren. Bei der Terminvergabe für Menschen über 60 lief nicht alles glatt. Die ersten Impfungen gab es aber dennoch. Foto: Gunnar A. Pier

Schwarz auf weiß hatte es ein Gronauer ärztlich bescheinigt: Er gehöre aufgrund seiner chronischen Erkrankung zur zweiten Impfgruppe. „Nicht impfberechtigt“ zeigte ihm allerdings das Internet-Portal zur Termin-Vergabe an als er sein Alter eingegeben hatte. Was denn nun? Nur eins von verschiedenen Probleme, die am Wochenende auftauchten.

52 Jahre ist der Gronauer alt – eigentlich zu jung für die zweite Impfgruppe. Die Aussage, dass der Mann nicht impfberechtigt sei, beziehe sich nur auf das Impfen in Impfzentren, erklärt Heike Achtermann von der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL). In Impfzentren werden nur die Menschen geimpft, die durch ihr Alter berechtigt seien. Als Chronisch-Erkrankter erhalte man sein Vakzin bei einem Arzt. Doch der habe wiederum einen gewissen Ermessens-Spielraum. Der Gronauer erfuhr jedenfalls von seinem Hausarzt, dass dieser seinen Ermessens-Spielraum so nutze, dass er zuerst ältere Menschen impfe und dann Chronisch-Erkrankte.

Doch der Gronauer, der nun per Anwalt seinen Impf-Termin erhalten will, war nicht der einzige, der am Wochenende mit der Terminvergabe zu kämpfen hatte. Auch wer über 60 Jahre alt ist, hatte es nicht unbedingt einfacher. Ein 67-jähriger Emsdettener erhielt die gleiche Fehlermeldung, er sei nicht impfberechtigt – obwohl er alt genug gewesen wäre. Über die Hotline der KVWL habe er versucht, auf den Fehler hinzuweisen. Vanessa Pudlo, Pressesprecherin der KVWL, ist der Vorgang nicht bekannt. Solche Fehler seien der KVWL nicht gemeldet worden.

Mail-Bestätigungen kommen nicht über

Ein anderes Problem am Wochenende: Um einen Termin zu buchen, war eine vorherige Anmeldung nötig. Doch bei vielen Mail-Anbietern verspätete sich die notwendige Bestätigungs-Mail. „Über die sozialen Netzwerke sind wir auf den Fehler aufmerksam geworden“, erläutert Heike Achtermann. Mittlerweile habe die KVWL das Problem gelöst. Die Menschen über 79 Jahre, die seit Dienstag Termine buchen können, können dabei alle Mail-Adressen verwenden. Abgesehen von dem Mail-Problem habe das Impfportal aber dem Ansturm standgehalten. Laut KVWL griffen am Wochenende bis zu 7400 Menschen pro Sekunde auf die Internetseite zu.

Adressfehler

Wer sich dabei bis zur Terminbuchung durchgeschlagen und einen Termin ergattert hatte, der konnte den Informationen des Portals aber auch nicht überall vertrauen. Im Kreis Coesfeld übermittelte die KVWL die Adresse des Impfortes falsch. Sie gab das Impfzentrum an – doch die Impfungen werden am Richard-von-Weizsäcker-Berufskolleg in Dülmen gespritzt. Hartmut Levermann von der Pressestelle der Kreisverwaltung Coesfeld berichtet, dass die Verwaltung keine Schuld treffe. Der Fehler liege bei der KVWL. Wichtig sei nun, dass jeder der rund 5500 Menschen, die im Kreis Coesfeld einen Termin bekamen, auch am richtigen Ort zur richtigen Zeit seien, um das Vakzin zu erhalten.

Ärzte impfen

Seit Dienstag können auch die ersten Ärzte impfen. Diese bestellen ihren Impfstoff bei Apotheken, die auch die Auslieferung übernehmen, wie Heike Achtermann sagt. Doch keine Regel ohne Ausnahmen: Der Kreis Warendorf erhielt vom Land NRW 7000 Astrazeneca-Dosen. 4800 davon verteilt das Impfzentrum an Ärzte, die diese in ihren Praxen verwenden. Das erklärte Felix Höltmann von der Kreisverwaltung Warendorf.

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