Gemeinschaftskonzert „Musik, die nie verklingt“
Mit Temperament und Leidenschaft

Ahaus-Alstätte/Legden -

Es ist schon gewaltig, was das Musikdorf Alstätte aus eigener Kraft auf die Beine stellt: Am Gemeinschaftskonzert „Musik, die nie verklingt“ wirkten am Samstagabend rund 160 Musiker, Sängerinnen und Sänger mit. Mancher Konzertveranstalter wäre froh, wenn so viele Besucher im Zuhörerraum säßen . . .

Montag, 18.03.2013, 09:03 Uhr

Der Musikverein Alstätte unter dem Dirigat von Ludger Niemeier brillierte beim Konzert „Musik, die nie verklingt“ am Samstag in Legden.
Der Musikverein Alstätte unter dem Dirigat von Ludger Niemeier brillierte beim Konzert „Musik, die nie verklingt“ am Samstag in Legden. Foto: Martin Borck

Die Alstätter hatten ihren Auftritt erneut nach Legden in den „Audimaxx“ verlegt, der fest in Alstätter Hand war. Die Zuhörer erlebten zweieinhalb Stunden musikalische Un­ter­haltung auf hohem Ni­veau.

Das Genre „Märsche“ verbindet man gemeinhin mit einer gewissen Zackigkeit. Dem Titel „Mein Regiment“, mit dem der Musikverein das Programm einleitete, verliehen die Musiker jedoch eine gewisse Geschmeidigkeit, ohne dass sie jedoch den Marsch-Charakter verwässert hätten.

Temperamentvoll gingen die Musiker unter Leitung von Ludger Niemeier den Querschnitt durch Bizets Oper „Carmen“ an. Die unterschiedlichen Stimmungen der facettenreichen Oper gaben sie ausgezeichnet wieder.

Um die Zukunft des Musikvereins braucht einem nicht bange zu sein: Die Nachwuchsarbeit bringt immer wieder große Talente hervor. Wie zum Beispiel Simon Becking und Jan Rensing . Die beiden 18-Jährigen brillierten als Solisten an Horn und Xylofon im Rondo aus dem Hornkonzert Nr. 3 von Mozart bzw. bei der Czardas von Monti. Rensing gelang es sogar, sein Instrument wie eine Geige (für die das Stück ursprünglich komponiert wurde) schluchzen zu lassen. „So, und jetzt wieder fürs Abitur lernen!“, forderte Moderator Ludger Gesenhues launig die beiden jungen Solisten nach ihrer fabelhaften Leistung auf.

Der Musikverein könnte es sich ja einfach machen und auf Nummer sicher gehen. Arrangements spielen, die die Musiker intus haben. Doch jedes Mal stellen sie sich neuen Herausforderungen: Am Samstag war es ein Arrangement mit Melodien aus Bernsteins „West Side Story“ mit dem unglaublich vertrackten Mambo. Bis zum letzten Moment war nicht sicher gewesen, ob die Musiker das Wagnis einer Aufführung eingehen würden. Doch: Wer nicht wagt der nicht gewinnt. Der Musikverein gewann. Mit Wucht und Verve nahmen die Musiker die Klippen: Die unverhohlene aggressive Note, die in der Musik mitschwingt, die flirrenden hohen Flöten- und Klarinettentöne, die die hohe Nervosität der Akteure in dem Musical widerspiegelt – all das kam ausgezeichnet zur Geltung. Auch die Musiker waren‘s zufrieden, wie man ihren Kommentaren in der Pause entnehmen konnte.

Mit irisch angehauchter Musik (passend am Vorabend des St.-Patricks-Days und mit irisch-grün angestrahltem Bühnenhintergrund) ging es weiter. Schmusig wurde es beim alten Elvis-Hit „Can‘t help falling in love“, zu dem Jens Feldkamp ein stimmiges Saxofon-Solo beisteuerte. Der temperamentvolle „Latin Cha Cha“ beendete den dritten Block des Musikvereins.

Aber es gab ja auch noch die vokalen Beiträge: Der MGV „Eintracht“ entführte die Besucher nach Kaukasien, in die USA, nach Indonesien und Russland. Vor allem die obertonreichen Harmonien beim Barbershop-Song „My Evaline“ gefielen. Für „Nina Bobo“, das von Chorleiterin Henriette Eikenaar arrangierte Lied aus Indonesien, hatten sich die Sänger mit Ines Vinkelau weibliche Verstärkung geholt, deren ausdrucksstarke Stimme alleine das Auditorium füllte. Auch als „Zwölf Räuber“ hinterließen die Sänger durch ihren ausgezeichnet artikulierten Gesang Eindruck

Das weibliche Pendant zum MGV bildeten die Sängerinnen der „Young Voices“. Ein knisterndes Intro hatten sie sich für das Stück „Africa“ von „Toto“ ausgedacht: mit Händen, Fingern, Füßen erzeugten sie ein akustisches Gewitter: Man hörte dicke Tropfen pladdern, die Einschläge der Blitze – fantastisch – und dann schlich sich langsam die Melodie ein. Ein tolles Erlebnis. Großartig auch die gefühlvolle Popballade „Symphonie“ von Silbermond und das kräftige „Don‘t stop me now“ von „Queen“. Leidenschaft und vor allem großen Spaß an der Musik vermittelten die Sängerinnen und ihre Leiterin Martraud Leeners.

Schließlich übernahm noch einmal der Musikverein das Zepter: Mit Filmkompositionen von John Williams, die die Zuhörer sogar ins All zum „Krieg der Sterne“ führten, und einer beschwingten Samba endete das Konzert, für das die Zuhörer mit kräftigem Applaus dankten.

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