Alstätte
Wallfahrtsort und Passionsspiele

Samstag, 04.09.2010, 05:09 Uhr

Heek-Nienborg/Ahaus-Alstätte - 125 Frauen und Männer aus Nienborg , Heek, Ahaus, Alstätte und Vreden-Ellewick machten sich jetzt auf den Weg ins benachbarte Emsland. Unter der Leitung von Josef Schuckenbrock aus Nienborg ging es früh morgens zunächst nach Heede, wo der im Heimaturlaub befindliche Bischof em. Martin Lammers mit dem Pfarrer von St. Petrus das Hochamt in der über 500 Jahre alten Kirche zelebrierte.

Hermann Bülscher , ein Cousin von Josef Schuckenbrock, zeigte den Besuchern den Ort. Dabei hinterließen die Pfarrkirche, die Bronzeskulptur von Papst Johannes Paul II. im Marienpark, die Grabstätte von Grete Ganseforth und die Gebetsstätte einen besonderen und bleibenden Eindruck auf die Touristen.

Mit dem Bus ging es anschließend weiter entlang der Transrapid-Versuchsstrecke in Lathen nach Stavern . In der Gaststätte Gerdes gab´s Mittagessen. Für eine musikalische Überraschung sorgte der Männergesangverein Stavern, der die Besucher mit Volks- und Stimmungsliedern unterhielt. Den Höhepunkt des Tages bildete die Aufführung der „Passion“ auf der Waldbühne Ahmsen, die mit 2000 Besuchern bis auf den letzten Platz gefüllt war.

„Hosanna! Hosanna!“, hört man es rufen. Ein junger Mann auf einem Esel reitet durch die ihn umjubelnde Volksmenge. Mit dieser bekannten Szene des Einzugs Jesu in Jerusalem startete die Aufführung des biblischen Stoffes. Bekannte Bilder ziehen die Besucher in ihren Bann wie die äußerst feierliche und ritualbestimmte Szene des letzten Abendmahls mit Brotbrechung, Fußwaschung und der Enttarnung des Verräters. Der Zeit angepasst hat der langjährige Ahmsener Regisseur Bernd Aalken die Gruppe der Jünger um Jesus: er inszeniert sie als eine „Horde“ junger streitbarer Menschen.

Das Volk von Judäa ist nicht zu bremsen: „Ans Kreuz mit ihm! Ans Kreuz mit ihm!“, schreit die Menge immer wieder. Jesus wird mit gefesselten Händen im weißen Gewand vorgeführt. Doch Pilatus lässt sich von Volk und Hohem Rat nicht erweichen und schickt die Ankläger weiter zu Herodes.

Am Hof des Herodes, werden die Zuschauer durch modernen Zeitgeist überrascht: Herodes tritt in schillernder Kleidung mit freier Brust vor den Angeklagten und fordert ihn zu einer Kostprobe seines Könnens heraus. Doch an dessen Verurteilung ist Herodes nicht interessiert. So wird die Volksmenge zurück zu Pilatus geschickt, der schließlich dem Drängen des Volkes nachgibt und den Prediger zur Kreuzigung ausliefert. Den Zuschauern stockt der Atem als drei Kreuze auf einer Anhöhe hochgezogen werden und Jesus seine letzten Worte spricht. Die Aufführung endet nach Grablegung und der Auferstehungsszene mit dem Einzug aller Mitspieler in weißen Gewändern - ein brennendes Licht in der Hand.

Josef Schuckenbrock gerät bei seiner Berichterstattung richtig ins Schwärmen: „Alle Teilnehmer waren vollauf zufrieden“, weiß er aus zahlreichen Rückmeldungen, dass die Inszenierung allen zu Herzen ging. Besonders der Darsteller von Judas hatte es ihnen angetan. Das Stück wurde aus Anlass der 60. Wiederkehr der Frauenkundgebungen zum dritten Mal in Ahmsen aufgeführt.

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