Alstätte
Big-Band-Schmiede LMA

Montag, 24.05.2010, 17:05 Uhr

Heek-Nienborg - „Ein beschwingtes Konzert“ wünschte LMA-Chef Ernst-Leopold Schmid den Zuhörern - ein Wunsch, der am Pfingstsonntag schnell in Erfüllung ging bei den Darbietungen der Europäischen Jazzakademie . Eine Woche lang hatten die gut 80 Teilnehmer unter Anleitung der 18 Dozenten gearbeitet. Dabei muss es zugegangen sein wie in einer Hochleistungsschmiede; denn aus so vielen Teilnehmern, die als Jazzkünstler eher Individualisten als Herdenmenschen sind, funktionierende Ensembles zusammenzuschweißen, ist eine Aufgabe für sich. Doch wieder einmal gelang das Experiment. Auch ohne Peter Herbolzheimer, den im März verstorbenen langjährigen künstlerischen Leiter des Projekts. Mit Jiggs Whigham hat die LMA einen Nachfolger gefunden, der nicht nur die musikalisch-pädagogischen Voraussetzungen mitbringt, sondern auch den Spirit, der für die Jazzprojekte so bedeutsam ist.

Im Rahmen der Matinee feierte die Gesellschaft der Freunde und Förderer der LMA ihr 20-jähriges Bestehen. Landesministerin Christa Thoben, die von 1990 bis 2000 deren Vorsitzende war, erinnerte in ihrem Grußwort an die Anfänge der LMA. Dass die Gründung trotz aller Schwierigkeiten gelungen sei, „das hat auch mit Ihnen zu tun“, wandte sie sich an Schmid. „Sie haben die Fähigkeit zu begeistern.“

Die Bedeutung von Musik für die Entwicklung von Kindern sei nicht zu hoch genug einzuschätzen, machte Thoben deutlich. Daher zog sie auch das Fazit: Die Akademie tut dem Land gut“.

Reinhard Knoll, Vorsitzender des LMA-Trägervereins, schlug in die gleiche Kerbe. Er stricht die Impulse heraus, die von der LMA ausgingen.

Dann hatte die Musik das Wort. Nach dem einleitenden „One OClock Jump“ der GreyHair Covention und der Master Class ging es unter Leitung von John Ruocco mit dem swingenden „Johnny One Note“ weiter, zu dem auch die Vokalgruppe „MasterBirds“ ihren Beitrag leistete.

Musikalisch am interessantesten waren die Beiträge der Combo 1 unter Peter Weniger. Eine ausgereifte, organische Zusammenstellung mehrerer Titel im Stile einer Rhapsody. Das pulsierte, rief Stimmungen und Emotionen wach, nicht zuletzt wegen der gelungenen Kombination der Instrumente mit der Stimme von Franziska Katharina Brücker.

Schließlich hatte die Bigband der Akademie ihren Auftritt unter Leitung von Whigham. Ein grandioses Arrangement der John-Lewis Komposition „Afternoon in Paris“, folgte der „Funky Cha Cha“ von Arturo Sandoval, der kubanisch-rhythmisch abging. Der ruhige „First Love Song“ wartete mit einem fast impressionistischen Solo des Pianisten Florian Bosse auf. Swing as its best kam noch mal mit dem „Ive got a Gal in Kalamazoo“ auf, zu dem wiederum Teilnehmer der Sängergruppe ihre Stimmen klingen ließen. Wunderbar sacht ließ Ack van Rooyen sein Flügelhorn erklingen - bei „Walking Tiptoe“ war das auch angebracht.

Den Schlusspunkt setzte die Band mit „Give it up“, einem typischen „Chicken“-Stück, wie Whigham erklärte. Der bigbandmäßige Rockroll-Rhythmus habe diese Bezeichnung von Tontechnikern erhalten, weil sie die Musik an das Gegacker von Hühnern erinnere. Zur Gaudi der Zuhörer stolzierte während des Stücks Bruno Castelucci, immer zu Scherzen aufgelegter Schlagzeug-Dozent, wie ein aufgeregter Gockel über die Bühne.

Mit dem Dank Schmids an alle Beteiligten endete die Matinee.

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