Gemeinschaftskonzert von Musikverein, MGV und „For Pleasure“
Soli für das Orchester

Ahaus-Alstätte/Legden -

Ahaus-Alstätte - Das traditionelle Jahreskonzert des Musikvereins, das er wieder einmal gemeinsam mit den Chören von Männergesangsverein Eintracht und „For Pleasure“ veranstaltete, wurde zu einem wahren Fest der Musik.

Montag, 26.03.2012, 07:03 Uhr

Gemeinschaftskonzert von Musikverein, MGV und „For Pleasure“ : Soli für das Orchester
Reichlich Platz für ein wahrhaft großes Orchester bot die Bühne im Audimaxx in Legden, wohin die Ausführenden für ihr traditionelles Jahreskonzert ausgewichen waren, nachdem die Stadthalle Ahaus wegen Renovierungsarbeiten nicht verfügbar war. Foto: Christiane Nitsche

Es war wohl als Scherz gemeint, aber weit von der Wahrheit weg war Ludger Gesenhues nicht, als er feststellte: „Alles lauter Solisten hier.“ Da hatten sich die Musiker des Musikvereins Alstätte mal wieder gegenseitig bejubelt, und Dirigent Ludger Niemeier ließ fast alle Register der Reihe nach aufstehen, um ihnen Lob und Respekt für ihre Leistung zu zollen.

Wie recht er hatte: Das traditionelle Jahreskonzert des Musikvereins, das er wieder einmal gemeinsam mit den Chören von Männergesangsverein Eintracht und „For Pleasure“ veranstaltete, wurde zu einem wahren Fest der Musik. Und wo sonst läge das Geheimnis eines großen, orchestralen Wohlklangs von Anfang bis Ende, wenn nicht in der Qualität unzähliger Einzelleistungen, die perfekt aufeinander abgestimmt sind?

Tatsächlich hatten sich die Musiker unter Niemeiers Führung ein „ambitioniertes, breit gefächertes Programm auf möglichst hohem Niveau“ vorgenommen, wie Moderator und MV-Vorsitzender Gesenhues erklärte.

Ein experimentierfreudiges und mutiges dazu: Nach dem Graf Zeppelin-Marsch als „Opener“ (Gesenhues) und der Ouvertüre zu Rossinis „Barbier von Sevilla“ ging es im Programm für Blasorchester-gewohnte Ohren ungewöhnlich bunt zu. Nicht nur einen temporeichen Irischen Jig hatten sich Musiker mit „The Irish Washerwoman“ verordnet, sondern auch noch die für europäische Ohren höchst komplizierten und fremdartigen „Variations on a Korean Folk Song“ des Korea-Veteranen John Barnes Chance – „eine ambitionierte Komposition, die von den Musikern höchste Konzentration fordert“, wie Gesenhues erklärte. Das galt namentlich für das Schlagwerk-Register, das hier auf ganze zehn Instrumentalisten aufgestockt wurde und seine Aufgabe mit Bravour erfüllte.

Bravo-Rufe gab es aus dem Publikum für das Orchester ebenso wie für die zahlreichen Einzelleistungen des Abends. Darunter etwa Annika Rolfes, die mit ihrer Sopranstimme den Männergesangsverein beim „Panis Angelicus“ unterstützte. Das von Henriette Eikenaar so sensibel wie souverän geführte Männerensemble setzte damit den umjubelten Schlusspunkt unter seinen Programmteil, der in nur vier Liedern eine ganze Bandbreite an Möglichkeiten des Chorgesangs dargeboten hatte. Schade nur, dass sich hier offenbar keine jungen Sänger finden lassen, um die Zukunft des Chors zu sichern. Von den Herren dürfte keiner jünger als 45 sein.

Karl-Heinz Höper dagegen kann aus dem Vollen schöpfen. Er lieh nicht nur Nina Leveling an den Musikverein aus, wo sie für ihre Interpretation von „How High the Moon“ neben Saxofonist Jens Feldkamp glänzte. Höper machte schließlich aus „For Pleasure“ einen vierstimmigen „Doppel-Chor“, um Van Halens „Jump“ völlig neu zu interpretieren – kaum minder ambitioniert und mutig als Niemeiers Truppe, der schließlich den treffendsten Kommentar des Abends von der Bühne vernehmen ließ: „Yes!“

Christiane Nitsche

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