Urlaub im Wohnmobil
Ein Schloss zum Geburtstag

Ahaus-Alstätte -

Resi und Gerd Olthues sind begeisterte Wohnmobil-Urlauber. Jedes Jahr verbringen sie zwischen März und Oktober bis zu 150 Tage in ihrem zweiten Zuhause.

Samstag, 12.07.2014, 12:07 Uhr

Kreuz und quer durch Deutschland sind sie schon gereist, kennen fast jeden Winkel. „Es gibt so schöne Ecken in unserem Land“, schwärmt Resi Olthues , „wir fahren oft durch kleine Orte, in die sich sonst kaum ein Tourist verirrt.“

Angefangen hat die Leidenschaft vor 35 Jahren, da war gerade Tochter Birgit geboren. Sie wuchs quasi im Wohnwagen auf – damals war es noch ein Anhänger. Seit 20 Jahren fahren die Eheleute mit einem Wohnmobil durch ganz Europa. Länder wie Frankreich, Holland, Schweiz und Italien lernten sie bereits kennen. „Am besten gefällt es uns jedoch im Norden“, erzählen beide übereinstimmend. England, Norwegen und Schweden haben sie schon mehrfach besucht. Sprachprobleme gibt es nicht. „Wir lernen auf unseren Reisen so viele nette Menschen kennen, die uns bei Bedarf weiterhelfen“, erzählt Resi Olthues. „In Schottland konnten wir einmal den Weg zu unserem Stellplatz nicht finden. Wir trafen einen freundlichen Herrn, der den langen Weg dorthin mit seinem Auto vorgefahren ist“, erinnert sie sich immer noch beeindruckt.

Die erste Tour im Jahr führt stets an die Nordsee, das hat schon Tradition. Vorher arbeitet das Paar eine Route aus, bei der sie längstens zwei bis drei Tage an einem Ort verweilen.

Die Fahrräder sind immer mit dabei, damit radeln sie dann durch die Gegend auf der Suche nach kulturellen Anlaufstellen wie Kirchen, Schlössern oder Museen, besuchen auch mal ein Konzert. München, Berlin und Wien haben sie per Rad erkundet. Als der damalige Papst Benedikt Freiburg besuchte, reisten auch die Eheleute Olthues dorthin, um ihn zu sehen.

Spätestens nach drei Wochen kehren die Alstätter in ihre Heimat zurück. „Aber kaum sind wir ein paar Tage hier, juckt es schon wieder in den Fingern, dann planen wir bereits unseren nächsten Trip“, berichtet Resi Olthues und fügt sogleich an: „Nur gut, dass unsere Tochter bei uns wohnt, so steht unser Haus niemals leer.“

Tochter Birgit und Sohn Jörg sind ihrerseits in gleichem Maße wie ihre Eltern mit dem Wohnwagen- und Wohnmobil-Bazillus infiziert. „Wir haben unsere Partner ebenfalls angesteckt“, freut sich Birgit.

Kein Wunder also, dass auch sie sich einen Urlaub im Hotel nicht vorstellen kann. „So haben wir stets unser eigenes Reich und ich weiß genau, wer zuvor in meinem Bett geschlafen hat“, stellt sie klar. Lachend erklärt sie, dass ihre Kinder trotz eigenem Wohnwagen am liebsten mit Oma und Opa unterwegs sind. Und die nehmen ihre Enkel immer wieder gerne mit, bevorzugt zur Nord- oder Ostsee.

Seit zwei Jahren ist als besonderes Attribut das Ahauser Schloss mit dabei. Als großformatiges Foto klebt es hinten am Wohnmobil. Bei einem Aufenthalt in Neustadt an der Donau entdeckten die Reisenden vor einigen Jahren ein Auto mit einem Abbild des dortigen Schlosses. Ein Gedanke war geboren und ließ vor allem Gerd Olthues nicht mehr los. Zur Verwirklichung seinerseits kam es jedoch nie. Bis seine Kinder ihm das Schloss zum 70. Geburtstag schenkten. Die Überraschung war gelungen und die Freude groß.

„Wir werden unterwegs sehr häufig darauf angesprochen“, erzählt er, „die Leute zeigen sich sehr interessiert. Wir erklären ihnen dann, wie schön Ahaus und vor allem das Schloss ist. Wir machen für unser Münsterland fleißig Reklame“, lacht er. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es allerdings: „Wir haben noch ein Borkener Nummernschild am Wohnmobil, lieber hätten wir das AH-Kennzeichen, sind aber noch nicht dazu gekommen, es zu beantragen“, bedauert Gerd Olthues.

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