Nachwuchszüchter
Tauben sind ihnen am liebsten

Ahaus-Alstätte -

„Arabischer Trommler“ und „Kölner Tümmler“ – wer weiß schon, was das sein soll? Leon Gerwing und Timo Eing wissen es ganz genau. Die beiden Realschüler sind Taubenzüchter aus Leidenschaft, und das sehr erfolgreich.

Samstag, 28.06.2014, 15:06 Uhr

Der zwölfjährige Timo aus Ottenstein ist bereits ein alter Hase im Geschäft. Vater Stefan, ein gebürtiger Alstätter, ist seit vielen Jahren Mitglied im dortigen Rassegeflügel- und Vogelzuchtverein (RGVZV). Von ihm hat Timo die Liebe zu den Tieren quasi in die Wiege gelegt bekommen. Seit frühester Kindheit begleitete er seinen Vater zu den Taubenschlägen in Alstätte und half ihm bei allen anfallenden Arbeiten. So war es nur natürlich, dass irgendwann der Wunsch aufkam, eine eigene Rasse zu züchten. Da war er sechs Jahre alt. Er entschied sich für den „Kölner Tümmler “ mit dem Farbschlag „hellgrau, dunkel gesäumt“. „Die Farbgebung finde ich am schönsten“, sagt er und dabei leuchten seine Augen auf. Später zeigt er an seiner Taube den dunklen Rand am Federkleid, der der Rasse den Namen gibt.

Von Jahr zu Jahr wurden seine Zuchterfolge größer, und er errang so manchen Preis. Ein Höhepunkt in seinem bisherigen Züchterleben war der Gewinn der Deutschen Jugendmeisterschaft im „Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter“ im letzten Jahr in Dortmund. Darauf ist er besonders stolz und zeigt sogleich das erworbene Siegesbanner.

Leon Gerwing kam durch seinen Opa, ein erfolgreicher Hühnerzüchter, zum Verein. Auch er fuhr jahrelang mit zu den Hühnerställen und entschied sich dann logischerweise ebenfalls für die Hühnerzucht. Er erwarb einen „großen schwarzen Australorps“, ein ziemlich großes Tier, dem er mit seinen acht Jahren aber nicht wirklich gewachsen war. Nach einem Jahr versuchte er es mit einem Zwerghuhn, aber auch das befriedigte ihn nicht ganz. „Alle Jungs im Verein hatten Tauben, da wollte ich auch eine“, erinnert er sich, „die schlanke und zierliche Figur der Tiere gefällt mir auch viel besser“. Vater Christian pflichtet ihm bei: „Die großen Hühner sind einfach nicht kindgerecht“, meint er.

Leon entdeckte die „Arabische Trommeltaube“ für sich. „Trommeln bedeutet gurren“, erklärt er. „Das finde ich schön, wenn die Tauben laut trommeln“, sagt er und lacht vor Begeisterung laut auf. Obwohl die Tiere eigentlich keinen Namen tragen, nannte er seine erste Taube „Biggi“. Und die kann besonders gut und vor allem lang anhaltend trommeln. Das bewies sie bei der „Deutschen Trommelmeisterschaft“, die im letzten Jahr in Ibbenbüren ausgetragen wurde. Dort gewann sie mit sehr großem Vorsprung die „goldene Feder“ für die längste Trommelei. Leon erklärt, wie das zustande kam: „Zunächst wird der Raum, in dem sich die Tauben befinden, kurz abgedunkelt. Wenn das Licht wieder angeknipst wird, beginnen alle wie auf Kommando zu trommeln und drehen sich dabei im Kreis.“ Und Biggi hatte dabei die größte Ausdauer.

Noch einen Erfolg kann Leon mit Biggi vorweisen: Ebenfalls im vergangenen Jahr wurde er bei der „Zweiten Europaschau Arabischer Trommeltauben“ in Neukirchen-Vluyn Jugendeuropameister. Inzwischen besitzt er über 30 Tauben gleicher Rasse, aber seine zahme Biggi erkennt er stets auf Anhieb, versichert er.

Zwei Jungs, etwa gleichen Alters mit gleichen Interessen – wer aber glaubt, die ganze Freizeit spiele sich nur im Taubenschlag ab – weit gefehlt! Beide angeln auch sehr gern und spielen zudem Fußball im Verein. „Aber am allerliebsten sind uns die Tauben“, kommt es wie aus einem Mund, „darauf würden wir nie verzichten!“

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