Alstätte
Sternennacht unterm Sternenhimmel

Montag, 19.10.2009, 07:10 Uhr

Ahaus-Alstätte - „Spielt Ihr auch Sternenhimmel ?“ Es hätte gut zum Abend gepasst, aber „In Fokus“ konnte der jungen Blondine den Wunsch nicht erfüllen. Die Band, die bei der 7. Alstätter Sternennacht im Musikcafé Poll den Abend bestritt, hatte zwar viel zu bieten: klassische Rock-Covers und eigene Songs, melodische Arrangements, aufwendige Instrumentierung, ungewöhnliche Soli mit Mundharmonika und Steel-Guitar-Sound und einen Sänger, der mitunter an Freddie Mercury denken ließ. Hubert Kahs „Sternenhimmel“ gehörte nicht zum Repertoire.

Den gab es dafür draußen vor der Tür, und so stellte Ahmed Zayed, der Betreiber der benachbarten Pizzeria Alexana kurzerhand Grill und Pilzpfanne vor die Tür, um die Kneipenbummler mit heißen Snacks zu versorgen.

Besonders die vielen Teenager, die entlang der Sternennacht-Meile unterwegs waren, hätten es bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt wohl gut brauchen können. Wer nicht volljährig war, durfte nämlich nicht hinein in die beteiligten Kneipen. Stattdessen bevölkerten zahlreiche, deutlich alkoholisierte Jugendliche den Platz rund um die Kirche, darunter auch viele offenbar jünger als 16.

Man habe den Verkauf der Eintritts-Armbändchen bewusst erst am Abend gestartet, um Missbrauch zu verhindern, erklärte Veranstalter Heiner Niemeier im Gespräch mit den WN. Er habe versprochen, hier konsequent zu sein. „Da wird sich die Szene dran gewöhnen müssen.“

Die Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes, die deutlich sichtbar zwischen den Gaststätten patrouillierten, sollten „den Lärm flach halten“, sagte Niemeier angesichts der Ansammlungen von Jugendlichen, die mit Bier- und Schnapsflaschen rund um die Kirche standen. Man wolle Ärger mit Anwohnern vermeiden. Tatsächlich mussten die beiden Sicherheitsleute keine zwei Meter entfernt bereits die ersten Streithähne trennen, die im Rausch aufeinander losgingen.

Mancher Wirt hätte sich wohl einige Gäste mehr gewünscht. „Wir brauchen noch mindestens 150, damit es sich rechnet“, hieß es gegen 21.30 Uhr bei Wissing, wo „Obst und Gemüse“ vor noch leerer Tanzfläche Robbie Williams „Feel“ anstimmten.

Bei „Mama Livia“ wurde um diese Zeit schon getanzt. Während alle Tische voll besetzt waren und sich im Eingang der Besucherstrom drängte, wechselte hier das Duo „Cuori Italiani“ gerade von Adriano Celentanos „Lasciate mi cantare“ zu „Footloose“ und begeisterte damit nicht nur zahlreiche weibliche Gäste, die sich auf der winzigen Tanzfläche drängten: Auch Wirtin Mama Livia persönlich schwang die Hüften zur Musik.

Bei Bredeck-Bakker indes hieß es am Eingang zum Festsaal „Geschlossene Gesellschaft“. Zwar gab es auch hier Live-Musik und Party-Stimmung, an der Sternennacht beteiligte man sich aber nicht.

Unterdessen drängten sich am Nebeneingang zum Saal bei Franke viele Jugendliche, die sich eben noch an der Kirche versammelt hatten. „Später kommen die alle rein“, kommentierte eine Frau, die das Treiben beobachtete. „Wir können Präsenz zeigen und für Ruhe sorgen“, sagte einer der Sicherheitsleute. „Im Zweifel ruft man die Polizei , aber verbieten können wir nichts.“

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