Alstätte
Ulrich Boom zum Weihbischof ernannt

Sonntag, 07.12.2008, 12:12 Uhr

Ahaus-Alstätte/ Würzburg /Rom - Der gebürtig aus Alstätte stammende Ulrich Boom , Pfarrer in Miltenberg, wird neuer Weihbischof in Würzburg und Titularbischof von Sulletto. Papst Benedikt XVI. ernannte den 61-Jährigen zum Nachfolger von Weihbischof em. Helmut Bauer (75), dessen altersbedingten Amtsverzicht er am 18. März 2008 angenommen hatte. Die Ernennung wurde am Fest des Bischofs Nikolaus (6. Dezember) gleichzeitig in Rom und Würzburg bekannt gegeben.

Würzburgs Bischof Dr. Friedhelm Hofmann teilte die Entscheidung des Heiligen Vaters beim Mittagsgebet im Würzburger Kiliansdom mit. Gleichzeitig lud er die Gläubigen im Bistum Würzburg zum Gebet für den ernannten Weihbischof und zur Feier der Bischofsweihe am Sonntag (25. Januar) um 15 Uhr im Kiliansdom ein.

Boom wurde am 25. September 1947 in Ahaus-Alstätte geboren. Nach einer Ausbildung als Bauzeichner holte er sein Abitur über den zweiten Bildungsweg am Overberg-Kolleg in Münster nach. Theologie studierte Boom zunächst in Münster, dann in München und Würzburg. In München studierte Boom zusätzlich Kunstgeschichte. Das Diakonat führte Boom in die Schweinfurter Pfarrei Sankt Peter und Paul, Praktika zuvor in die Urlaubsseelsorge an der Nordsee und als Tutor in die afro-asiatische Studentengemeinde in Wohnheimen des Hilfswerks Missio in München.

Bischof Dr. Paul-Werner Scheele weihte Boom am 25. Februar 1984 im Kiliansdom in Würzburg zum Priester. Danach war Boom zwei Monate Kaplan in Schweinfurt. Von Mai 1984 bis Ende 1986 wirkte er als Kaplan in Baunach. Zum Jahresanfang 1987 wechselte er als Pfarrverweser nach Frammersbach im Landkreis Main-Spessart und wurde zum 1. Oktober 1987 Pfarrer von Frammersbach. Von 1990 bis 2000 war Boom auch als Dekan des Dekanats Lohr am Main tätig, zuvor bereits über ein Jahr lang Dekan-Stellvertreter. Von 1992 bis 2000 war er auch Mitglied des Diözesanpastoralrats. 1993 übernahm er zusätzlich die Pfarrei Habichsthal, 1998 auch die Pfarrei Partenstein. Zum 1. Mai 2000 ernannte ihn Bischof Scheele zum Pfarrer von Miltenberg. Neben seiner Pfarrtätigkeit ist Boom in Miltenberg auch als Religionslehrer tätig. Seit 2006 ist er auch Pfarradministrator von Bürgstadt.

Als Vorsitzender des Diözesanverbands Würzburg des Deutschen Katecheten-Vereins ( DKV ) engagierte sich Boom von 1991 bis Ende 2005. Seit 1996 ist er außerdem Mitglied im DKV-Vorstand auf Bundesebene, seit Mai 2003 stellvertretender DKV-Bundesvorsitzender. Bischof Hofmann berief Boom zum 1. Februar 2006 auch als Mitglied in die Kunstkommission der Diözese Würzburg.

In die bundesweiten Schlagzeilen geriet der Pfarrer, als er am 22. Juli 2006 die Glocken der Miltenberger Jakobuskirche 20 Minuten lang läuten ließ und so eine Kundgebung einer NPD-Jugendorganisation verhinderte. Ein anschließendes Ermittlungsverfahren wegen Störung einer genehmigten Versammlung wurde am 16. November 2006 ohne Zahlung einer Geldauflage eingestellt. Die bayerische Justizministerin Beate Merk hatte die Entscheidung selbst getroffen, nachdem die Staatsanwaltschaft Aschaffenburg aufgrund einer Anzeige der NPD gegen den Pfarrer ermittelt hatte. Für seinen couragierten Einsatz erhielt Boom am 25. November 2006 den Aschaffenburger „Mutig-Preis 2006“.

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