Alstätte
Bahntrasse: Stadt-Ankauf perfekt

Montag, 17.12.2007, 16:12 Uhr

Ahaus / Alstätte . Der „Deal“ ist in trockenen Tüchern: Nachdem der Stadtrat im September den Ankauf der von der Bezirksregierung Münster freigestellten, etwa neun Kilometer langen Bahntrasse der Ahaus Alstätter Eisenbahn ( AAE ) beschlossen hatte, ist die Eigentumsübertragung nun auch notariell beurkundet worden, teilt die Stadt auf Anfrage mit.

Das ehemalige Gleisgelände diente der Ahaus Alstätter Eisenbahn GmbH (AAE) bis zum Frühjahr als Bahntrasse vom Bahnhof Ahaus bis zum Alstätter Brook. Die Bahnstrecke war 1903 durch die neu gegründete Ahaus-Enscheder Eisenbahn (AEE) in Betrieb genommen worden und Teil einer durchgehenden Schienenverbindung in die Niederlande, weshalb sie auch „Zwei-Staaten-Bahn“ genannt wurde. Ausschlaggebend für den Bau waren vor allem die Interessen der großen Textilwerke in Enschede gewesen, Kohle aus dem Ruhrgebiet auf dem Schienenweg kostengünstig transportieren zu können.

Nach mehreren Eigentümerwechseln hatte die AAE 1989 die Trasse übernommen. Das Güterverkehrsaufkommen lag zuletzt noch bei rund 10 000 Tonnen und Jahr. Hauptkunde war die Bundeswehr mit ihrem Depot in Vreden-Lünten. Nachdem auch der Gütertransport zum Erliegen kam, hat die Bezirksregierung Münster das ehemalige Bahngelände im Frühjahr 2007 freigestellt, da das Verkehrsbedürfnis für die Strecke entfallen war.

Nach der Demontage der Gleise, die über den Sommer bis in den Herbst hinein erfolgte, wird nun das Schotterbett kurzfristig ausgekoffert, damit das Gelände an die Stadt Ahaus übergeben werden kann. Die Stadt hat zur Zeit nach eigenem Bekunden noch keine konkreten Planungen für das ehemalige Bahngelände. Ohne Zeitdruck und unter Berücksichtigung aller Planungsaspekte soll die zukünftige Verwendung geprüft werden, teilt sie in einer Pressemitteilung mit. Dies auch unter dem Gesichtspunkt, dass im neuen Jahr die Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes ansteht. Dabei seien verschiedene Alternativen denkbar.

Für den Erwerb von Teilflächen durch Landwirte, deren landwirtschaftliche Flächen an der Bahntrasse liegen, gibt es bereits entsprechende Anfragen, heißt es in der Mitteilung weiter. Denkbar sei darüber hinaus auch eine Renaturierung von Teilflächen für eine anschließende Verwendung als ökologische Ausgleichsfläche. Schließlich seien auch dörfliche oder städtische Nutzungen denkbar.

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