Alstätte
Schülerschwund trifft Hauptschule

Freitag, 19.02.2010, 17:14 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 19.02.2010, 17:14 Uhr

Ahaus-Alstätte - Die Zahl der Neuanmeldungen an der Annette-von-Droste-Hülshoff-Hauptschule befindet sich im Sinkflug: 31 Fünftklässler werden nach den vorläufigen Anmeldezahlen im kommenden Schuljahr an der Alstätter Hauptschule starten. Zum Vergleich: Im Schuljahr 2000/01 waren es noch 76.

Für Schulleiterin Anneliese Vortkamp kommt der Anmeldeschwund nicht überraschend. „Die Grundschule hatte uns bereits im Vorfeld mitgeteilt, dass wegen eines Rückgangs ihrer Schüler mit einem Einbruch zu rechnen ist“, sagte sie gestern im Gespräch mit den WN. Hinzu kämen die Imageprobleme, mit denen die Hauptschulen landesweit zu kämpfen hätten. Diese wirkten sich - trotz großer Anstrengungen, dies zu verhindern - auch auf die Alstätter Hauptschule aus. „Wir haben es bei der Anmeldung in der vergangenen Woche erlebt: Eltern versuchen mit aller Macht, ihre Kinder zumindest auf die Realschule zu bekommen.“ Der seit Jahren anhaltende Schülerschwund sei das Ergebnis einer „Eltern-Abstimmung mit den Füßen“ nach dem Motto „Wenn die Politik nichts tut, tun wir etwas!“

Angesichts der sich zuspitzenden Lage fordert Anneliese Vortkamp die Entscheidungsträger sowohl vor Ort als auch in Düsseldorf zum Handeln auf. Spätestens nach der Landtagswahl im Mai werde sich etwas ändern müssen, wolle man nicht riskieren, dass die Hauptschulen schon mittelfristig aus der Schullandschaft verschwinden. Auch die Ahauser Politik müsse über die Zukunft der Hauptschulen vor Ort nachdenken. Eine nur noch einzügige Alstätter Hauptschule sei auf Dauer nicht existenzfähig, da keine Differenzierung mehr möglich sei.

Zunächst hat Anneliese Vortkamp aber noch ein ganz anderes Problem: 31 Fünftklässler sind zu wenig, um im Schuljahr 2010/11 zwei Eingangsklassen zu bilden, und zu viel für die Einrichtung einer Klasse. Die Schulleiterin hofft jetzt darauf, dass noch zwei oder drei Nachzügler hinzukommen. „Dann könnte ich gegenüber der Schulaufsicht so gerade noch die Bildung von zwei Klassen verantworten.“

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